Leben
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Kommentar

7 Filme, die leider gar nicht gut gealtert sind

Toni Lukic / watson.de



Manche Filme haben keinen Erfolg bei ihrem Erscheinen, doch weil sie so gut sind, erkennen wir ihr Genie im Nachhinein.

Und es gibt Streifen, die wir mal als «gelungen» in unserem Kleinhirn abspeicherten, die allerdings über die Jahre hinweg sehr schlecht gealtert sind. Hier sind einige Beispiele:

«Avatar» – Pocahontas, nur in blau

Bild

«Avatar» ist immer noch der erfolgreichste Film aller Zeiten, hauptsächlich dadurch, dass es der erste Streifen mit 3D-Technik war. Weil die blauen Riesenmenschen auf fliegenden Viechern und die Hightech-Helikopter uns um die Ohren schwirrten, konnten wir nicht darauf achten, wie schlecht dieser Film eigentlich ist.

Das Drehbuch ist im Prinzip eine lang gestreckte Adaption der «Pocahontas»-Geschichte. Die Schauspielerleistung ist nicht der Rede Wert und wir haben null emotionalen Bezug zu den Charakteren.

Oder wie hiess nochmal der weibliche Hauptcharakter?

Avatar Film

Bild: 20th Century Fox

«Avatar» war zum Zeitpunkt seines Erscheinens genau das Richtige, doch mehr auch nicht.

Bitter, dass Schöpfer James Cameron ganze vier Nachfolger über die nächsten zehn Jahre ins Kino bringen wird. Uns graut es schon vor der Marketing-Walze, die auf uns zurollt. Denn die wird sowas von nötig sein, um das «Avatar»-Franchise wieder zum Leben zu erwecken.

«Indiana Jones und der Tempel des Todes» – selbst Spielberg schämte sich

Indiana Jones

Bild: Paramount

«Indiana Jones und der Tempel des Todes» war der zweite Film in der Indiana-Jones-Reihe. 1989 war es die absolut perfekte Abenteuer-Unterhaltung, mit einer rasanten Szene nach der anderen. Leider ist der Film durchsetzt mit einer chauvinistischen und rassistischen Grundhaltung.

Das stereotypische Porträt indischer Kultur ist so übel, dass Verantwortliche nach Lesen des Skripts den Film nicht in Indien filmen liessen. Er wurde später auf dem Subkontinent sogar verboten.

Diese Inder, was die für verrückte Sachen essen...

abspielen

Video: YouTube/Angra Miao

Steven Spielberg war im Nachhinein auch nicht glücklich mit dem zweiten Teil der Saga und erklärte, dass das einzig Gute daran war, dass er seine spätere Frau Kate Capshaw beim Drehen kennen lernte.

«Ocean’s Eleven» – Clooneys elf Jungs und ein Preis

Bild

Bild: Warner Bros.

«Ocean’s Eleven» ist bei vielen auf der Liste der Lieblingsfilme. Der Film hat Charakter, Style, Tempo und extrem viele ikonische Szenen. Was dem Streifen aber fehlt, ist eine würdevolle Präsentation von Frauen. Zum einen ist keiner der elf Gauner-Komplizen weiblich. Die einzige Frau des Films, Tess (gespielt von Julia Roberts), ist der Preis zweier konkurrierender Männer.

The Grand Prize: Geld und eine Frau

Ocean's 11

Bild: Paramount Pictures

Sie selbst hat keine Agenda, ist lediglich ein Objekt. Sie verlässt Terry nur, weil der sich fürs Geld statt für sie entscheidet, und nicht, weil er ein kontrollsüchtiger Vollarsch ist. Stattdessen kommt sie wieder mit Danny (George Clooney) zusammen, obwohl er ein chronischer Lügner und Krimineller ist.

Der Film setzt auf die fälschliche Annahme, dass keine Frau George Clooney böse sein kann.

«I Am Legend» – gruselig, aber aus den falschen Gründen

I am Legend Poster

Bild: Warner Bros.

