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Kommentar

8 Dinge, die an der zweitletzten Folge «Game of Thrones» genervt haben

Nein, das ist kein Review. Das wird ein Mimimi in acht Punkten.



Die zweitletzte Folge «Game of Thrones» ist Geschichte und das Motto der Story war ganz klar:

Wie zerstört man eine Stadt mit einem Drachen – in 73 Minuten oder weniger.

Wenn die Chefautoren Benioff und Weiss mit dieser Folge etwas bewiesen haben, dann, dass ihnen visueller Bombast inzwischen wichtiger geworden ist als die Geschichte an sich. Bisher aufgebaute Charaktere? Egal. Hauptsache, die gezeigte Action sieht geil aus.

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Bild: HBO

Einige Stimmen mögen sagen, dass die Drehbuchautoren ohne Buchvorlage schlicht keinen Plan haben. Andere wiederum sehen die Logiklöcher und Brüche mit der bisherigen Erzählung der fehlenden Zeit geschuldet, welche die Autoren für einen guten Abschluss der Story bräuchten. Egal, was der Grund sein mag, eines ist klar: Die letzte Staffel «Game of Thrones» verkommt immer mehr zu 08/15-Event-TV.

Wer Freude an visuell eindrücklichen Bildern hat und wem Charakterentwicklung nicht so wichtig ist, wird «Game of Thrones» weiterhin super finden und sagen, dass dieser Text Bullshit sei. Vielleicht lest ihr daher jetzt besser nicht mehr weiter, denn ihr werdet euch womöglich nur nerven. Für alle anderen: Es folgt acht Mal ein Mimimi über gewisse Aspekte der neusten Folge «Game of Thrones».

Der Angriff auf die Eiserne Flotte

Es ist einfach nur tragisch, wie «Game of Thrones» sich ziemlich am Anfang der Folge gleich selbst widerspricht. Wir sehen schöne Einstellungen von Soldaten, welche die riesigen Pfeilschleudern mit viel körperlicher Kraft spannen und bereit machen. Ein eindeutiger Hinweis darauf, wie schwer und zeitlich aufwendig so eine Ballista zu laden ist. Vergessen scheinen die Szenen in Episode vier, in welchen Euron mit seinen Schiffen schon fast maschinengewehrartig auf die Drachen und Schiffe der Unbefleckten feuerte.

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Bild: HBO

Dann kommt Daenerys und greift allen Ernstes mit einem Drachen an die hundert Schiffe an. Ja, sie attackiert nun endlich nicht mehr kopflos von vorne, da sie scheinbar über Nacht Luftkampftaktik studiert hat. Dennoch hätte Dany mit Drogon – ginge es nach der Logik von Folge vier – von Pfeilen durchlöchert ins Wasser stürzen müssen.

Zwölf Schiffe vs. zwei Drachen ist effektiver als ...

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Bild: HBO

... etwa 100 Schiffe gegen einen Drachen. Ist das die neue «GoT»-Logik?

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Bild: HBO

Nicht falsch verstehen: Ich finde die Szene aus der aktuellen Folge viel realistischer. Ein Drache, der so wendig ist und immer in Bewegung bleibt, ist mit einem so schwerfälligen Gerät wie einer Ballista wohl kaum zu treffen. Allerdings wirkt das für mich im Kontext der vierten Folge einfach nicht mehr glaubwürdig.

Die Armee von Daenerys

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Woher kommen die ganzen Dothraki plötzlich? Bild: HBO

Geht es nur mir so oder wird die Armee von Daenerys seit der Schlacht um Winterfell von Folge zu Folge wieder grösser? Beim Kampf gegen den Nachtkönig kamen fast alle Dothraki um und auch bei den Unbefleckten hatte man das Gefühl, dass nicht sehr viele die Nacht überlebt hatten. Dann war da auch noch der Angriff von Euron, der so ziemlich jedes Schiff mit den verbleibenden Unbefleckten versenkt hat.

Und in Folge fünf stehen da trotzdem wieder beachtlich viele Soldaten der Unbefleckten vor Königsmund und sogar eine doch erstaunlich grosse Horde Dothraki. WTF?!

Nur ein kleiner Ausschnitt einer Szene, in welcher der Horizont scheinbar voller Dothraki ist.

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Bild: HBO

Achtung, hier folgt ein kleiner Spoiler zur letzten Folge

Und wisst ihr was? Das geht einfach so weiter. Schaut man sich den Teaser zur letzten Episode an, stehen da plötzlich wieder ganze Kompanien von Unbefleckten.

Beweis A:

BildBild aufdecken

Beweis B:

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Bild: HBO

Arya

Es tut mir leid für alle Arya-Fans. Bereits seit ihrer Ausbildung zur Assassinin ist ihre Charakterentwicklung in meinen Augen stellenweise doch arg fragwürdig. Sie war so ziemlich der erste Charakter, der in «Game of Thrones» einen Plot-Armour erhalten hat, und dieser wurde auch in der aktuellen Folge konsequent weitergeführt.

