Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Asylbewerber aus Eritrea vor der Zivilschutzanlage von Lumino am Mittwoch, 20. August. Etwa 50 Asylbewerber aus Eritrea sind seit Ende Juli 2014 in der Zivilschutzanlage von Lumino untergebracht.  (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

19 Minderjährige aus Eritrea müssen die Schweiz verlassen (Symbolbild). Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Schweiz weist Minderjährige nach Eritrea aus – dort droht ihnen möglicherweise Haft

Das Staatssekretariat für Migration hat in den letzten drei Monaten aufgrund einer Praxisänderung mindestens 19 unbegleitete Minderjährige nach Eritrea ausgewiesen. Daneben stellte es gegen rund 50 volljährige Eritreer Wegweisungsverfügungen aus.



Das geht aus einer Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei rund einem Dutzend privater und staatlicher Stellen hervor, welche die Rechte von Asylsuchenden aus Eritrea vertreten.

Praktisch alle Rechtsvertreter der Betroffenen, die als Fluchtgrund illegale Ausreisen aus Eritrea angegeben hatten, haben beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen die Wegweisungsverfügungen eingereicht.

Alles in allem sind rund siebzig Einsprachen eingegangen. Die Abschiebungen von unbegleiteten Minderjährigen sind aus verschiedenen Gründen brisant, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Zum Ersten darf die Schweiz derartige Wegweisungen nur unter ganz bestimmten Bedingungen verfügen. Das schreibt die Kinderrechtskonvention der UNO vor, welche die Schweiz 1997 ratifiziert hat und die seither auch hier geltendes Recht ist.

Zweitens, und das gilt sowohl für Minderjährige als auch für Volljährige: Es ist nicht ausgeschlossen, dass den Weggewiesenen in Eritrea Haft droht und dass es in dieser Haft zu Menschenrechtsverletzungen kommt.

Und zum Dritten verlangen Bund und Kantone, das die weggewiesenen Eritreer für die Rückkehr mit ihrem Heimatstaat kooperieren – also ausgerechnet mit demjenigen Staat, vor dem sie geflüchtet sind. Konkret legen die Schweizer Behörden den Betroffenen nahe, die sogenannte Zwei-Prozent-Steuer zu bezahlen, die Eritrea bei Landsleuten im Ausland erhebt. Die Steuer ist rechtlich heftig umstritten. (jk/nordwestschweiz)

Alles zu Eritrea

Zahl der Eritreer an der Südgrenze explodiert – die Schweiz wird zum Transitland

Link zum Artikel

Idris ist mit 20 Jahren aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Wie? Frag besser nicht!

Link zum Artikel

«Wann werden Sie hier Frauen vergewaltigen?» – Wir haben einem Flüchtling mal alle pauschalen Stammtischfragen gestellt

Link zum Artikel

Ist Eritrea die Hölle auf Erden oder besser als sein Ruf? Annäherung an ein unbekanntes Land

Link zum Artikel

Sommaruga: «Es ist undenkbar, dass die Schweiz Menschen nach Eritrea zurückschickt»

Link zum Artikel

Sonderbotschafter Eduard Gnesa: Ein Migrationsdialog mit Eritrea ist nicht mehr möglich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Rekordzahl von mehr als 2200 Migranten erreicht die Kanaren

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantik vor Westafrika sind von Samstag bis Montagmorgen 2206 Migranten in insgesamt 58 offenen Holzbooten angekommen.

So viele Menschen aus afrikanischen Ländern wurden zuletzt während der Flüchtlingskrise 2006 registriert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Zu den Kanaren gehören die auch bei Touristen beliebten Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie sechs weitere …

Artikel lesen
Link zum Artikel