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Kein Gemüse im Veggie-Burger? Diese Zutaten verstecken sich in Fleisch-Alternativen



A conventional beef burger, left, is seen Friday, Jan. 11, 2019, next to

Bild: AP/AP

Volles Aroma bei null Fleisch: Das wünscht sich jeder heimliche Fleischliebhaber von seinem Veggie-Burger. Wer mit der grünen Seite der Macht flirtet, wünscht sich von seiner fleischlosen Alternative nicht nur, dass sie toll schmeckt und nachhaltiger ist als Ressourcen verschwendende Produkte aus Rind, Schwein oder Geflügel. Sondern, dass sie auch noch besonders gesund ist. Quasi: Schmeckt wie Burger, ist aber Brokkoli.

Automatisch gehen wir also davon aus, Fleischersatzprodukte müssten gesünder sein als deren fleischliches Ebenbild. Ob das so stimmt – das testet der deutsche Sterne-Koch Nelson Müller bei «ZDFzeit» im grossen Burger-Check. Mit dabei ist auch der Produktentwickler Sebastian Lege, der Veggie-Produkte aus dem Supermarkt unter die Lupe nimmt.

Im Supermarkt gibt es immer mehr Veggie-Produkte

Nicht nur auf der Menü-Karte im Café oder Restaurant tauchen vegetarische oder vegane Burger immer häufiger auf. Auch in den Supermärkten füllen sie zunehmen die Regale – und genau dort lauert Müller den Kunden mit einem Versuch auf: In einer Edeka-Filiale testet er, wie gut sich die Einkaufenden mit der Zutatenliste von klassischen Burgern und fleischlosen Alternativen auskennen. Dazu sollen die Kunden erraten, wie viele Zutaten in einem günstigen Rindfleisch-Burger der Eigenmarke von Edeka stecken und wie viele in den vegetarischen Versionen von Beyond Meat und Garden Gourmet.

Im Schnitt schätzen die Kunden, dass in Beyond Meat und Garden Gourmet lediglich sechs beziehungsweise acht Zutaten stecken. Dabei sind es bei Ersterem mehr als dreimal so viele mit 21. Garden Gourmet enthält immerhin doppelt so viele Inhaltsstoffe.

Der Rindfleischburger wurde auf 18 Zutaten geschätzt. Dabei enthalten die Edeka-Pattys lediglich: Salz, Pfeffer, Rindfleisch. Das Original punktet also durch eine deutlich kürzere Liste von Inhaltsstoffen.

Von wegen natürlich: Im Fertig-Veggie-Burger stecken oft mehr Zutaten

An sich kein Wunder. Das legt zumindest Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin e.V. nahe. Sie sagt in dem ZDF-Beitrag:

«Diese Produkte sind hoch verarbeitet. Man kann jetzt nicht davon ausgehen, dass ich ein tolles, naturbelassenes Produkt kaufe. Denn um so eine Fleischkonsistenz herzustellen, brauche ich viel Technologie und viel Know-how.»

Bild

Nelson Müller. Bild: Screenshot ZDF

Wenn die Veggie-Burger allerdings aus so einer langen Zutatenliste bestehen – dann doch wahrscheinlich nur, weil so viel verschiedenes Gemüse drin ist, oder? Leider heisst es auch hier: Fehlanzeige. Das beweist Produktentwickler Lege bei näherem Hinsehen von Beyond Meat und Garden Gourmet:

«Man denkt, man läuft in den Garten Eden und bekommt aus pflanzlichen Produkten das Original, was man kennt, was kräftig nach Rindfleisch schmeckt. Aber die Romantik ist schnell vorbei, wenn man auf die Rückseite schaut.»

Denn dort tummeln sich lauter kuriose Begriffe wie Erbsenprotein, Sojatexturat oder Methylcellulose, ein pflanzlicher Wirkstoff, der synthetisch behandelt wird und den Fake-Burger-Brei überhaupt erst zusammenhält. Diese Zutat, auch bekannt als E461, steckt in vielen fleischlosen Alternativen aus dem Supermarkt – und übrigens auch in Tapetenkleister. E461 ist in kleinen Mengen unbedenklich, heisst es in «ZDFzeit». Ob man sowas mitessen mag, ist allerdings die andere Frage.

Vegetarische Alternativen lieber selber machen

Fleischersatzprodukte sind also nicht unbedingt gesünder als Fleisch – zumindest die fertigen aus dem Supermarkt nicht. Natürlich aber könnt ihr eure Veggie-Pattys auch einfach selbst zubereiten: Nelson Müller schlägt vor, als Basis gebratene Pilze, Kichererbsen und Tomatenmark zu verwenden, zu vermischen und durch den Fleischwolf zu drehen.

FILE - This Friday, May 3, 2019 file photo shows an Original Impossible Burger, left, and a Cali Burger, from Umami Burger, in New York. A new era of meat alternatives is here, with Beyond Meat becoming the first vegan meat company to go public and Impossible Burger popping up on menus around the country. Several new vegetarian products are competing to win over meat lovers, but two California companies _ Impossible Foods and Beyond Meat _ are grabbing attention for patties that are red before they’re cooked, making them resemble raw beef. (AP Photo/Richard Drew)

Bild: AP

Ein weiterer Tipp aus der watson-Redaktion ist: Kidneybohnen oder weich gekochte Linsen sowie Haferflocken gut würzen, pürieren und zu Pattys formen. Auch klein gehacktes Gemüse könnt ihr den Veggie-Burgern beimengen.

Fleischlos und gesund geht also doch, wenn auch mit ein bisschen mehr Aufwand als der fertigen Variante aus dem Supermarkt.

(ak)

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