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Ob uns Google beim Haare schneiden wirklich helfen kann? bild: Shutterstock

So googelt sich die Schweiz durch die Coronakrise

Die Coronakrise verändert nicht nur unseren Alltag massiv, sondern auch unser Online-Suchverhalten. Wer schneidet mir jetzt die Haare? Wird Daniel Koch oder Cristiano Ronaldo öfter gesucht? Und haben alle WC-Papier?



Die Coronakrise hat unser Leben in den letzten Wochen radikal verändert. Das zeigt sich in der modernen Gesellschaft auch immer mehr in Suchanfragen bei Google. Wir haben einige Aspekte herausgepickt und zeigen die Verläufe der Anfragen der letzten vier Monate.

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So funktioniert die Auswertung

Auf Google Trends kann jeder die Beliebtheit von Suchbegriffen nach Ländern und Zeiträumen anschauen. Google gibt dabei keine Zahlen bekannt, sondern vergleicht die Anfragen mit der höchsten Anfrage (100). Im ersten Beispiel mit dem «Haare schneiden» sehen wir aktuell im Peak. In den Monaten davor gab es rund 70 Prozent weniger entsprechende Anfragen.

Ein Thema, das mittlerweile in allen Haushalten angekommen ist, ist die Frisur: Der Coiffeur hat geschlossen. Wie schneide ich mir jetzt die Haare? Entsprechende Tutorials (er kann's beispielsweise) werden gesucht wie nie:

«Haare schneiden»

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Google-Anfragen aus der Schweiz vom 1. Dezember 2019 bis 28. März 2020.

Die Zeit zu vertreiben scheinen sich viele mit Backen oder noch spezifischer mit «Brot backen» – man muss ja etwas mit dem vielen eingekauften Mehl anstellen. Ebenfalls einen klaren Zuwachs zeigen andere Hobbys wie «Gesellschaftsspiele». Die «Steuererklärung» – traditionell eine Arbeit im März – zeigt dagegen keine Ausschläge nach oben aus.

«Backen» und «Brot backen»

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Auch Pasta, Mehl oder WC-Papier wurde in den letzten Wochen überdurchschnittlich oft gesucht. Wir wollen dabei nichts verschreien, aber vielleicht hören die WC-Papier-Hamsterkäufe bald auf.

«Pasta», «Mehl», «WC Papier»

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Falls du noch immer nicht weisst, wie lange dein WC-Papier-Vorrat reicht:

Im Allgemeinen scheint das Thema «Notvorrat» fürs Erste vom Tisch zu sein. Beim Notvorrat gilt es zu erwähnen: Ende Februar informierten diverse Medien, was alles zu einem Notvorrat in der Schweiz empfohlen wird. Hamsterkäufe gab es danach in verschiedenen Lebensmittelläden. Auch diese scheinen sich wieder zu normalisieren.

«Notvorrat» und «Hamsterkäufe»

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«Hände waschen» als wirksame Schutzmassnahme war ab dem 16. Februar ein grosses Thema. Mittlerweile scheinen sich alle ausreichend informiert zu haben. Spannend auch, wie der Suchbegriff «Handcreme» mit rund einer Woche Verspätung anzog. Wohl, weil viele Leute vom vielen Hände waschen trockene Haut hatten.

«Hände waschen» und «Handcreme»

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Seit März fragen sich viele Schweizer: Wie kann ich einen schon gebuchten Flug stornieren? Allerdings scheint da der Peak schon wieder vorbei zu sein oder die Fluggesellschaften haben entsprechend informiert. In kleinem Mass angezogen hat in den letzten zwei Wochen die Frage danach, wie man das Geld für einen Flug zurück erhält.

«Flug stornieren» und «Flug Geld zurück»

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Wie wenig die Einwohner sich aktuell noch mit Themen wie Ferien oder Ausflügen beschäftigen, zeigen die folgenden zwei Linien: Die Suche nach «Hotel buchen» brach Seit Mitte Februar total ein und auch «Tagesausflüge» sind momentan nicht gesucht. Auch der «SBB Fahrplan» (nicht in der Grafik) wird aktuell kaum mehr gesucht.

«Hotel buchen» (hellblau) und «Tagesausflug»

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Wir beschäftigen uns also eher zuhause. Beim Thema «Basteln» lohnt sich ein Blick etwas weiter zurück. Wir berücksichtigen hier darum zwei Jahre. So sehen wir: Normalerweise ist Basteln vor Weihnachten ein gesuchtes Thema. Jetzt, wo viele Kinder zuhause sind, wird ein neuer Peak erreicht.

«Basteln»

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Ebenfalls zwei Jahre zurück blicken wir beim Thema «eigener Garten». Egal ob «Setzlinge bestellen», «Erde bestellen» oder allgemein «Gärtnerei online»: Das Bild ist überall das Gleiche. Während normalerweise kaum jemand auf die Idee kommt, diese Dinge online zu erledigen, sind die Nachfragen hier markant gestiegen.

«Setzlinge bestellen»

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Ebenfalls einen steilen Anstieg zeigt die Kurve zum Thema «Videotelefonie». Nicht nur geschäftlich, sondern auch im privaten Rahmen nahm das Interesse und die Notwendigkeit dieser Technologie extrem zu.

«Videotelefonie» und «Whatsapp Video»

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Schauen wir noch auf Personen des öffentlichen Lebens. Normalerweise gehören Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auch in der Schweiz zu den am meisten gegoogelten Personen. Doch seit März sind die beiden Fussballer in der Zwangspause, während die Schweiz fast täglich an den Lippen von Bundesrat Alain Berset und «Mister Corona» Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, hängt.

«Daniel Koch», «Alain Berset», «Lionel Messi», Cristiano Ronaldo»

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Ähnlich wie den Sportlern ergeht es momentan auch den grossen Sportligen: Egal ob Bundesliga, Premier League oder Serie A – die Suchanfragen bewegen sich aktuell auf dem Niveau der Sommerpause.

«Bundesliga», «Premier League» und «Serie A»

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Sars-Cov-2, Covid-19, Coronavirus – die wichtigsten Begriffe
Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen.

Sars-Cov-2 ist ein neues Coronavirus, das im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Zu Beginn trug es auch die Namen 2019-nCoV, neuartiges Coronavirus 2019 sowie Wuhan-Coronavirus.

Covid-19 ist die Atemwegserkrankung, die durch eine Infektion mit Sars-Cov-2 verursacht werden kann. Die Zahl 19 bezieht sich auf den Dezember 2019, in dem die Krankheit erstmals diagnostiziert wurde.

Die wichtigsten Fakten zum Coronavirus: Symptome, Übertragung, Schutz.
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Wie unser Leben ohne Google aussehen würde

Wonach wurde 2019 in der Schweiz am häufigsten «gegoogelt?»

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