2007 gabs einen riesigen Hype um «I Am Legend». Der Film, mit Will Smith in der Rolle des letzten Menschen auf der Welt, wurde für seine Ernsthaftigkeit und ungewöhnlich bedachte Erzählweise gefeiert. Leider war die zweite Hälfte des Films strunznormales Blockbuster-Kino mit Verfolgungsjagden und hektischen Kamerafahrten.

Was die Darstellung der Untoten angeht: Die Monster sehen gruselig aus – gruselig schlecht. Für heutige Verhältnisse sind die CGI-Effekte komplett peinlich. Besonders, wenn man Zombie-Darstellungen wie in «World War Z» oder «The Walking Dead» sieht, lässt sich «I Am Legend» nur schwer ertragen.

I am Legend Film

Case closed. Bild: Warner Bros.

«Matrix» – da wäre nur eine Verständnisfrage ...

Bild

Bild: Warner Bros.

Ja, es geht um den ersten «Matrix»-Teil. Und nein, der Film ist alles andere als schlecht. Wir haben ihn damals als dieses philosophische Martial-Arts-Meisterwerk betrachtet, was im Nachhinein etwas zu dick aufgetragen war.

Die Geschichte hat einige Plotholes, die nicht gefüllt werden. Die Frage, die nicht beantwortet wird, ist: (JETZT NICHT WEITERLESEN, WENN IHR DEN FILM NOCH GENIESSEN WOLLT) Warum gibt es überhaupt die Matrix? Wenn die Maschinen vor sich hin vegetierende Menschen als Energiequellen brauchen, warum erschaffen sie dann noch eine Matrix? Warum lassen sie die Menschen nicht einfach komatös vor sich hin träumen?

Die Chemie sprüht bei Trinity und Neo

Matrix

Bild: Warner Bros.

Auch die Schauspielleistungen sind nicht direkt oscarwürdig und die Chemie zwischen Neo und Trinity ist auch eher fad. Matrix ist immer noch grossartig. Aber wenn man sich von der geilen Grundidee des Films erholt hat, dann merkt man doch, dass der Film einige Schwächen hat.

«Die Welle» – Stereotypen und hässliche Klamotten

Die Welle Filmposter

Bild: Constantin Film

In vielen Schulen gehört es zur Pflichtlektüre, den Roman «Die Welle» zu lesen oder zumindest den Film dazu zu schauen. Es zeigt durch ein schulisches Sozialexperiment, wie faschistoide Gesellschaftsstrukturen entstehen können.

Der Film trumpft mit seinen absolut überzeugenden Darstellern (Jürgen Vogel, Frederik Lau, Elyas M’Barek) auf, doch leider sind die Charaktere durchsetzt mit Stereotypen und Plattitüden. Das ist vielleicht nicht ganz so schlimm, weil der Film ja einen pädagogischen Auftrag hat und cineastische Nuancen bei Schülern nicht immer ankommen.

Um dann doch einen aktuellen Kinofilm-Anstrich zu gewährleisten, wurden die Jugendlichen in die übelsten Ende-Nullerjahre-Klamotten gesteckt und es wurden ihnen Klapphandys in die Hand gedrückt. Elf Jahre später wirkt das im Kontrast zu der zeitlosen Geschichte und den recht generischen Charakteren zu sehr gewollt.

«Zurück in die Zukunft 2» – wo ist das Hoverboard?!

Zurück in die Zukunft 2 Poster

Bild: DreamWorks

«Zurück in die Zukunft 2» ist, was den Fun- und Kult-Faktor angeht, immer noch eine der besten Fortsetzungen, die es jemals gab. Das einzige Problem: Wer den Film 2019 guckt, denkt sich unweigerlich: «Wie bescheuert habt ihr euch 1989 das Jahr 2015 vorgestellt?» Silberhelme oder Patronenhalsbänder werden weder heute noch in 30 Jahren in Mode sein.

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: Giphy

Und was die coolen Gadgets aus dem Film angeht, für die er gefeiert wurde: Es gibt immer noch keine Hoverboards oder selbst schnürende Sneaker, die erschwinglich sind. Was für eine Enttäuschung.

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