DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08931286 People wearing protective masks are walking down the street of the mountain village while  preperations for the FIS Alpine Skiing World Cup in Wengen make progress amid the Coronavirus disease (Covid-19), in Wengen, Switzerland, 11 January 2021. At the moment this year's edition of the FIS Alpine Skiing World Cup in Wengen is to go ahead upcomming weekend as planned, despite a recent rise in Coronavirus cases.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Sieben von 970 in Wengen getesteten Personen waren mit Corona infiziert. Bild: keystone

Corona-Hotspot Wengen praktisch virusfrei – jedoch breiten sich «Mutanten» weiter aus

Während in St. Moritz die Corona-Mutanten grassieren, meldet Wengen nur 7 positive Fälle auf 1000 Tests. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. Denn Feriengäste verbreiteten das mutierte Virus in der Schweiz weiter.



Nach Wengen BE trifft es St. Moritz. Wegen eines Corona-Ausbruchs der hochansteckenden südafrikanischen Variante setzten die Behörden am Montag kurzerhand zwei Luxushotels unter Quarantäne und ordneten Massentests an. Das mutierte Virus konnte sich trotz strengen Schutzmassnahmen ausbreiten.

Ähnliches erlebte der Berner Wintersportort Wengen. Kurz vor Weihnachten brachte ein britischer Tourist die mutierte Corona-Variante in das 1300-Seelen-Dorf. Weil er sich nicht an die Hotel-Quarantäne hielt, verbreitete sich das Virus rasend schnell. 28 Fälle gehen direkt auf den 50-jährigen Engländer zurück.

Ingesamt steckten sich in Wengen nach dem Superspreader-Event innert gut zwei Wochen über 90 Menschen an. Deswegen mussten die Lauberhorn-Rennen abgesagt werden. Der Kanton ordnete zusätzliche Schutzmassnahmen und Massentests in der Bevölkerung an.

Nur 7 von 970 Personen positiv getestet

Die am Sonntagabend publizierten Resultate der Massentests sind auf den ersten Blick erstaunlich: Nur bei sieben von insgesamt 970 in Wengen überprüften Bewohnerinnen und Bewohner wurde das Coronavirus nachgewiesen. «Ich bin erleichtert und hoffe, dass wir das Virus ganz ausmerzen können», sagt Gemeindepräsident Martin Stäger zu watson.

«Für eine Entwarnung ist es zu früh.»

Berner Gesundheitsdirektion

Nach dem Superspreader-Fall verfolgen die Berner Behörden die Corona-Infektionen in Wengen minutiös. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh, sagt Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion. Man gehe zwar davon aus, dass man die meisten Fälle entdeckt habe. «Aber ein einziger Spreader reicht. In fünf Tagen kann alles schon wieder ganz anders aussehen», so Giebel. Die Einwohner müssten sich wegen der teilweise langen Inkubationszeit des Virus nun ein zweites Mal testen lassen.

Erst dann lässt sich eine aussagekräftigere Bilanz zum Hotspot Wengen ziehen. Es stellt sich weiter die Frage, ob das Virus nicht einfach mit den Touristen aus Wengen abgereist ist. Giebel wirft ein, dass man alle Leute gebeten habe, sich vor Abreise testen zu lassen. Ob das wirklich alle getan hätten, könne man aber nicht sagen.

Wengen-Cluster breitet sich nach Bremgarten aus

So oder so breitet sich das Wengen-Cluster in der Schweiz aus. Am Freitag wurden in der Berner Vorortsgemeinde Bremgarten BE zwei Schulkinder positiv auf das mutierte Virus aus Grossbritannien getestet. Dies nachdem sie mit ihrer Familie die Skiferien in Wengen verbracht hatten. 120 Schülerinnen und Schüler aus Kindergarten und Primarschule müssen nun in Quarantäne. Ebenso ihre Familien, wie SRF am Montag berichtete.

Eine Schuelerin unterzieht sich einem PCR Test, an der Evangelischen Mittelschule Schiers, am Freitag, 8. Januar 2021, in Schiers. In der Schule Malans, vor Ort und im Bildungszentrum Palottis wurden Mitarbeitende und Schueler freiwillig auf das Coronavirus getestet. Dies im Rahmen eines Pilotversuches. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

In Bremgarten BE wurden zwei Schüler positiv getestet, die ihre Skiferien in Wengen verbracht hatten. symbolBild: keystone

«Wir hoffen, dass keine weiteren Ansteckungen auftauchen.»

Martin Stäger, Gemeindepräsident Wengen

Der Fall Wengen zeigt, wie schnell sich das Mutanten-Virus verbreitet. Laut der Berner Kantonsärztin Linda Nartey sind auch Kontaktpersonen von Kontaktpersonen angesteckt worden. Also Leute, die nicht direkt mit den primär infizierten Leuten zu tun hatten. Ob es trotz Schutzmassnahmen zu Übertragungen kam, könne man nicht in jedem Fall sagen. «Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross», so Nartey. Im Wesentlichen seien die Ansteckungen jedoch im privaten Rahmen erfolgt. Dort gibt es bekanntlich keine Schutzkonzepte.

Schüler müssen zum Corona-Test

Darum wird in Wengen weiterhin fleissig getestet. In Lauterbrunnen mussten am Montag alle Schülerinnen und Schüler zum Corona-Test antraben. Ebenso nimmt der Kanton in Lauterbrunnen für die weiteren Gemeindebezirke ein weiteres Testzentrum in Betrieb. «Wir hoffen, dass keine weiteren Ansteckungen auftauchen», sagt der Wengener Gemeindepräsident weiter.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So wird in Luzern geimpft

1 / 45
So wird in Luzern geimpft
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So wird Dating nach Corona aussehen (vermutlich)

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel