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12.04.2018, Berlin: Kollegah (r) und Farid Bang erhalten den Echo Hip-Hop/Urban National bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Die Rapper halten eine Karrikatur von Sänger Campino mit Heiligenschein hoch, welches sie versteigern wollen. (KEYSTONE/dpa/Joerg Carstensen)

Kollegah nimmt bei der Echo-Verleihung Toten-Hosen-Sänger Campino auf die Schippe. Bild: dpa

6 perfide Stilmittel, mit denen das Sprach-Genie Kollegah sich gerade wehrt

Toni lukic / watson.de



Der Erfolg Kollegahs lag schon immer in der Kombination von Gegensätzen: Härteste Mutterfickerzeilen treffen auf eloquente Wie-Vergleiche. «Der stabile Deutsche», der im von Ausländern dominierten Gangstarap blonden Teenagern Selbstbewusstsein eintrichtert. Gläubiger Muslim mit Zuhälter-Texten. Dann ist Felix Blume, so sein bürgerlicher Name, immer noch eingeschriebener Jura-Student. Er sei scheinfrei, ihm fehle aber noch aus Zeitgründen das Staatsexamen.

Das will alles nicht so recht zusammenpassen, funktioniert aber doch, weil Kollegah eben einzigartig und nicht kopierbar ist. Dazu hat sich kein Rapper bisher so sehr professionalisiert und durch das Bespielen seiner eigenen Kanäle eine blinde Gefolgschaft antrainiert. Was man allerdings auch nur schwer kopieren kann, ist der schlechte Geschmack Kollegahs.

Das beginnt mit seiner am Versace-Reissbrett zusammengeklaubten «Deus Maximus»-Klamottenlinie und geht weiter bei der fehlenden Musikalität. Wie-Vergleiche und Streicher-Synthis auf düsteren Basslines und das Pushen des Rapper-Rohrkrepierers Seyed wurden immer mehr von einem breiten Publikum abgestraft.

Was bleibt, sind der Boss und seine treuen Fans, die sich gegenseitig als eine Art royale Bewegung der wahren Erkenntnis selbst befruchten. Selbstbestimmung, Intelligenz, Körperkult, die wahre Erkenntnis, das sind die Themen im Boss-Universum. Bedenklich wird es aber in seinem Video zu «Apokalypse». Dort inszeniert er sich als Retter des Guten, der den Stellvertreter des Bösen besiegen muss. Der trägt im Video einen Davidstern als Ring. 

Den vorläufigen Höhepunkt um die Antisemitismus-Vorwürfe gab es beim Echo. Es wurde diskutiert, ob er und sein Spezi für die Line «Mein Körper definierter als Ausschwitz-Insassen» für den Echo nominiert werden könnten. Eine Ethik-Kommission des Echos entschied, dass die beiden nicht ausgeschlossen werden sollten. Campino, der Glückskeks-Beauftragte des deutschen Gewissens, kritisierte die beiden auf der Bühne. 

Man kann ihm einiges vorwerfen, doch Kollegah ist ein sprachliches Genie, das ganz genau weiss, wie er sich mit Worten und Argumenten verteidigen muss. Das Jura-Studium war also nicht umsonst.

Mit diesen 6 rhetorischen Techniken verteidigt sich Kollegah:

1. Erst mal ausweichen:

«Wir sind hier in erster Linie um einen guten Abend zu haben und zu feiern und jeder, der das Thema mit uns besprechen möchte, dem das wirklich am Herzen liegt, der soll uns doch bitte auf der After-Party ansprechen und jetzt haben wir erst mal einen schönen Abend mit ner guten Show.»

Kollegahs direkte Reaktion auf Campinos Rede

Wenn man verbal angegriffen wird und seine Verteidigungsstrategie noch nicht festgemacht hat, ist es ratsam, erst mal auszuweichen. Kollegah signalisiert hier, dass er Antworten auf das Thema hat, aber eben später auf der After-Party. Das wirkt höflich und kompetent zugleich. Dass er sich trotzdem unwohl fühlt, hört man nur an seiner brüchigen Stimme.

