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b.1.1.7 Variante Corona britische Mutation

Die aktuelle Lage rund um die B.1.1.7-Variante. Bild: Shutterstock

7 Punkte zur aktuellen Entwicklung der Virus-Mutanten (sie sind wenig erfreulich)

Die Virus-Variante B.1.1.7 breitet sich weiterhin rasant aus. Sie ist nicht nur in der Schweiz zur dominanten Mutation geworden. Das sind keine guten Nachrichten für die Bekämpfung des Virus. Hier kommen die sieben wichtigsten Punkte zur aktuellen Situation.



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Die Entwicklung in der Schweiz

Grundsätzlich mutiert ein Virus ständig. Das Risiko, dass durch eine Variante die Massnahmen nicht mehr ausreichen, bleibt also latent. Mit dem Überwachungssystem könne man allerdings erkennen, sobald eine Variante in genügend grosser Menge auftritt, und die Schweiz gehöre zu den Spitzenreitern, was die Nachweise betreffe, erklärte das BAG am Dienstag. Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, nahm dabei auch Stellung zur Situation mit den Varianten: «80 Prozent der nachgewiesenen Infektionen sind auf diese Varianten zurückzuführen.»

Die Virus-Mutationen sind in der Schweiz also weiterhin auf dem Vormarsch. Wie Emma Hodcroft, Epidemiologin an der Universität Bern, gestern Abend ebenfalls bestätigte, breitet sich in der Schweiz insbesondere die britische Variante B.1.1.7 sehr schnell aus und macht schon rund 80 Prozent der Fälle aus (dunkelrot):

Virus Variante B.1.1.7 in der Schweiz Corona

Bild: Twitter/Emma Hodcroft

Beim aktuellsten Stand am 8. März dominierte die britische Variante mit 79 Prozent, ein Monat zuvor waren es noch 50 Prozent, zu Beginn des Jahres rund 10 Prozent.

Was bedeutet dies für die Fallzahlen in den nächsten Wochen?

Das ist leider schwierig vorherzusagen, da die Infektionslage unsicher ist. Die Zahl der Ansteckungen stieg zuletzt leicht. Das BAG teilte an der Medienkonferenz gestern mit, dass die Zahlen sich innert vier Wochen verdoppeln werden. Womit wir bei täglich knapp 3000 Fällen Mitte April wären.

Entwicklung der Mutationen in der Schweiz

Entwicklung der Neuinfektionen im 7-Tagesschnitt in der Schweiz mit einer Mutation (rote Linie), ohne Mutation (blau) und total (schwarz).

Eine dritte Welle sei momentan nicht auszuschliessen. Mathys wollte aber am Dienstag nicht eindeutig sagen, dass die dritte Welle begonnen habe, auch wenn es viele Modelle gibt, die darauf hindeuten.

Was ist die Prognose der Task Force?

Das letzte wissenschaftliche Update der Task Force des Bundes stammt vom 9. März. Dort wird bekräftigt, dass mit zunehmender Häufigkeit der B.1.1.7-Mutation grössere Anstrengungen nötig werden.

Dabei sei die Genfersee-Region der Gesamtschweiz in der Dynamik rund eine bis zwei Wochen voraus. Im aktuellen Modell der Task Force nehmen die Fälle mit B.1.1.7 weiterhin zu. Die tatsächlichen Fallzahlen liegen ungefähr auf dieser Kurve, auch wenn sie zwischendurch etwas abflachten (Achtung, die Grafik unten hört Ende Februar auf).

Vereinfachtes Modell der Task Force vom

Bild

Helle Flächen: Modell. Dunkle Flächen: Tatsächliche Fälle. Gelbe Linie: Abgrenzung der tatsächlichen Fälle.

Sind die Virus-Varianten jetzt tödlicher oder nicht?

Das ist noch nicht endgültig geklärt. Am Montag wurde eine Studie in die Richtung veröffentlicht, demnach sei die Sterblichkeit innert vier Wochen nach dem positiven Test bei einer Infektion mit der B.1.1.7-Variante höher. Als Beispiel: Bei einem 55- bis 69-jährigen Mann steigt sie von 0,6 auf 0,9 Prozent. Was sich nicht nach viel anhört, obwohl die Zunahme hoch liegt.

