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Nach «huere fucking Glarner»-Aussage: Jacqueline Badran erhielt Morddrohung

Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran kritisiert in einem Interview einen Journalisten des «Echo der Zeit». Er habe ihre Aussagen unautorisiert verwendet. Mit Folgen.

Pascal Ritter / ch media



Jacqueline Badran, Nationalraetin SP-ZH, umringt von Klimaaktivisten, gibt ein Interview waehrend der Aktionswoche Rise up for Change auf dem Bundesplatz, am Dienstag, 22. September 2020, in Bern. Die Klimabewegung kuendigt weitere Aktionen gegen die institutionelle Politik, Wirtschaftselite und den Finanzplatz waehrend der Woche an. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Fluchte vor dem Bundeshaus: Jacqueline Badran. Bild: keystone

Die Aussagen der Zürcher SP-Nationalrätin am Rande der Bundesplatzbesetzung der Klimajugend in Bern machten Schlagzeilen. Im Gespräch mit dem SRF-Journalisten Oliver Washington kritisierte sie den Fokus verschiedener Medien auf den «huere fucking Glarner».

Es ging um die Aussagen des Aargauer SVP-Nationalrates Andreas Glarner gegenüber seiner grünen Basler Ratskollegin Sibel Arslan. Er hatte sie als «Arschlan» betitelt und gesagt, so eine illegale Besetzung werde nur in ihrer Heimat toleriert. Er meinte die Türkei, wo Arslan familiären Hintergrund hat.

Badran sagte dem SRF-Journalisten wörtlich:

«Weil ihr die falschen Fragen stellt, weil ihr die Kameras auf die falschen Orte richten. Ihr müsst die Jugendlichen filmen und nicht huere Fucking Glarner, who cares.»

Die Aussage wurde später in der SRF-Radiosendung «Echo der Zeit» ausgestrahlt, worauf sie (zusammen mit den Ausfällen von Andreas Glarner) eine Debatte über eine Verschärfung des Tones in der Politik auslösten.

Zitat «nicht autorisiert»

In einem Interview mit dem Branchenportal «Medienwoche», kritisiert nun Badran das SRF. Der Satz «mit euch Rede ich nicht», den sie vor dem Zitat geäussert habe, habe der Journalist weder gesendet noch respektiert. Stattdessen sei nur das «huere fucking»-Zitat ausgestrahlt worden. Damit sei das Zitat unautorisiert verwendet worden.

Badran sagt, sie sei bei der Begegnung sehr emotional gewesen, weil sie sich selbst seit 40 Jahre für die Umwelt einsetze, die Kameras und Mikrofone aber nicht auf die Klimajugend und ihre Forderungen, sondern auf Andreas Glarner gerichtet worden seien. Und sie gibt in Richtung Journalisten zu bedenken:

«Wir sind nicht Vieh. Wir sind auch Menschen und keine Roboter, die nonstop professionelle Medienarbeit machen. Wir haben das Recht, nicht überrumpelt zu werden und auch mal keine Aussage zu machen.»

Als Reaktion auf Artikel, in denen ihr Radio-Zitat verwendet worden sei, habe Badran wüste Mails und auch eine Morddrohung erhalten, sagt sie im Medienwoche-Interview weiter.

In der Morddrohung stehe, dass es an der Zeit sei, «mit ganz anderen Mitteln» gegen eine Person wie Badran vorzugehen. Dass man sich wünsche, sie sei beim Flugzeugabsturz, den sie 2001 überlebt hat, ums Leben gekommen und dass es in Zukunft für sie schwierig werden würde, zur Ruhe zu kommen. Nach weiteren Drohungen sei der fehlerfrei verfasste Brief mit ein «Mitglied des Glarner-Fanclubs» unterzeichnet gewesen.

SRF-Journalist wehrt sich gegen Kritik

Der von Badran kritisierte Journalist Oliver Washington wehrt sich auf Twitter gegen die Vorwürfe der Politikerin. Es tue ihm leid, dass Badran Drohungen bekommen habe, die Interview-Situation stelle sie aber falsch dar.

Er habe auf dem Bundesplatz die Klimajugend und Politiker interviewt. Vom Streit zwischen Glarner und Arslan habe er zu diesem Zeitpunkt gar nichts gewusst. Er schreibt weiter:

«Weil der Bundesplatz in diesem Moment ein öffentlicher politischer Platz war, war Ihre Aussage für mich eine öffentliche Aussage einer Politikerin, die deshalb relevant war, weil sie zeigte, wie die Wogen hochgingen.»

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