2. Dem Absender schlechtes Benehmen attestieren:

«Ich habe auch noch ein kleines Schulreferat vorbereitet und wollte noch etwas zu dieser ganzen Debatte sagen. Nachdem der Ethik-Ausschuss darüber entschieden hat und wir uns so oft dazu geäussert hat, sich dann noch als Künstler, der aus derselben Stadt kommt wie wir, als moralische Instanz hier aufzuspielen und das Thema nochmal so aufzumachen und uns an den Pranger zu stellen, ist relativ stillos und gebührt eigentlich einem Musiker wie Campino nicht. Aber: Als Zeichen des Friedens habe ich die Zeit genutzt und ein schönes Porträt gezeichnet, das ich zu einem guten Zweck versteigern werde.»

Kollegahs Reaktion bei der Annahme des Echos auf Campinos Rede

Dass Kollegah eine Karikatur von Campino zeichnete und mit den Zetteln das nervöse Zittern von jenem nachmachte, verleiht ihm Stärke und suggeriert, dass Kollegah über Campino stehe. Inhaltlich spricht er Campino Kompetenz und Manieren ab, schliesslich ist eine Ethik-Komission (also Experten) zum Schluss gekommen, dass er unschuldig sei. 

3. Wenn nichts mehr geht, abstreiten

Als «Bild» und RTL Antisemitismus bei Kollegah zum Thema machten, postete er eine «Ansage» mit zusammen geschnittenem «Bild»-Material.

Bei Minute 1:17 zeigt er eine Karikatur, die Juden mit Hakennasen darstellt, die mehrere Gesellschaftsbereiche der Welt kontrollieren. Mittlerweile hat er diese Passage unkenntlich gemacht und erklärt, dass er nichts von der Grafik wusste. Dabei ist das Video aus seinem eigenen Kanal hochgeladen worden.

«Das Video [...], das eine missverständliche Grafik enthält, ist ohne meine Kenntnis erstellt worden. Von der Karikatur distanziere ich mich. Ich bin kein Rassist.»

Stellungnahme zur Karikatur in seinem Ansage-Video

Bild

screenshot: youtube/alpha music empire

4. Verschroben historisch argumentieren

«Das Pentagramm und Hexagramm sind magische Symbole, die weit über die Anfänge des Judentums zurückdatieren.»

Als die Autorin einer WDR-Doku zu Antisemitismus im Rap ihn mit dem Davidstern in dem Apokalypse-Video konfrontiert, antwortet Kollegah in einer Instagram-Story mit einem historischen Argument, dass der Davidstern (Hexagramm) ein historisches Symbol sei, das es schon vor dem Judentum gegeben habe.

Aber: Es ist egal, wann etwas erfunden wurde. Wichtig ist, womit es assoziiert wird. Und das Hexagramm wird in Kollegahs Video klar mit dem Davidstern verbunden. 

Das Hakenkreuz haben zum Beispiel nicht die Nazis erfunden. Trotzdem ist es nicht in Ordnung, es auf Wände zu schmieren und zu argumentieren, dass es schon vor tausenden Jahren ein hinduistisches Glückssymbol war. Weil es eben immer mit Nazitum assoziiert wird. 

5. Angreifern die Kompetenz absprechen

Kollegah hat sich auch Journalisten, insbesondere die von «Bild» und RTL, als Feindbild ausgesucht und möchte ihnen erklären, wie sie ihren Job zu machen haben. Als «Bild» die Geschichte um antisemitische Zeilen aufrollte, bot Kollegah gleichzeitig jedem Journalisten 25'000 Euro an, um «objektiv» über «Pizzagate» berichten. Dieser Verschwörungstheorie nach hat Hillary Clinton mit einem Kinderpornoring zusammengearbeitet. Die Geschichte wurde recht schnell als falsch aufgedeckt. Das war Kollegah anscheinend egal.

6. Er inszeniert sich als der Retter des Guten

Um zu zeigen, dass er nichts gegen Juden hat, lud er alle Juden kostenlos zu seinen Konzerten ein. Daraufhin fragten Twitter-Nutzer, ob sich die Juden an der Konzert-Kasse mit einem Davidstern zu erkennen geben müssten. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • alphakellerbanger 18.04.2018 13:27
    Highlight Highlight Wieso wird wenn es um Musik geht immer so subjektiv Berichtet ?
    Es wird immer igroniert das das Video aus Sprachnachrichten vom youtuber "mois" geschnitten wurde und auch au kollegah's Kanal hochgeladen wurde da Kollegah zu diesem Zeitpunkt im auto war. Kollegah hat auch gesagt dass das Video von Mois geschnitten wurde. Wird das nie berichtet da man Angst hat das Mois dadurch grösser wird oder was geht hier ab?
  • Jol Bear 16.04.2018 23:33
    Highlight Highlight Zu Pkt. 4 "verschroben historisch argumentieren" am Bsp. Davidstern und Hakenkreuz: wer sich darüber empört, ist dem Provokateur eben auf den Leim gekrochen, spielt genau jene Rolle, welche die Provokation beabsichtigt. Der Provokateur kann sich mit der andern Bedeutung der Symbole herausreden und die Reagierenden sind schockiert, Zweck erfüllt.
  • Frank8610 16.04.2018 21:28
    Highlight Highlight Dass in einem Medienportal wie Watson, das eigentlich ein eher jüngeres und moderneres Publikum hat, genau die gleiche Schiene gefahren wird wie bei der Bild, gibt mir zu denken.

    Die Line von Kollegah ist sicherlich nicht von gutem Geschmack, aber antisemitisch?

    Provokation ist der Hauptbestandteil vom Punchline Rap. Und Watson (Publikum und Redaktion) zeigt sich hier ggü diesem Musikgenre ignorant.

    Und Campinos Aktion war feige. Anstatt die Kunstfreiheit eines Musikerkollegen zu verteidigen hat er sich auf die Seite der Starken (Mainstreammedien) gestellt und den Moralapostel gespielt.

    • ujay 17.04.2018 05:00
      Highlight Highlight @Frank. Ich bin gegenüber jeglichen Musikern, egal welcher Stilrichtung, völliger lgnorant, wenn sie solche gequirlte Scheisse von sich geben und dann auch noch Kunstfreiheit einfordern. Bin kein Hosen Fan, aber eines muss ich sagen: Dass nur Campino sich diesem Thema gestellt hat, während der Rest der Publikums sich in Selbstzufriedenheit suhlte, dafür hat er allen Respekt verdient. Kollegah mit seinem Gejammer zeigt nur, dass er im Vergleich zu den Hosen in der 3. Liga spielt und rhetorisch noch in einer viel tieferen.
  • Chäääs 16.04.2018 20:16
    Highlight Highlight Das Video wurde vom Youtuber Mois geschnitten und hochgeladen. Kollegah hat es danach auch auf seinem Kanal hochgeladen um dem Video mehr Aufmerksamkeit zu ermöglichen.
    • alphakellerbanger 18.04.2018 13:38
      Highlight Highlight Wenigstens in den Kommentaren ein wenig Kompetenz.
      Das Video wurde von mois auf ALPHA MUSIC EMPIRE hochgeladen
      Play Icon