Auch andere Hinweise deuten darauf hin, dass die Sterblichkeit höher ausfällt. Patrick Mathys erklärte am Dienstag darauf angesprochen: «Die britische Variante kann tatsächlich tödlicher sein, wir warten da auf weitere Studien.» Die Erkenntnisse würden in den nächsten Wochen belastbarer werden.

Was bedeutet das für die Herdenimmunität?

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, will keinen fixen Prozentsatz nennen, den es für Herdenimmunität benötigt. Sicher ist: Erreicht wird sie, wenn genügend Personen entweder Antikörper durch eine Infektion gebildet haben oder durch eine Impfung.

Auch bei der Herdenimmunität spielen die Varianten eine Rolle. Mathys holt aus: «Wir gehen davon aus, dass die ursprüngliche Variante eine Übertragungszahl von 3 bis 3,5 hat, das heisst: Jede Person steckt ohne Massnahmen circa 3 bis 3,5 Personen an.»

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, spricht an einem Point de Presse mit Fachexperten des Bundes zur Corona-Pandemie Covid-19, am Dienstag, 02. Februar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Patrick Mathys: Für die Herdenimmunität müssten bei weiterer Ausbreitung der B.1.1.7-Variante wohl über 80 Prozent der Bevölkerung immun sein. Bild: keystone

Um ohne Massnahmen (selbstlimitierend) leben zu können, müsste die Übertragungszahl auf unter 1. «Dafür müssten ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung immun sein», so Mathys.

Bei der Variante B.1.1.7 geht man momentan von einem Übertragungsvorteil von ungefähr 50 Prozent aus. Eine Person steckt rund 4,5 weitere an. «So sind wir bei 80 Prozent oder noch mehr, die immun sein müssten für die Herdenimmunität.» Diese 80 Prozent sind aber bekanntlich nicht das kurzfristige Ziel. Aktuell steht der Schutz der Risikogruppen im Fokus. Wie viele Personen sich in der Schweiz tatsächlich impfen werden, ist auch nach mehreren Befragungen noch ziemlich unklar.

Wie sehr schützt die Impfung?

Die Vakzine von Pfizer/BioNTech und Moderna schützen auch vor der B.1.1.7-Variante. Bei den Varianten aus Südafrika und Brasilien wirken die Impfstoffe nach aktuellen Erkenntnissen nicht mehr so gut. Das Präparat von AstraZeneca schützt gegen die südafrikanische Variante nur noch schwach, Pfizer/BioNTech und Moderna reduziert.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Praktisch in allen untersuchten Ländern entwickelt sich die B.1.1.7-Variante dominant. In Deutschland etwa wird mit einem starken Anstieg der Fallzahlen durch das B.1.1.7-Virus gerechnet, wie RKI-Statistiker Andreas Hicketier kürzlich twitterte:

Auch Emma Hodcroft publizierte ihre Analyse mit den Anteilen der B.1.1.7-Variante, welche zeigt, wie sich diese Mutation unter anderem in Deutschland stark verbreitet.

Deutlich auffallender sind die Entwicklungen aber beispielsweise in Grossbritannien oder Irland, wo das B.1.1.7-Virus praktisch alle anderen verdrängt hat. Auch in Dänemark, den USA oder Belgien und Italien ist der Vormarsch gewaltig.

Wir zeigen hier die Entwicklungen in ausgewählten Ländern mit den Daten von Emma Hodcroft. Bei der dunkelroten Fläche handelt es sich dabei jeweils um die B.1.1.7-Variante.

Die Verbreitung der B.1.1.7-Mutation (rot)

B.1.1.7-Mutation Entwicklung Corona britische Variante Schweiz Niederlande Frankreich Spanien

Verbreitung der B.1.1.7-Mutation (rot) in der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Spanien. quelle: covariants.org (hier gibt es weitere länder)

B.1.1.7 britische Variante Mutation Corona Grossbritannien Dänemark USA Deutschland

Verbreitung der B.1.1.7-Mutation (rot) in Grossbritannien, Dänemark, den USA und Deutschland. quelle: covariants.org (hier gibt es weitere länder)

B.1.1.7 Variante Corona Belgien Italien Schweden Irland

Verbreitung der B.1.1.7-Mutation (rot) in Belgien, Italien, Schweden und Irland. quelle: covariants.org (hier gibt es weitere länder)

Bild

Verbreitung der B.1.1.7-Mutation (rot) in Israel und Österreich. quelle: covariants.org (hier gibt es weitere Länder)

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