Schweiz
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Bundesraetin Viola Amherd, rechts, und Jean-Philippe Gaudin, Direktor NDB, an einer Medienkonferenz über den Lagebericht „Sicherheit Schweiz 2019“, am Freitag, 24. Mai 2019, in Bern.  (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ihn freut's: Jean-Philippe Gaudin, Direktor NDB, kriegt 100 neue Stellen. Bild: KEYSTONE

100 Stellen mehr: Schweizer Geheimdienst wird massiv ausgebaut – 6 Fragen und Antworten



Was ist passiert?

Der Schweizer Nachrichtendienst kann gemäss einem Bericht der NZZ rund hundert neue Stellen schaffen. Der Bundesrat hat demnach am Mittwoch einen entsprechenden Antrag von Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) bewilligt.

Der personelle Ausbau von heute gut 300 Stellen solle über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgen, bestätigte ein Sprecher des Eidg. Verteidigungsdepartements (VBS) einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag. Brisant dabei: Weder das Verteidigungsdepartement noch der Bundesrat hat aktiv darüber informiert.

Wie wird's begründet?

Dem Bundesrat sei es ein Anliegen, dass der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) über genügend Ressourcen verfüge, um seinen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Er habe sich daher an seiner Sitzung vom 3. Juli 2019 in einem Grundsatzentscheid für eine Erhöhung der Ressourcen beim NDB ausgesprochen.

Wo wird aufgestockt?

Die personelle Aufstockung solle vor allem in Kernbereichen des Nachrichtendienstes wie der Terrorismus-Abwehr und der Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus eingesetzt werden.

Ist das alles?

Nein, auch bei den Kantonen wird aufgestockt. Der Bundesrat bewilligte eine Erhöhung der Beiträge an die Kantone ab 2020. Dabei handelt es sich jährlich um 2,6 Millionen Franken, was 26 Stellen bei den Nachrichtendiensten der Kantone entspricht, sowie um 3 Millionen Franken, um in drei Kantonen die bestehende Überwachung zugunsten des NDB aufzustocken.

Gibt's jetzt 100 neue Stellen?

Nein, nicht ganz. Einen grossen Teil der Stellen will das VBS durch interne Umlagerungen zur Verfügung stellen. So sei geplant, dieses und nächstes Jahr je 20 Stellen an den NDB abzugeben. Erst in den folgenden drei Jahren sollen insgesamt 60 zusätzliche Stellen in die Personalplanung aufgenommen werden.

Was meint der Chef?

NDB-Chef Jean-Philippe Gaudin sagte im Mai, wegen der knappen Ressourcen habe er nach seinem Amtsantritt vor einem Jahr fast überall Lücken festgestellt, vor allem aber auf operationeller Ebene. Bei der Spionageabwehr müsse man sich deshalb auf einige wenige Gebiete fokussieren – den grossen Rest der Welt könne man nicht abdecken. Dasselbe gelte für den Terrorismus, wo man sich derzeit auf die Dschihad-Rückkehrer konzentriere. (jaw/sda)

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