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Kommentar

Design-Fail bei BMW, Alfa und Co. – wohin mit dem Nummernschild?



Ursprünglich sollte dies ein Kommentar zum Design des neuen 4er-BMW werden, denn SHITMONN, WIE SIEHT DAS DENN AUS???

bmw 4 serie 2021 auto design nummernschild https://www.press.bmwgroup.com/global

*Darth-Vader-Atmen* ... Bild: bmw

Dass der Hitlerschnauz Doppelniere-Kühlergrill weiterhin ein fixes Designelement von BMW ist, ist verständlich. Schliesslich möchte man nicht auf ein Markenzeichen verzichten, das seit 1933 zum Brand gehört und ein Erkennungsmerkmal ist. Logisch. Bloss ... uff. Nochmals: Wie sieht das denn aus?

Aber dann fällt noch eine spezifische Absurdität am neusten BMW-Design auf: die Platzierung des Nummernschilds.

bmw 4 serie 2021 auto design nummernschild https://www.press.bmwgroup.com/global

Hand vors Maul! Bild: bmw

Ob man nun den neuen Look hässlich oder schön findet – Fakt ist, dass das Autokennzeichen dem Design einen Strich durch die Rechnung macht.

Bei der Pressepräsentation des Konzeptautos anno 2019 montierten die Bayern ein Plexiglas-Ding vorne. Was Betrug ist. So tun, als gäbe es Nummernschilder nicht.

The BMW Concept 4 Coupe on display at the International Motor Show (IAA) in Frankfurt, Germany, 13 September 2019. The 2019 International Motor Show Germany IAA 2019, which this year promotes itself under the motto 'Driving tomorrow', takes place in Frankfurt am Main from 12 to 22 September 2019. The IAA 2019 will also feature numerous world premieres, and has a special focus on electric mobility and digitization.

The Killer Bunny of Caerbannog ist auch so hässlich. Bild: shutterstock

Und unlängst schon wieder, bei der Präsentation des elektrischen Concept i4:

bmw i4 concept EV eleiktroauto

Und weshalb zum Geier braucht's bei einem EV eigentlich einen Kühlergrill?? Okay, okay – anderes Thema, ich weiss ... Bild: bmw

Womit man nach kurzer Überlegung feststellt: Stimmt! Es gibt ja jenste Autos, die scheinbar in der irrigen Annahme entworfen wurden, dass frontmontierte Kennzeichenschilder schlicht nicht existieren. Eine kurze Web-Recherche ergibt, dass das Webzine Jalopnik bereits das Thema dokumentierte – mit diesem handlichen Gif dazu:

Animiertes GIF GIF abspielen

Gute Frage. gif: jalopnik

Richtig. Der hier gezeigte Alfa Romeo Giulia ist auch so ein Kandidat. Ein gelungenes Design ... das man mit einem Blech-Rechteck verunstalten darf. Die eleganteste Lösung – und die, welche am häufigsten praktiziert wird – ist: vorne links, am unteren Spoiler.

alfa romeo giulia nummerschildplatzierung kalifornien USA auto design https://www.giuliaforums.com/threads/placement-of-license-plate.31953/

Okay. Ginge bei uns vielleicht auch. Bild: giuliaforums.com

Dabei haben wir in der Schweiz das Glück, dass Frontschilder kleiner dimensioniert sind als in den meisten Ländern. EU-Nummernschilder? Na ja:

alfa romeo giulia quadrifoglio https://www.fcagroup.com/en-US/brands/pages/alfa_romeo.aspx

Sieht aus, als hätte man die Preisschilder dran gelassen. Bild: fca

Aber das Problem gibt es schon länger. Gewisse Autodesigner weigerten sich schlicht, Frontschilder anzuerkennen. Das kunstvolle Design durch weltliches Gefrickel kompromittieren? Niemals! Fallbeispiel:

Jaguar E-Type. Laut Enzo Ferrari «das schönste Auto der Welt» ... und dann muss man ein rechteckiges Stück Blech vorne drauf klatschen? In Grossbritannien löst man diesen Fall mit einem Kleber auf der Motorhaube wie im obenstehenden Bild. Ob das nun besser oder schlechter als ein Schild ist, bleibe dahingestellt. Und in der Schweiz geht das wohl nicht, da hierzulande dahingehend sowieso so ziemlich alles verboten ist.

Für Design-Puristen gibt es aber Lösungen. Da wäre etwa dieses ebenso lustige wie fragwürdige Gadget:

Oder man könnte gleich von Anfang an das Kennzeichenschild in das Design integrieren, hä? So etwa wie beim 1966er Chevrolet Impala:

1966 chevrolet impala super sport auto retro design motor usa

Bild: shutterstock

Oder – ganz elegant – wie beim Citroën SM aus dem Jahr 1970:

citroen maserati sm 1970 - 1975 auto design retro frankreich paris 1970s

Bild: shutterstock

Autohersteller müssten sich einfach damit abfinden und akzeptieren, dass Nummernschilder nun mal existieren, und diese gleich von Anfang an ins Design integrieren und nicht mit Plexiglas-Platten oder Ähnlichem herumalbern.

Gerade heute mit der fortschreitenden Elektrisierung sollte dies mehr denn je möglich sein, da Kühlergrills hinfällig sind. Wenn Designer schon mit der Flut von technischen Vorgaben wie Scheinwerfer-Höhe oder fussgängerkompatiblen Knautschzonen fertig werden können und dabei trotzdem gutaussehende Autos entwerfen können, sollte die Banalität eines Nummernschilds überwindbar sein.

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