  • Zap Brannigan 16.04.2018 19:40
    Highlight Highlight Nun ja, in Gangstakreisen mag man seine Texte eloquent finden. Das Denken auch viele SVPler über Köppels Wadenbeissereien. Unter den Blinden ist der einäugige König.
    Aber eines kann er perfekt: Auf der Klaviatur der öffentlichen Empörung spielen. Und in Deutschland eignet sich dafür natürlich kein Thema so gut wie Antisemitismus. Ganz nach dem Motto: Die einzige schlechte PR ist keine PR. Und wie man sieht, funktioniert das sehr gut. Würde er sich auf das übliche "Meine Bitches, meine Karren, meine Knarren" beschränken, würde ihn ausserhalb der Szene keine Sau kennen.
  • purzelifyable 16.04.2018 18:07
    Highlight Highlight Stilmittel?! Dazu müsste man erst mal sowas wie Stil haben.
  • Bronko 16.04.2018 18:04
    Highlight Highlight Das ist ja nur 'böser Buben Rap'. Auch die heutigen Kids brauchen ein Ventil, um bei Lehrer/Eltern anzuecken, bzw. sich abzugrenzen und Identität zu finden.
    In älteren Jugendkulturen erfüllte diese Rolle bereits der gefährliche Jazz, die pöhse Rockmusik o. der destruktive Punk. Ende 80er hörten wir in der Jugendzeit die rebellischen N.W.A. (Fuck Tha Police), wohl auch um damit die Mamis ein bisschen zu schocken. Dass es sich hier um erwachsene Typen handelt, welche äusserst geschmacklos fleissig unsere Kids abzocken, spricht aber nicht gerade für künstlerische Reife oder besondere Leistung.
  • boi 16.04.2018 18:01
    Highlight Highlight ich möchte mal noch darauf hinweisen, dass er nicht ALS sondern 1/"EINS" Zeichen des Friedens sagt. Warum keine Zeitung da richtig hinhören kann ist mir schleierhaft. Ich bin der Meinung dass das ein wichtiger Unterschied ist, da er mit dem Gebrauch von eigentlich unangebrachter Jugendsprache Campino zusätzlich verhöhnt.
  • petrolleis 16.04.2018 16:55
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • Nick Tamer 16.04.2018 16:46
    Highlight Highlight Mann Watson, jetzt enttäuscht ihr mich aber. Ob die Auschwitz-Line (übrigens von Farid Bang, nicht von Kollegah) geschmackvoll war, lässt sich darüber streiten. Aber antisemitisch ist sie nicht. Und Kollegah ist bestimmt auch kein Antisemit.
    Battlerap ist seit Jahren hält sich seit Jahren nicht an political correctness. Sogar der Held der jungen Schweizer Linken, Tommy Vercetti, sagt „Hueresohn“ und Bitch. Nennt ihn doch deswegen einen Frauenfeind.
    Das Problem ist, dass die Plattform der Battlerapper immer grösser wird und so szenefremde Nichtversteher das mitkriegen...
    • Mutzli 16.04.2018 17:54
      Highlight Highlight "Antisemitisch ist sie nicht"-> Verhöhnt Opfer eines Genozids, zwecks Gegenwehr werden mal schwupps braunste jüdische Karikaturen von der Alt-Right eingeblendet.

      "Ist bestimmt kein Antisemit"-> Produziert Videos mit Schattenhaften Gestalten, welche die Welt mittels Finanzen kontrollieren und nur ganz zufällig Davidssterne tragen.

      Ja nee, is klar. Ist sicher nur ein armes Opfer einer Verkettung von unglücklichen Zuständen der arme Kleine. Wenn man austeilt, sollte man gefälligst auch Rückgrat beweisen und einstecken können.
    • peeti 16.04.2018 18:04
      Highlight Highlight Nana, aber die Vernichtung des Judentums in seinem Lied "Apokalypse" verbreitet ganz klare antisemitische Zeichen. Ob er selbst jetzt ein Antisemit ist spielt keine Rolle.
      Und wenn Du in so einer Diskussion Vercetti hinzuziehst, der setzt sich immerhin mit den eigenen Widersprüchen auseinander: https://www.woz.ch/-7f20
    • Frank8610 16.04.2018 21:10
      Highlight Highlight Die Line ist eben nicht antisemitisch. Sie ist klar geschmacklos, aber wo zeigt sie seine Abneigung gegenüber Juden?

      Und bitte bei der Line bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The oder ich 16.04.2018 16:10
    Highlight Highlight Ich finde es irgendwie lustig, dass man den Herrn als "scheinfrei" bezeichnen darf.


    Alles andere ist natürlich nicht lustig
    Benutzer Bildabspielen
  • cicolino 16.04.2018 16:01
    Highlight Highlight Hat wirklich irgendeiner hier das Gefühl das der Typ wirklich ein Antisemit ist? Kollegah ist eine Rolle von Felix Blume. Ist jetzt jeder Schauspieler der in einem Kriegsfilm einen Nazi gespielt hat auch automatisch rechtsextrem?

    Diese ganze Diskussion ist einfach nur noch lächerlich weil sich jeder zum Moralapostel aufspielen will.

