Schweiz
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Bundesrat Alain Berset, links, und Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga sprechen an einer ausserordentlichen Medienkonferenz zu den verschaerften Corona-Massnahmen, am Sonntag, 18. Oktober 2020, im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Alain Berset und Simonetta Sommaruga haben heute über die neuen Massnahmen informiert. Bild: keystone

Bundesrats-PK verpasst? Hier das Wichtigste in 7 Punkten

Der Bundesrat hat gehandelt: Heute hat er nationale Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ergriffen. Eine Übersicht der wichtigsten Punkte findest du hier.



Nationale Maskentragepflicht

Neu muss nicht nur im Öffentlichen Verkehr eine Maske getragen werden. Der Bundesrat hat die Maskentragepflicht auf alle öffentlich zugänglichen Gebäude ausgedehnt.

Konkret muss der Mundschutz also auch an folgenden Orten getragen werden: Geschäfte, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Bibliotheken, Kinos, Theater, Konzertlokale, Hotels (mit Ausnahme von Gästezimmern), Restaurants, Bars, Discos, Arztpraxen, Spitäler, Kirchen und religiöse Einrichtungen.

Auch auf Perrons, an Bahnhöfen, Flughäfen oder anderen Zugangsorten des Öffentlichen Verkehrs gilt die Maskentragepflicht. Das gilt für die ganze Schweiz.

Nicht so gilt die Pflicht für Schulen. In obligatorischen Schulen, Schulen der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe oder in der familienergänzenden Kinderbetreuung kann auf eine Maske verzichtet werden – aber nur, wenn das Schutzkonzept dies vorsieht.

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Masken in Restaurants, Bars und Clubs

Auch in Gastronomiebetrieben muss eine Maske getragen werden – nur im Sitzen ist es erlaubt, diese wieder abzunehmen. Essen und Trinken müssen ausschliesslich sitzend erfolgen. Das gilt auch für Bars und Clubs. Dabei ist es egal, ob man im Innern oder Aussen eines Lokals konsumiert.

Das ist die Verordnung des Bundesrates:

Keine Familienfeiern

Berset bat die Bevölkerung darum, Familienfeiern auf bessere Zeiten zu verschieben. Der Bundesrat hat beschlossen, spontane Menschenansammlungen auf maximal 15 Personen zu begrenzen. Wenn mehr als 15 Personen anwesend sein sollen, muss ein Schutzkonzept vorliegen. Dabei gilt eine Maskentragepflicht – ausser im Sitzen. Essen und Trinken darf nur noch im sitzen konsumiert werden. Ebenfalls wichtig: Die Kontaktdaten müssen erfasst werden, wenn mehr als 15 Personen teilnehmen.

Spontane Ansammlungen im öffentlichen Raum von über 15 Personen sind verboten. Politische Kundgebungen und Demonstrationen sind weiterhin erlaubt – jedoch muss für solche ebenfalls ein Schutzkonzept vorliegen.

Diese Massnahme wurde ergriffen, da viele Ansteckungen im privaten Rahmen passieren.

Bundesrat Alain Berset spricht einer ausserordentlichen Medienkonferenz zu den verschaerften Corona-Massnahmen, am Sonntag, 18. Oktober 2020, im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

«Verschieben sie Familienfeiern auf bessere Zeiten.» Bild: keystone

Amateursport nicht betroffen

Es wurde gefragt, was die 15er-Regel für den Amateursport bedeutet. Können Fussballvereine normal weiter machen?

Fussball Piccolos (G Junioren) des FC Wyler spielen einen Match im Training, am 21. Mai 2014, in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Fussballvereine können aufatmen: Trainings sind weiterhin erlaubt. Bild: KEYSTONE

Michael Gerber, Leiter Rechtsdienst des Bundesamt für Gesundheit, hat sich dieser Frage angenommen. Für den organisierten Sport gelte das nicht. Die 15er-Regel gelte für Personenversammlungen im Öffentlichen Raum. Der Amateursport kann also weiterhin stattfinden. Aktivitäten, bei denen eine Maske zu tragen hinderlich wäre, sind von der Maskentragepflicht ausgeschlossen. Das gilt auch beispielsweise für Kurse wie Yoga.

Homeoffice-Empfehlung

Wie bereits im Frühjahr gibt der Bundesrat wieder eine Empfehlung zur Arbeit von Zuhause ab. «Überall wo es möglich ist, soll Homeoffice bevorzugt werden», sagte Berset.

Damit soll verhindert werden, dass sich viele Personen in den öffentlichen Verkehrsmitteln aufhalten. Ebenfalls können so die Ansteckungen am Arbeitsplatz verhindert werden. Arbeitgeber werden dazu aufgerufen, diesen Empfehlungen zu folgen. Es sei auch in ihrem Interesse, zu handeln: Bei einer Infektion müssten so nicht ganze Abteilungen in Quarantäne geschickt werden, argumentierte der Bundesrat.

Eine Frau macht Homeoffice, fotografiert am 7. Maerz 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Jetzt ist das Homeoffice wieder angesagt. Bild: KEYSTONE

Zahlen steigen exponentiell

Momentan befinden sich die Hospitalisationszahlen noch in einem akzeptablen Rahmen – das könne sich aber schnell ändern, warnte Berset. Die epidemiologische Situation entwickle sich rasant, seit zehn Tagen gebe es ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen. «Wenn wir nichts machen, verdoppeln sich die Zahlen jede Woche.» Die Reproduktionszahl sei zu hoch.

Die Zahlen steigen rasant an und das oberste Ziel dieser Massnahmen sei es, die Spitäler zu schützen. «Die Entwicklung ist besorgniserregend, aber wir sollten keine Angst haben», sagte Berset. «Wir wissen, wie wir handeln müssen.»

Die aktuelle Lage sei «ein Test für die ganze Gesellschaft». Es müsse schnell gehandelt werden, damit ein zweiter Lockdown verhindert werden könne.

Die zweite Welle ist da

Auf die Frage, ob wir uns in der zweiten Welle befinden, antwortete der Gesundheitsminister klar: «Ja, die zweite Welle ist da, früher und stärker als gedacht, aber wir sind darauf vorbereitet.»

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus würden schnell zunehmen, sagte Simonetta Sommaruga. Alle Kantone und Altersklassen seien betroffen, die Spitaleinweisungen würden zunehmen. Es sei mit Blick auf den Winter nötig, dass die Ausbreitung gebremst werde. Dies sei wichtig für die Gesundheit der Bevölkerung, aber auch für die Wirtschaft.

Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga spricht einer ausserordentlichen Medienkonferenz zu den verschaerften Corona-Massnahmen, am Sonntag, 18. Oktober 2020, im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Bundespräsidentin appelliert an die Bevölkerung: «Jeder Tag zählt» Bild: keystone

«Die Lage ist ernst. Je besser wir die Massnahmen umsetzen, umso eher können wir weitere Einschränken vermeiden. Aber es kann sein, dass weitere Massnahmen folgen», so Sommaruga.

Die Regeln gelten ab heute um Mitternacht. (cki/sda)

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