Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Praesidentin der JUSO Schweiz, Tamara Funiciello anlaesslich der Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz vom Samstag 6. Mai 2017 im Chappelehof in Wohlen (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Juso-Präsidentin Tamara Funiciello setzt sich für Militärs ins Zeugs.  Bild: KEYSTONE

Darum bietet Juso-Funiciello plötzlich Schützenhilfe für die Berufsmilitärs

Der Bundesrat unter Ueli Maurer (SVP) will das Rentenalter von Berufsmilitärs von 60 auf 65 Jahre anheben. Nun bieten ausgerechnet die sonst armeekritischen Jungsozialisten den Armee-Instruktoren ihre Unterstützung an.

Henry Habegger / az Aargauer Zeitung



Dass die Jungsozialisten (Juso) und ihre Chefin Tamara Funiciello (wird heute 28) den «Schweizer Soldat» lesen, gemäss Selbstdeklaration die «führende Militärzeitschrift der Schweiz», ist nicht unbedingt zu erwarten. Dass sich Funiciello nach der Lektüre dann auch noch mit den Militärs solidarisiert, noch weniger.

Aber genau so ist es. «Ich habe wirklich Mitleid mit diesen Leuten, das ist nicht okay und völlig ungerecht, so etwas macht man nicht mit Mitarbeitern», sagt die Juso-Chefin.

Bild

Es geht um den Artikel auf Seite 8 der neusten Ausgabe der Militärzeitschrift. Dort wird über die Resolution des «Verbands der Instruktoren», also der Berufsmilitärs berichtet. Es ist eine Resolution gegen die Pläne des Bundesrats unter Finanzminister Ueli Maurer (SVP), der das Rentenalter der Instruktoren von heute 60 auf 65 Jahre erhöhen will.

«Ich wusste zwar gar nicht, dass Armeeangehörige schon mit 60 in Rente gehen können», sagt die streitbare Jungsozialistin. «Das ist schon noch speziell. Aber dass das Rentenalter jetzt auf 65 erhöht werden soll, ist mega krass, das geht gar nicht.»

Die Bernerin will nicht tatenlos zusehen, wie der Bundesrat die Berufsmilitärs und andere Angestellte abstraft. Sie sagt: «Wir solidarisieren uns mit den Instruktoren der Armee und unterstützen sie in ihrem Arbeitskampf.» Die Frage, ob sie das ernst meine, bejaht die Juso-Chefin mit Nachdruck: «Wir unterstützen alle in ihrem Kampf gegen schlechtere Arbeitsbedingungen. Wir sind grundsätzlich gegen Rentenaltererhöhungen und dafür, dass die Arbeitszeit sinkt. Die steigende Produktivität muss auf alle verteilt werden, die darf nicht nur die Profite von Einzelnen erhöhen.»

ZUR UEBERSICHT DER AUSFUHR VON KRIEGSMATERIAL IM JAHR 2017, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 27. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das geladene Magazin eines Sturmgewehr 90 waehrend der Ausbildung von Swisscoy Soldaten, in der Naehe der Kaserne in Stans, aufgenommen am 5. Maerz 2014. Die SWISSCOY ist der Verband der Schweizer Armee im Kosovo. Er wird im Rahmen der friedensfoerdernden Militaermission KFOR der NATO im Kosovo mit einem Kontingent von maximal 220 Personen von der Schweiz zur Verfuegung gestellt und finanziert. Die Ausbildung dauert je nach Funktion bis zu 3 Monate. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Soldiers of the Swiss Army during a shooting exercise during their training to be Swisscoy soldiers, near the casern of Stans, Switzerland, March 5, 2014. The Swisscoy is an association of the Swiss Army in Kosovo. It is provided as part of the KFOR of NATO military mission to promote peace. The association contains a contingent of more than 220 people who are available and funded from Switzerland. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Sollen bis 65 statt bis 60 arbeiten: Berufsmilitär Bild: KEYSTONE

«Bei Demo sind wir dabei»

Die Juso wollen den Berufssoldaten tatkräftige Schützenhilfe leisten. «Wenn sie demonstrieren wollen, sind wir dabei. Auch bei einem allfälligen Streik können sie auf unsere tatkräftige Unterstützung zählen», so Funiciello. Handkehrum meint die Juso-Chefin: «Gerne nehme ich auch Unterstützung der Armee-Instruktoren entgegen, wenn es um den Kampf gegen das Frauenrentenalter 65 geht.»

Bahnt sich hier eine neuartige Allianz an? Fest steht, dass sich die Armee-Instruktoren vom Bundesrat im Stich gelassen fühlen. Ihr Rentenalter soll, wie auch das der Grenzwächter und gewisser Diplomatenkategorien, von 60 beziehungsweise 62 auf 65 Jahre angehoben werden. Alles Berufe, die grosser körperlicher und psychischer Belastung ausgesetzt sind. Dabei wurde das Rentenalter erst 2013 von 58 auf 60 erhöht, die Übergangsfrist läuft noch. Für das Personal sind die erneuten Erhöhungspläne ein Affront. «Beim militärischen Personal schwindet zunehmend das Vertrauen in die Abmachungen und Versprechungen des Arbeitgebers», steht in der Resolution der Instruktoren. Die «uneingeschränkte Einsatzbereitschaft und die hohe Loyalität des militärischen Personals» zum Bundesrat werde «aufs äusserste strapaziert.»

Umso mehr, als Finanzminister Maurer, der die Sparübung Mitte Jahr konkretisieren will, bis 2015 noch VBS-Chef war.

Der Bundesrat hatte bisher wenig Musikgehör. Die Gewerkschaften Garanto und Transfair luden die Landesregierung per Brief zu einer Nachttour des Zoll- und Grenzwachtpersonals ein, damit sie am eigenen Leib erfahre, «wie anstrengend diese Arbeit» sei. «Eine Antwort haben wir leider nie erhalten», sagt Garanto-Zentralsekretärin Heidi Rebsamen.

Briefaktion der Grenzwächter

Die Grenzwächter starteten darauf eine Briefaktion an Bundespräsident Alain Berset (SP), in der sie sich über die Auswirkungen der Rentenalter- erhöhung besorgt zeigten. 350 Briefe wurden verschickt. Darauf hat Maurer inzwischen reagiert, wenn auch unverbindlich. Er schrieb: «Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die geplante Revision die betroffenen Personen verunsichert. Er nimmt die vorgebrachten Anliegen und Bedenken ernst und wird diese in seine weiteren Erwägungen und Arbeiten einfliessen lassen».

Wie auch immer: Hält der Bundesrat an seinen Rentenplänen fest, steht ein heisser Sommer bevor. (aargauerzeitung.ch)

Juso-Provokationen stören SP-Vertreter zunehmend

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Warten auf Bond... James Bond

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Fehlstart für Homeoffice-RS: Daheim gebliebene Rekruten können sich nicht einloggen

Die Rekrutenschule im Homeoffice hat am Montag einen Fehlstart hingelegt. Die 40 Prozent der nicht in die Kasernen eingerückten angehenden Wehrleute konnten sich nicht ins System einloggen. Grund war ein technisches Problem.

Die Armee arbeitete an einer Lösung. Am früheren Nachmittag waren 1500 Rekrutinnen und Rekruten online, wie Armeesprecher Stefan Hofer der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Das System laufe, sei aber noch nicht 100-prozentig stabil. Weshalb sich die rund 5000 …

Artikel lesen
Link zum Artikel