    Haltet die Gesellschaft die Jugend für so unaufgeklärt und dumm, dass der Raphörerschaft nicht zugetraut wird, dass sie unterscheiden kann zwischen provokanter Kunst und Extremismus?
    • bossac 16.04.2018 17:19
      Highlight Highlight Der Vergleich hinkt. Die Rolle ist nicht entscheidend für die Beurteilung sondern die Botschaft. Vermittelt ein Film eine befürwortende und undifferenzierte Darstellung der Naziverbrecher, kann ich davon ausgehen, dass der darin spielende Schauspieler diese Haltung teilt. Mir sind solche Filme nicht bekannt. Und Satire bedeutet nicht, dass man ohne Kontext ausgelutschte Juden-Weltherrschaftsverschwörungen beflügelt oder Ausschwitz-Witze macht.
    • Plöder 16.04.2018 17:26
      Highlight Highlight Es ist nicht das erste Mal, dass er mit sowas auffällt...
      Er hat einen "Dok Film" produziert über Palästina, die ihn schon damals in diese Küche brachte. (da er diverse Israel Kritik austeilte, z.t. auch unangebrachte) Schon da distanzierte er sich nicht ausdrücklich für seine Aussagen, was er momentan auch nicht machte. Also die Aussagen sind nicht neu und zu häufig, dass es mit einem Künstler Ego zu vertuschen wäre.
      Und ein künstler Ego schützt vor Strafe nicht! Weil es ist immer noch er der es sagt... Sonst wäre es ein Mensch mit einer ernsthaften psychischen Krankheit. =Identitätsstörung
    • peeti 16.04.2018 17:29
      Highlight Highlight Zugegeben, die Aufregung um diese eine Zeile in einem (schlechten?) Gesamtwerk ist schon sehr überzeichnet.

      Es ist aber völlig egal, was er ist (kann auch nur eine Rolle sein). Die Frage ist nur, welche antisemitischen Zeichen/Codes er in seinen Texten und Videos verbreitet. Und da finde ich den Text und das Video zu «Apokalypse» schon sehr eindeutig. Zudem gibt er vor, ein Künstler zu sein und nicht ein Nazi in einer Verfilmung. Und das ist ein riesen Unterschied. Ich finde es bedenklich, dass das Wort "Jude" anscheinend wieder mehr und mehr zu einem Fluchwort auf Pausenhöfen verkommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerRaucher 16.04.2018 15:30
    Highlight Highlight Muss Watson nun wirklich in die selbe richtig schreiben wie die Bild Zeitung? Gangsta-Rap ist nicht erst seit der Juden-Line von Kollegah so, sondern schon immer gewesen. Ich glaube es gibt keinen Glauben, keine Volksgruppe oder sexuelle Gesinnung die da noch nicht ihr Fett weg bekam. Dass man nun die Antisemitismus-Schiene fahren muss, wegen 1-2 Doppelreimen, ist einfach lächerlich. Ich höre kein Kollegah, aber was die Medien allen vorran die Bild versucht zu inszenieren, muss nicht sein.
  • Mischa Müller 16.04.2018 14:55
    Highlight Highlight Mir ist Kollegah zu normal. Zu wenig differenziert, zu fest einer Mainstreammentalität ergeben. Wobei ich zugebe: es ist schwer, such aus den Fängen unseres Commensense und von Wahrheitsfanatiker zu befreien...
    Meine provokante Frage dazu: weshalb reisst Kollegah solch eine Wunde (Holocaust) wieder auf? Würde er im heutigen Zeitgeist leben, wäre die Aussage: Definierter als ein Krebskranker nach misslungener Chemoterapie/Bestrahlung... um einiges mutiger gewesen.
    Wieso nicht den Fünfzackstern gebrauchen (Sozislismus)? Wegen einer Zacke...
  • Sir Konterbier 16.04.2018 14:36
    Highlight Highlight Ok der Rap ist tatsächlich oberflächlich aber das wissen die Zwei auch selbst und parodieren sich auf gewisse weise selbst.

