Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07899606 Australian actress Cate Blanchett receives the

Cate Blanchett bei der Preisverleihung in Zürich. Bild: EPA

ZFF: Internationale Dominanz und zwei Preise für Schweizer Filme



Zentraler als der Schweizer Film war am 15. Zurich Film Festival das Umweltthema. Der Eröffnungsfilm, Niklaus Hilbers «Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes», fällt in beide Kategorien - und wurde am Samstagabend mit dem ersten Science Film Award ausgezeichnet.

Der mit 25'000 Franken dotierte Hauptpreis für den Besten Internationalen Spielfilm ging an den US-amerikanischen Regisseur Darius Marder für «Sound of Metal». Darin erzählt er die Geschichte von Ruben und Lou, einem leidenschaftlichen Metal-Duo und Liebespaar, das in einem liebevoll eingerichteten Wohnwagen durch die USA tourt.

Die Idylle endet abrupt mit einem Hörsturz – Schlagzeuger Ruben erfährt, dass er bald vollständig taub sein wird. ZFF-Jurypräsident Oliver Stone lobte neben der Geschichte und der herausragenden Leistung des Hauptdarstellers Riz Ahmed das Sounderlebnis, «ein Wechselspiel zwischen Stille und Ton».

Der Hollywood-Regisseur bemängelte an der Award Night im Zürcher Opernhaus einzig die Tatsache, dass man an solchen Preisverleihungen nur einen einzigen Preis vergeben dürfe und somit anderen Werken den Raum nehme, welche die Ehre ebenfalls verdient hätten. In diesem Sinne erwähnte er gleich drei zusätzliche Filme lobend: «Babyteeth» von Shannon Murphy (Australien), «Just 6.5» von Saeed Roustaee (Iran) und «A White, White Day» von Hlynur Pálmason (Island, Schweden).

epa07899654 American filmmaker Oliver Stone speaks during the Award Night ceremony of the 15th Zurich Film Festival (ZFF) in Zurich, Switzerland, 05 October 2019. The festival runs from 26 September to 06 October 2019.  EPA/ENNIO LEANZA

Oliver Stone am Zurich Film Festival. Bild: EPA

Zweites Auge für Nanau

Als Bester Internationaler Dokumentarfilm wurde «Collective» von Alexander Nanau mit einem «Goldenen Auge» belohnt. Es ist das Zweite für den deutsch-rumänischen Regisseur. 2014 erhielt er den gleichen (mit 25'000 Franken dotierten) Preis für seinen Film «Toto And His Sisters».

Alexander Nanau receives the golden eye for his movie

Alexander Nanau mit dem Preis für den Dokumentarfilm «Collective». Bild: KEYSTONE

In «Collective» rollt Nanau einen Skandal auf, bei dem nach einer Brandkatastrophe im Bukarester Nachtclub «Colectiv» infolge korrupter Machenschaften zahlreiche Menschen starben, ohne je in Lebensgefahr geschwebt zu haben. In seiner Dankesrede forderte Nanau dazu auf, Whistleblower besser zu schützen und dafür zu kämpfen, dass solche Fälle publik werden.

Die Dokumentarfilme «17 Blocks» von Davy Rothbart (USA) und «Midnight Family» von Luke Lorentzen (USA, Mexiko) wurden zudem lobend erwähnt.

Publikumspreis für Schweizer Film

Das mit 20'000 Franken dotierte «Goldene Auge» in der Kategorie Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich ging an «Systemsprenger» von Nora Fingscheidt. Der «Systemsprenger» in dem deutschen Debütfilm ist die neunjährige Benni, die schwer an den Folgen eines frühkindlichen Traumas zu leiden hat.

Der schon im Vorfeld verliehene ökumenische Filmpreis der Zürcher Kirchen ging an einen Film aus derselben Kategorie: die österreichische Tragikomödie «Waren einmal Revoluzzer» von Johanna Moder.

Den zum siebten Mal verliehenen Preis für das Beste Treatment erhielt Yasmin Joerg für «Máma». Die Geschichte handelt von zwei Frauen, die durch eine Leihmutterschaft miteinander verbunden sind. Die Auszeichnung ist mit 5000 Franken dotiert. Weitere 25'000 Franken wurden für die Drehbuchentwicklung vergeben.

Ein weiterer erfolgreicher Schweizer Film neben «Bruno Manser» war «Volunteer» von Anna Thommen und Lorenz Nufer. Der Streifen ging im Wettbewerb für den Besten Internationalen Dokumentarfilm zwar leer aus, er wurde aber mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Cate Blanchett: «Hier bin ich.»

Bereits bekannt war, dass die australische Schauspielerin Cate Blanchett den diesjährigen «Golden Icon Award» entgegennehmen würde. Ihr zu Ehren zeigte das ZFF ausgewählte Filme wie «Elizabeth», «Coffee and Cigarettes» oder «Blue Jasmine» in einer Retrospektive. Am Samstagabend lief ausserdem ihr neuster Streifen «Where'd You Go, Bernadette» als Schweizer Premiere.

Die Hauptdarstellerin packte die Chance an der Gala Night, Oliver Stone um eine Rolle in einem seiner künftigen Filme zu bitten. «Hier bin ich. Und ich erwarte Ihren Anruf», sagte sie.

epa07899107 Australian actress Cate Blanchett poses on the Green Carpet during the 15th Zurich Film Festival (ZFF) in Zurich, Switzerland, 05 October 2019. The festival runs from 26 September to 06 October 2019.  EPA/ENNIO LEANZA

Cate Blanchett auf dem grünen Teppich des ZFF. Bild: EPA

Blanchett ergänzte somit die Reihe weiterer Filmberühmtheiten wie US-Schauspielerin Kristen Stewart (Golden Eye Award) und der deutsche Katastrophenfilm-Regisseur Roland Emmerich (A Tribute to... Award), die ihre Auszeichnungen im Verlauf des Festivals entgegengenommen hatten. Aber auch der spanische Schauspieler Javier Bardem, der nicht nur mit seinem neuen Film «Sanctuary», sondern auch mit einer sehr speziellen Mission nach Zürich reiste. Er machte bei seinem zweitägigen Besuch auf die Dringlichkeit des Umweltschutzes aufmerksam und appellierte in all seinen Reden an das Publikum, jetzt die richtigen Leute zu wählen. (mim/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Kristin Stewart macht Selfies mit den Fans am ZFF

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Review

Heroin machte Samedan in den 80ern zum Platzspitz des Engadins

Der Dokfilm «Suot Tschêl Blau» von Ivo Zen ist eine todtraurige Überraschung.

Fragt man die Einheimischen im Oberengadin nach einer Lieblingsbeiz, sagen viele, das sei die Pizzeria im Hotel Laudinella in St.Moritz. Ein Grund dafür: Sie liegt unter dem Boden. Aha? Ja, sagen dann die Einheimischen, das sei für sie ganz erholsam, das viele Licht immerzu, von dem die Touristen so schwärmen, sei nicht selten zu viel. Gerade auch im Zusammenhang mit Schnee. Geblendet zu werden heisst eben auch, dass man erblinden kann.

Auch im Dokfilm «Suot Tschêl Blau» (Unter blauem Himmel) …

Artikel lesen
Link zum Artikel