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Ihr Grosi sollte exekutiert werden, lief den Nazis davon – und wird zur Heldin der Emmys



Alex Borstein gewinnt einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einer komischen Serie und braucht erst mal einen Schnaps. Und dann geht «Susie Myerson», die toughe Managerin der Stand-up-Comedienne Mrs. Maisel aus «The Marvelous Mrs. Maisel», auf die Bühne und hält eine Rede, die alle umwirft.

Dazu muss man wissen: Alex Borstein ist Jüdin, ihr Vater ist Amerikaner, ihre Mutter jedoch eine ungarische Holocaust-Überlebende, deren Mutter wiederum ebenfalls eine Holocaust-Überlebende ist. Ganz knapp allerdings. Denn die Grossmutter stand bereits am Rand eines ausgehobenen Massengrabs und sollte exekutiert werden, als sich die Szene abspielte, die Borstein jetzt der Emmy-Gemeinde erzählt:

«Meine Grossmutter wandte sich an einen Soldaten – sie stand in einer Reihe und wartetet darauf, in eine Grube geschossen zu werden – und sie sagte: ‹Was geschieht, wenn ich aus der Reihe trete?› Er sagte: ‹Ich habe nicht das Herz, Sie zu erschiessen, aber irgendwer wird es tun.› Und sie trat aus der Reihe. Deshalb bin ich hier, deshalb sind meine Kinder hier. Also, tretet aus der Reihe, Ladys, tretet aus der Reihe!»

Reese Witherspoon gratuliert

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Starke, mutige Frauen, sagt Borstein, seien keine Entwicklung der letzten Jahre, die Frauen habe es immer schon gegeben, ihre Grossmutter sei der Beweis.

Bevor Borstein das Publikum mit der dramatischen Episode aus der Vergangenheit ihrer Familie erschütterte und damit auf Twitter sofort den Hashtag #StepOutOfLine auslöste, brachte sie alle mit einer Unterwäsche-Anekdote zum Lachen:

«Viele Leute waren letztes Jahr (da gewann sie bereits einen Emmy für die gleiche Rolle) entsetzt, weil ich keinen BH trug, deshalb will ich mich entschuldigen. Heute Abend trage ich gar keine Unterwäsche. Sie werden also meinen Stuhl wegschmeissen oder sehr gut reinigen wollen ...»

Als ob!

(sme)

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