    "Deiner B*itch gehts finanziell nicht gut /
    ich sag ihr komm in mein Hotel wenn du ne stelle suchst /
    und sie nimmt dankend (dunkend) an wie bei alley-oops"

    klar inhaltslos aber als parodie auf rap allgemein einfach grossartig weil hier kommen beispielsweise mehrere Silbenreime mit einem Vergleich zusammen der mir auch nach Jahren noch ein schmunzeln aufs Gesicht zaubert... Nicht so ernst nehmen das ganze^^
  • Ohniznachtisbett 16.04.2018 14:29
    Highlight Highlight Der bedient seine Anhänger ähnlich wie Trump. Provokation-zurückkrebsen-Verhöhnen der Kritiker-wieder zurückkrebsen-dann die ABER Debatte ins Rollen bringen-zwischendurch noch in die Opferrolle schlüpfen-dann die nächste Provokation... die wird dann nicht mehr in der Sache sondern nur noch im Stil hinterfragt: Ziel erreicht
  • fabsli 16.04.2018 13:08
    Highlight Highlight Dem Herrn Blume fehlt "aus Zeitgründen" nicht nur das Staatsexamen.
  • Seeländer#17 16.04.2018 13:02
    Highlight Highlight https://www.welt.de/kultur/article175451904/Die-Debatte-um-Kollegah-und-Farid-Bang-muss-endlich-fair-gefuehrt-werden.html

    Hier noch ein Artikel welcher das Thema meiner Meinung nach sehr gut behandelt und abrundet.
  • Aussensicht 16.04.2018 12:54
    Highlight Highlight Der Typ ist doch einfach berechnend. In einer Zeit in der Sex, Gewalt und Drogen der Öffentlichkeit höchstens ein müdes Gähnen entlockt, hat er sich den Antisemimus-Sensitvismus der Deutschen zum Werkzeug gemacht. Hat prima Funktioniert. Seit letzter Woche kennt ihn wihl fast jeder Medienkonsument.
  • FledenFan 16.04.2018 12:51
    Highlight Highlight „Kollegah ist ein sprachliches Genie...“

    Nein.
  • Sliminem Mathers 16.04.2018 12:42
    Highlight Highlight Junge, dieser Artikel. Irgendwann ist mal gut. Ich bin Kollegah-Hörer seit 2008. Witzig finde ich, dass die Radio-Lieder von den Ami-Rappern hoch un runter im Radio zu hören sind, doch kein Stück besser sind. Kollegah's Vergliche sind ein Stilmittel im Rap. Kollegah ist in der Hörerschaft für seine Vergleiche und Wortspiele bekannt. Wer das nicht versteht, sollte sich nicht mit der Materie auseinander setzen. Bitte lest den Artikel von welt.de von Dennis Sand.
    • Against all odds 16.04.2018 13:58
      Highlight Highlight Ach, und ich dachte immer, wenn man etwas nicht versteht, sollte man sich eben gerade darum mit der Materie auseinander setzen...
    • Mutzli 16.04.2018 14:13
      Highlight Highlight Nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich und auch das cleverste Wortspiel entschuldigt alles. Mal abgesehen davon, dass ich bis jetzt keines dieser mystischen unglauchblich Tollen Kollegah Wortspiele begegnet wäre. Selbst wenn Vergleiche Stilmittel im Rap sind, gibts a.) keinen Grund sich antisemitischer zu bedienen weil b.) Tonnen von RapperInnen es auch ohne schaffen. Obs da noch andere Ausbünde an Charme und Intelligenz gibt, die mit Kollegah auf einem Niveau stehen, ist da ziemlich egal. Das wäre nicht ein Argument für Ihn, sondern eines gegen die anderen.
  • AdiB 16.04.2018 12:26
    Highlight Highlight ja er ist kein israelfreund. dass weiss man. er hat sich bei apokalypse nur den klisches vedient. mal eine frage, wenn man sich bei anderen völkern und rassen sich den klisches bedient wird geschmunzelt oder gelacht und wer sich angegriffen fühlt wird dann von allen seiten niedergemacht. aber wenn man sich dem klische jude= finanzkontrolle, dan schreien alle anderen sogar vor den juden auf. wieso?
    die jüdische gemeinschaft wüsste ja nicht mal was von der zeile oder dem typen hätten nicht gewiesse trashmedien die sich als moralapostel jetzt aufspielen, dies kund getan.
    • Geophage 16.04.2018 12:49
      Highlight Highlight Es kommt auf den Kontext an, ob etwas witzig oder nur dumm ist.
    • AdiB 16.04.2018 12:50
      Highlight Highlight ich habe eine frage gestellt. und scheinbar wollen noch ein par andere diese frage beantwortet haben. also an die blitzer, wieso darf man sich den klisches über anderen bedienen aber nicht dieser die auf juden bezug nehmen?
    • Mutzli 16.04.2018 13:21
      Highlight Highlight ...vielleicht weil das Bild der Juden als alles kontrollierende FInanzelite aus der ältesten Nazi-Mottenkiste stammt? Im übrigen sind auch andere rassistische Karikaturen nicht ok weil eben rassistisch. Weiss jetzt nicht woher Sie das haben, dass es ansonsten in Ordnung ist. Bei Antisemitismus ist halt zum Glück der Konsens weiter abgestützt, dass es klar zu verurteilen ist und die Bildsprache und ähnliches bestens bekannt.
      Was Ihre letzte Passage bzgl. jüd. Gemeinschaft bedeuten soll, kann ich leider nicht entziffern, sorry.

