Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berset ist nicht allein – Schweizer Politiker werden massenhaft bedroht und erpresst



Bundesrat Alain Berset spricht waehrend einem Infopoint zur Situation der Coronavirus-Pandemie im Kanton Tessin, am Donnerstag, 19. November 2020, in Lugano. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Wegen einer privaten Angelegenheit erpresst: Alain Berset. Bild: keystone

Der Erpressungsversuch an Bundesrat Alain Berset hat in der letzten Woche für Schlagzeilen gesorgt. Auch der Magistrat selbst hat sich vor versammelten Medien zum Fall geäussert, nachdem die Weltwoche am letzten Samstag von einer Geldforderung einer unbekannten Personen von 100'000 Franken gegen Aushändigung von Fotos und Textnachrichten geschrieben hatte.

Aber Berset ist bei weitem nicht der einzige Politiker, der die Behörden einschalten musste. Mehr als die Hälfte der National- und Ständeräte ist schon einmal bedroht, mit Erpressungsversuchen konfrontiert oder erpresst worden, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Die Zeitung hatte 102 Parlamentarierinnen und Parlamentarier befragt.

Das entspricht rund 40 Prozent der Bundesversammlung. Fast jeder dritte National- oder Ständerat schaltete daraufhin die Polizei oder die Justiz ein. Ferner zeigt die Befragung, dass Politikerinnen deutlich häufiger mit Drohungen konfrontiert werden als ihre männlichen Kollegen.

Androhung von Prügel und Erpressung

Zwei Drittel der Teilnehmerinnen gaben an, bereits einmal bedroht oder erpresst worden zu sei. Bei den Männern liegt der Prozentsatz 20 Punkte tiefer.

Ein Politiker beschreibt einen Vorfall, bei dem er im öffentlichen Raum Flyer verteilte. Eine Person sei daraufhin an ihn herangetreten und zu ihm gesagt, «dass er ihn verprügle, sollte er mich in einer einsamen Gasse erwischen».

Eine andere Politikerin wurde erpresst, dass ein WhatsApp-Chatverlauf, den sie mit einem Wähler hatte, veröffentlicht werde. Worauf sie die Behörden einschaltete.

Motion wird eingereicht

Die Waadtländer FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro fordert nun, dass exponierte Personen besser geschützt werden. Sie wird am Montag eine Motion, die solche Drohungen und Erpressungen von Amtes wegen verfolgen lassen soll, einreichen.

De Quattro spricht aus eigener Erfahrung. Dem Sonntagsblick sagt die: «Schon in meiner Zeit als Waadtländer Staatsrätin wurde ich regelmässig mit Todesdrohungen und versuchter Nötigung konfrontiert.»

(aeg)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Warum wir dringend über den indirekten Impfzwang reden müssen

Bis zum Sommer sollen alle Impfwilligen ihre Dosis erhalten haben. Doch die Frage nach dem indirekten Impfzwang darf nicht erst dann diskutiert werden.

Die Schweiz steht mit der Impfung zwar noch ganz am Anfang. Gemäss den Experten des Bundes sollten aber bis zum Sommer alle Impfwilligen ihre Dosen erhalten haben.

Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gehören zu den Impfwilligen rund 49 Prozent der Schweizer Bevölkerung. 25 Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen, 26 Prozent sind noch unschlüssig.

Obwohl noch gar nicht klar ist, wie sich das unschlüssige Viertel entscheiden wird, wird den Impfskeptikern …

Artikel lesen
Link zum Artikel