Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Leute geniessen das schone Wetter an der Uferpromenade von Ascona, am Samstag, 4. April 2020. Bundesrat und Tessiner Regierung hatten schon fuer das vergangene Wochenende explizit dazu aufgerufen, nicht ins Tessin zu fahren. Dies gelte nach wie vor fuer alle, auch ueber Ostern. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Leute geniessen das schöne Wetter an der Uferpromenade von Ascona, am Samstag, 4. April 2020. Besonders das Tessin fordert über Ostern eine strengere Gangart vom Bundesrat. Bild: TI-PRESS

Opposition kündigt sich an – so hat sich das Verhalten der Menschen seit März verändert

Herr und Frau Schweizer befinden sich in Woche drei der ausserordentlichen Lage – und langsam kippt die Stimmung. 7 Grafiken, die zeigen, wie sich Verhalten und die Einstellung der Schweizer Bevölkerung seit März verändert haben.



Bereits am 22. März gab die SRG der Forschungsstelle sotomo ein Monitoring während der Corona-Pandemie in Auftrag. Nun folgte dieses Wochenende Teil zwei der Untersuchung. Sie zeigt: Nicht nur das Verhalten der Bevölkerung hat sich seither verändert, sondern auch die Einstellung.

Spaziergänge boomen

Rund 92 Prozent der Schweizer Bevölkerung verliessen in den letzten drei Wochen das Haus. Im März gaben noch 16 Prozent an, dass sie ausschliesslich zu Hause bleiben würden. Rund zwei Wochen später ist dieser Anteil auf acht Prozent gesunken. Die Gründe sind unterschiedlich. Grund Nummer eins ist das Einkaufen. Darauf folgen Spaziergänge im Freien. Dieser Anteil hat zugenommen – rund 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung geht draussen spazieren. Das sind elf Prozent mehr als noch in der Woche vom 22. März. Diese Veränderung mag womöglich auch auf das schöne April-Wetter zurückzuführen sein.

Bild

bild: screenshot/srg.sotomo

Monitoring Corona-Pandemie

Für die zweite Ausgabe des repräsentativen SRG Monitors zur Corona-Pandemie wurden am Wochenende vom 5. April 29'891 Personen aus der gesamten Schweiz befragt. Federführend war die Forschungsstelle sotomo. Insgesamt wurden während der zweiten Welle am 5. April rund 29'891 Personen aus der gesamten Schweiz befragt. An der ersten Befragungswelle nahmen 30'460 Personen teil. Durch die statistische Gewichtung sind die Ergebnisse dieser Befragungsreihe repräsentativ für die sprachliche integrierte Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren. Die Ergebnisse der Studie können hier eingesehen werden.

Persönliche Treffen sind rar

Menschen verweilen an der Limmat auf dem Wipkingerpark, aufgenommen am Samstag, 4. April 2020 in Zuerich. KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) scheint bei einem grossen Teil der Bevölkerung angekommen zu sein. Das zeigen die markanten Verhaltensänderung. 80 Prozent der jungen Menschen (15 bis 34-Jährige) treffen lediglich 0.71 Personen pro Tag ausserhalb des Hauses. Auch bei den älteren Personen sind die Kontakte nochmals zurückgegangen. Gemittelt ist die Zahl der näheren wöchentlichen Kontakte von 4,2 damit auf 3,0 gesunken.

«Substanzielle» Opposition kündigt sich an

Die Studienteilnehmenden wurden auch über ihre Meinung zu den Massnahmen des Bundesrates befragt. Während am 22. März die Zustimmung in der Bevölkerung noch gross war, zeichnet sich nun ein Stimmungsumschwung ab. Die Studienautoren sprechen gar von einer «substanzielle Opposition» gegen die Massnahmen des Bundes.

Vielen Personen gehen die Einschränkungen der Schweizer Wirtschaft zu weit. In allen Altersgruppen ist eine wachsende Minderheit der Ansicht, dass Geschäfte und Lokale nicht länger mehr länger geschlossen bleiben sollten. Es sind aber weiterhin ältere Personen, die sich eine weniger strengere Gangart wünschen.

Bild

bild: srg/sotomo

Auch die Unterschiede in den verschiedenen Sprachregionen haben sich verkleinert. In der Romandie forderten 28 Prozent der Bevölkerung am 22. März noch strengere Massnahmen vom Bund. Am 5. April sind es noch 16 Prozent.

Strengere Massnahmen über Ostern gefordert

Gemäss Aussagen von Gesundheitsminister Alain Berset, plant der Bund keine weiteren Einschränkungen für die Ostertage. Geht es nach der Schweizer Bevölkerung, sollte es diese aber geben. Rund 61 Prozent sagten ja oder eher ja zu der Frage, ob die persönliche Bewegungsfreiheit über Ostern weiter eingeschränkt werden soll. Besonders die italienische Schweiz plädiert für eine härtere Gangart.

Schutzmasken haben schweren Stand

Anders sehen die Umfrageergebnisse beim Thema Schutzmasken aus. 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist für eine Maskenpflicht. Auch hier findet sich die grösste Mehrheit wieder im Tessin: Rund 55 Prozent ist für das Tragen einer Schutzmaske.

Bild

bild: srg / sotomo

Tracing-Apps haben gute Chancen

Das Contact-Tracing, also die digitale Bewegungsaufzeichnung der Bevölkerung, spielt eine wichtige Rolle zum Aufdecken möglicher Übertragungswege des Virus. Die Aufzeichnung wäre dabei am einfachsten per App möglich.

Rund zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer ist dieser Idee gegenüber gar nicht so abgeneigt. Sie gaben an, dass sie bereit dazu wären, eine solche App freiwillig auf ihrem Smartphone zu installieren. Die Studienautoren sehen dies als positives Zeichen und schreiben: «Die grundsätzliche Bereitschaft in der Bevölkerung sollte sich in dieser ausserordentlichen Situation mit einer geeigneten Informationskampagne jedoch durchaus sehr weitgehend aktivieren lassen.»

Junge trifft die Krise mental härter

Auch der eigene Gemütszustand war Teil der Umfrage. Und auch hier zeichnete sich eine Veränderung ab. 50 Prozent gaben an, dass es ihnen vor der Krise sehr gut gegangen ist. Dieser Anteil hat sich auf 29 Prozent reduziert.

Bild

Die Krisensituation wirkt sich zudem stärker auf den Gemütszustand von jüngeren Menschen aus. Eine Mehrheit befindet sich noch im grünen Bereich, doch fast die Hälfte gibt an, dass sie mit der Situation mässig bis schlecht zurechtkommen. Für Frauen erscheinen die Auswirkungen der Pandemie zudem belastender als für Männer.

(ohe)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Promis, Sportler und Politiker haben das Coronavirus

Während des Corona-Lockdowns verbreitet sich in Australien ein neuer Trend

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unbekannter will Schulmädchen in Baden AG nach Hause fahren – Schulleiter ruft Polizei

Ein fremder Mann hat am Montag ein Mädchen der Unterstufe im Badener Ortsteil Kappelerhof angesprochen. Er fragte das Mädchen, ob er es nach Hause fahren darf. Der Vater hat die Lehrerinnen der Unterstufe über den Vorfall informiert. Schulleiter Mischa Frank wiederum hat die Eltern informiert. «Ich habe schon die Kantonspolizei informiert», schreibt er.

«Wenn so etwas passiert, gehen Sie mit Ihrem Kind sofort, schnell und direkt zur Polizei», schreibt der Schulleiter. Diese könne dank den …

Artikel lesen
Link zum Artikel