      Kleiner Bio-Tipp am Rande: Rassen beim Homo Sapiens gibts nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitsch Matter 16.04.2018 12:22
    Highlight Highlight Rap ist wie ein Actionfilm oder Science-Fiction, es muss nicht jeder verstehen.
    • Geophage 16.04.2018 12:45
      Highlight Highlight Diese Art von Rap ist eher wie ein Natursekt-Porno. Die einen lieben ihn, aber ein Grossteil der Bevölkerung findet es abscheulich.
    • El Vals del Obrero 16.04.2018 12:55
      Highlight Highlight Das Problem ist halt, dass seine 13-jährigen Fans es wohl auch nicht (als ironisch oder satirisch oder "Rap-typisch" oder so) verstehen.
    • Paganapana 16.04.2018 13:12
      Highlight Highlight Ich denke, die meisten Action-Filme sind sehr einfach zu verstehen.
  • Geophage 16.04.2018 12:18
    Highlight Highlight Ich las und dachte... mhm... soso.... okay.... und dann kam das mit dem "Pizzagate". So weit her kann es mit der ihm attestierten Intelligenz nicht sein. Was für ein Kasper.
  • MacB 16.04.2018 12:15
    Highlight Highlight Olly Schulz und Jan Böhmermann haben's im SPotify Podcast (winner takes it all) recht gut auf den Punkt gebracht: Das Problem ist nicht mal die Sache an sich (auch wenn die SCheiss hoch zehn ist), sondern dass Kollegah viele Kids als Anhänger hat, die das dann nicht so gut differenzieren können.

    WIe Protestwähler, die dann aus Trotz AfD wählen. SIe unterstützen damit Neonazis, auch wenn sie selber keine sind. Denn die sitzen nun auch alle in der Partei.
  • Peter Ronaldo 16.04.2018 12:05
    Highlight Highlight Dieser Autor bräuchte dringend eine Bosstransformation!
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.04.2018 13:25
      Highlight Highlight Kann man diese im Migros kaufen oder gibts die nur bei Hugo Boss?
  • Blackfoxx 16.04.2018 11:51
    Highlight Highlight Das gleiche Thema gabs schon damals bei Bushido (haben wohl alle vergessen). Er hat versucht sich zu bessern, entschuldigen, rechtfertigen etc. und wurde schlussendlich über die ganzen Jahre nur zur Sau gemacht von den Medien.
    Kein Wunder das die beiden beim Echo nicht 1 sek. daran gedacht haben etwas gerade zu biegen.

