Leben
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IMAGE DISTRIBUTED FOR APLE MUSIC FESTIVAL 10 - Singer Britney Spears performs as part of the Apple music festival in London Tuesday, September 27, 2016. (Photo by Joel Ryan/Apple Music Festival 10/AP Images)

Britney Spears auf der Bühne. Hier ist sie die Chefin. Sonst nicht. Bild: AP/AP

#FreeBritney schafft es jetzt ins Weisse Haus. Hilft das Britney Spears?

Fans haben in Erinnerung gerufen, dass die Sängerin seit 12 Jahren entmündigt ist. Obwohl sie wie verrückt arbeitet. Oder arbeiten muss.



Seit 2008 ist Britney Spears, die Frau, die mit «Toxic» den Begriff der toxischen Weiblichkeit ins Positive ummünzte, entmündigt. Weil sie 2007 im Blitzlicht Dutzender Paparazzi einen Zusammenbruch hatte. Einen «Meltdown», wie die Amerikaner das nennen. Weil sie da ihren Kopf rasierte, mit einem Regenschirm Paparazzi attackierte und – wenn das nicht Wahnsinn war – mit einem britischen Akzent sprach. Weil da ihre Zurechnungsfähigkeit für einen Moment in sich zusammenschmolz und sie für eine Weile in eine Klinik ging. Und kurz danach in eine weitere. Wie gefühlt jeder zweite Promi.

Normalerweise verlassen Promis ihre Rehabs und andern Besserungsanstalten (bis zum nächsten Mal) geläutert und geheilt, bei Britney Spears war das anders. Die damals 26-Jährige wurde glattweg für unzurechnungsfähig erklärt, woran sich bis heute nichts geändert hat. Seit 2008 darf ihr Vater Jamie wieder über sie entscheiden. Als wäre sie ein Kind. Zuerst gemeinsam mit Britneys Anwalt, der am Wohl seiner Mandantin auch nicht allzu interessiert zu sein schien, seit 2019 alleine. Über ihr Geld und ihre Bewegungsfreiheit. Aber vor allem über ihr Geld, das sich noch immer stetig vermehrt.

Denn obwohl Britney Spears als psychisch allzu angeschlagen gilt, um selbst die Verantwortung über ihr Leben zu übernehmen, war sie seit 2008 schon dreimal auf Welttournee. Absolvierte erschöpfende Auftritte, veröffentlichte erfolgreich Songs, machte Stunts, alles gewohnt professionell und souverän. Daneben sitzt sie seit über zehn Jahren in einer Art Hausarrest. Ihr Vater entscheidet laut offiziellen Gerichtsunterlagen darüber, wann sie wozu das Haus verlässt und wen sie dort empfängt.

Eine andere Sache ist das Sorgerecht für die beiden Söhne von Britney und Ex-Gatte Kevin Federline: Da hat Federline eine Kontaktsperre gegen Grossvater Jamie erwirkt, weil dieser gegen einen der Söhne handgreiflich geworden sein soll. Es liegt auf allen Seiten vieles im Argen.

Die Sache mit der toxischen Weiblichkeit

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Video: YouTube/BritneySpearsVEVO

Jetzt haben 100'000 Fans eine Petition unterzeichnet, die dem Weissen Haus vorgelegt wird. Darin heisst es: «Mit dieser Vormundschaft ist sie nicht in der Lage, angemessen für ihre Freiheit zu kämpfen, da es ihr gesetzlich nicht erlaubt ist, ihren eigenen Anwalt zu engagieren. Wir brauchen diese Petition, damit Britney ihren eigenen Anwalt engagieren und als 38-jährige Frau mit zwei Kindern ein normales Leben führen kann. Sie hat über die Jahre versucht zu kämpfen, Versuche wurden eingestellt. Bitte prüfen Sie diesen Fall. Jeder Amerikaner verdient Bürgerrechte.»

Bild

Seit einem Jahrzehnt geistert bereits der Hashtag #FreeBritney durchs Netz, jetzt boomt er, Corona ist dafür verantwortlich. Denn unter der verschärften Quarantäne-Situation postete Britney, die uns ja schon mit ihrer Malerei auf Instagram prima unterhalten hatte, ein paar Videos und Bilder, die von ihren Fans als doppelte Hilferufe interpretiert wurden. Erstens als Zeugnisse dafür, dass es ihr in der «Gefangenschaft» psychisch nicht gut gehe, zweitens als versteckte Botschaften.

Ein Fan postete, Britney solle Gelb tragen, wenn sie Hilfe bräuchte. Und was tat Britney (die auch schon Gelb getragen hatte)? Sie trug Gelb!!!

Eine Userin twitterte, sie solle Tauben posten, wenn ihr nach Freiheit zu Mute sei. Und Britney (die nicht auf Twitter ist) postete auf Instagram ein Kitschbild mit zwei Frauen und fünf Tauben! Wo sie doch sonst Rosen, Kätzchen, Bienen und Schmetterlinge postet! Zufall oder Messages aus dem Kerker?

Fest steht jedenfalls, dass sich bald alle am Fall Britney Beteiligten vor Gericht treffen und dass es da einiges zu besprechen geben wird, nämlich am 22. August. Bis dahin ist die Anhörung, die früher in diesem Jahr angesetzt gewesen wäre, coronabedingt verschoben worden. Und es bleibt dringend zu hoffen, dass sich die Situation der 38-Jährigen dann ändert und dass sie endlich wieder in eine Normalität zurückkehren darf, die auch ausserhalb der Bühne stattfindet.

(sme)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 23.07.2020 07:57
    Highlight Highlight Ist schon witzig, wie die Kinder den Vater nicht mehr besuchen dürfen, weil er sie tätlich angriff, er aber trotzdem noch Vormund sein kann.

    Vielleicht wäre für ihn Therapie angebracht und man sollte die Tochter aus seinen Fängen befreien.
  • Balikc 22.07.2020 22:32
    Highlight Highlight Tja, wenn sie keinen Anwalt engagieren darf, sollte sie sich vielleicht wieder auf die Macht versteckter Rückwärtsbotschaften besinnen...

    Aber doch noch im Ernst: Warum kriegt so jemand keine professionelle Beistandschaft? Gibts sowas überhaupt in den USA? Kennt sich da jemand aus?

    Find das grundsätzlich heikel innerhalb der Familie, insbesondere wenns um grosse Vermögen geht.
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  • thelastpanda 22.07.2020 09:56
    Highlight Highlight Wow. Die USA ist so freiheitlich, dass es einer Person gesetzlich nicht erlaubt ist, einen Anwalt zu engagieren und sich gegen ein Urteil zu wehren? Britney wird ja nicht die einzige sein, die davon betroffen ist. Werden noch tausende anderer Menschen sein, die so klein und stumm gehalten werden. Aber hey: USA! USA! USA!
  • Yupidu 22.07.2020 08:26
    Highlight Highlight Und von der eigenen Familie.... stimmt, Geld hat nie gestunken
  • Mijasma 21.07.2020 15:27
    Highlight Highlight USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

    USA das Land der Freiheit?

    USA das Land der grossen Illusionen!
    • Gatekeeper 21.07.2020 20:46
      Highlight Highlight Das Land der grossen Lügen!

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