    Leute die nichts von Hip Hop verstehen(verstehen wollen), sollen sich doch anderen Themen zuwenden?
    • lily.mcclean 16.04.2018 12:35
      Highlight Highlight HipHop ist also eine Ausrede für Idioten wie Seinesgleichen um jeglichen Stiermist von sich zu geben um dann die Aussagen zu relativieren mit: Ihr versteht halt HioHop nicht? Das ist ganz sicher nicht der Spirit von HipHop sondern der Spirit der Dummheit.
    • Geophage 16.04.2018 12:53
      Highlight Highlight Einen Rapper nicht zu mögen ist Meinungsfreiheit, alle nicht zu mögen ist Dummheit. Rapper kann hier auch durch Rollstuhlfahrer oder Jude ersetzt werden.
    • PaLve! 16.04.2018 12:57
      Highlight Highlight Leute die nichts von Semitismus verstehen sollen doch Juden in Ruhe lassen
  • c-bra 16.04.2018 11:24
    Highlight Highlight Das Problem an der ganzen Geschichte ist nicht dieser Protzkopf, sondern die Tatsache, dass seine "Musik" so viel e Abnehmer findet. Das sollte den Politikern in D/CH/A zu denken geben.
    • Gzuz187ers 16.04.2018 12:22
      Highlight Highlight Weil es Leute gibt (wie mich) die diese Musik mögen? Ist halt Battlerap und Provokation, aber mir gefällt es, soll doch jeder hören was er will.
    • Pizzakid83 16.04.2018 12:35
      Highlight Highlight Als ob die Musik vor 20/30/40 Jahren allen gefallen hätte...
      Seine „Musik“ motiviert auch ganz viele Leute die sich sonst nichts zutrauen (und ja auf eine positive Art und Weise)....
    • AustinOsmanSpare 16.04.2018 13:42
      Highlight Highlight Battlerap hat sich auch an Grenzen zu halten, wobei ich Kollegah schon unglaublich peinlich finde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 16.04.2018 11:24
    Highlight Highlight Eigentlich sollte man solche Leute einfach nicht beachten. Die Meinungsfreiheit schützt bekanntlich auch Dummheiten und verbietet es nicht, sich zum Idioten zu machen.

    Trotzdem macht es mir Sorgen. Der Antisemitismus erlebt einen Aufschwung, gerade bei der jungen Generation.

    Da sollte man solchen Leuten nicht noch Preise verleihen. Auch wenn die Äusserung wohl nicht strafbar ist, so schlau wird er dank Jura-Studium ja sein.
    • Snowy 16.04.2018 13:55
      Highlight Highlight Das ist leider erst der Anfang... Antisemtismus wird in den kommenden Jahren einen noch grösseren Aufschwung erfahren.
  • manuel0263 16.04.2018 11:21
    Highlight Highlight Ein Echo ist offenbar völlig wertlos...das ist die Quintessenz. Und eine Ethikkommission, die ihre im eigenen Titel beschriebene Arbeit nicht macht, ist fehl am Platz.
    • McStem 16.04.2018 12:35
      Highlight Highlight Wahrscheinlich wurde die Ethikkommission der FIFA ausgeliehen.
    • Realtalk 16.04.2018 12:46
      Highlight Highlight Der Echo ist ein Verkaufspreis.
    • peeti 16.04.2018 17:17
      Highlight Highlight Der Echo ist ein Industriepreis wie die SMA hier bei uns, die aufgrund der Plattenverkäufe, Downloads etc. vergeben werden (zumindest die Vorauswahl). Logisch sind solche Preise wertlos..

      Auch wenn Kollegahs Texte und Videos ganz klar antisemitische Codes transportieren (ob er selbst einer ist spielt keine Rolle) sollte man nicht vergessen: Ausgezeichnet wurde ein Album, von dem in einem Lied eine Zeile möglicherweise aus PR-Gründen antisemitisch war. Viel Aufregung um kranke PR. Soviel Aufregung würde ich mir bspw. lieber bei all der rechtsextremen Gewalt in D wünschen.

Analyse

Cancel Culture bedroht Ihre Potenz, Ihren Job und überhaupt alles

Was bewirkt der Kampfbegriff der Cancel Culture wirklich? Und ist sie so neu, wie ihre Erfinder uns das glauben machen?

Als mich ein Freund während des Lockdowns fragte: «Na? Was hältst du denn so von Cancel Culture?», verstand ich erst mal «Cancer Culture». Krebskultur statt Stornierungs- oder Absage- oder Annulierungskultur. Was symptomatisch war. Denn diejenigen, die Cancel Culture anprangern, sehen darin eine rhetorische Pandemie. Das Krebsgeschwür der Zensur. Die Aufhebung der Meinungsfreiheit. Der Anfang eines neuen Totalitarismus.

Cancel Culture ist für sie die Seuche, die aus den sozialen Medien gekrochen …

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