Wir erinnern uns an Folge sieben aus der sechsten Staffel:

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: HBO

Und nur eine Episode später machte sie dann solche Sachen:

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: HBO

Die müssen in Braavos wirklich verdammt gute Chirurgen haben, dass Arya nach nur einem Tag wieder solch körperliche Glanzleistungen vollbringen kann.

Dabei war die Szene aus der aktuellen Folge, in der sie sich von Clegane verabschiedet, gar nicht so schlecht. Endlich hört die unbelehrbare, rachsüchtige Arya mal auf jemanden. Auch wie sie durch die Stadt irrt und dem Zuschauer so den Schrecken vor Augen führt, ist noch okay.

Dass sie allerdings das Drachenfeuer ohne sichtbare Schäden überlebt, ist schon sehr fragwürdig. Klar, sie war in einer Seitengasse und eher am Rand, aber in der gleichen Episode hat man gesehen, wie eine andere Person in mehr oder weniger derselben Situation verbrannt wurde.

Cersei

Eigentlich dachte ich ja bis zu Cerseis Tod, dass Bran derjenige Charakter ist, der in Staffel acht am scheinbar nutzlosesten ist. Doch das wurde nun von Cersei getoppt. Ich hatte mich so auf die letzten drei Folgen gefreut, in der festen Überzeugung, dass wir noch einmal eine Cersei zu sehen kriegen, die ihr volles Potential entfaltet. Was gab es stattdessen?

Eine Cersei, die hauptsächlich das macht:

Cersei

Bild: HBO

Und das:

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Bild: HBO

Und dann stirbt sie.

Das ist nicht nur eine Verschwendung der bisherigen Charakterentwicklung von Cersei, sondern auch des schauspielerischen Talents von Lena Headey.

Jaime vs. Euron

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Hol dir das Schwert, Euron! bild: hbo

Warum genau gab es diesen Zweikampf? Ah ja genau, weil Euron noch irgendwie ins Gras beissen musste. Und so endet eine der eindimensionalsten Figuren von «Game of Thrones».

Sandor Clegane vs. Der Berg

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Bild: HBO

Diesen Kampf hingegen haben sich viele gewünscht und er war daher absehbar. Ja, es war schön inszeniert, auch wenn Der Berg ohne Helm irgendwie an Darth Vader aus «Krieg der Sterne» erinnerte. Aber alles drumherum? Einstürzende Mauern, ein schon fast apokalyptischer Himmel und schlussendlich der Heldentod für Sandor Clegane. Zu viel Drama für eine Serie wie «Game of Thrones».

Und dass Sandor mal eben einfach so die persönliche Königswache überwindet, scheint auch eher der fehlenden Zeit geschuldet, denn der Logik.

Jon

Jon Schnee

Bild: HBO

Er ist für die kommenden Emmy-Awards als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie nominiert. Vielleicht wird er dieser Nomination tatsächlich noch gerecht.

Diverse Nebencharaktere hatten bisher mehr Screentime als Jon. Klar, viel Screentime ist nicht unbedingt eine Voraussetzung für eine Hauptrolle, aber wofür wurde Jon von den Toten zurückgeholt? Dass er am Schluss ungläubig in den Strassen von Königsmund steht und irgendwann «Rückzug» brüllt? Bleibt nur zu hoffen, dass in der letzten Folge noch was kommt, sonst wäre das definitiv eine herbe Enttäuschung.

Kleine, nervige Ungereimtheiten

Bereits in den vorherigen Folgen gab es Kritik, dass die Serienmacher anscheinend nicht mehr mit so viel Sorgfalt bei der Sache sind. Klar, wenn man Fehler entdeckt, sind das oft Kleinigkeiten, die kaum auffallen. Dennoch ist es jeweils schade, vor allem für eine Serie, von der man eine so hohe Produktionsqualität gewohnt ist. Ein Beispiel:

Hier marschiert Jon mit seiner Armee eine Strasse entlang. Vorne steht bereits die Vorhut.

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Als sie ankommen, greift sie ein Soldat der Stadt an, der sich bisher im Rücken der Vorhut aufgehalten hat, ohne dass sich diese um ihn gekümmert hätte.

Soldat

Bild: HBO

Und überhaupt: Warum sollte ein einzelner Soldat solch eine Übermacht attackieren? Jeder mit gesundem Menschenverstand würde versuchen zu entkommen oder sich zu ergeben.

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Bild: HBO

Natürlich kann man jetzt sagen, dass das Details sind, die eh niemandem auffallen, und das Haarspalterei ist. Aber wie heisst es so schön? Details machen eine Lüge glaubwürdig. Und schlussendlich ist doch jede Geschichte, Fantasy oder nicht, im Grunde eine Lüge.

Und jetzt bin ich neugierig: Wie hat euch Episode fünf gefallen?

Gut, genug kritisiert. Hier ein cooles Fan-Video als Wiedergutmachung:

abspielen

Video: YouTube/THE MERKINS

So, ihr wisst, wie's läuft: Meinungen zur Episode in die Kommentarspalte, aber immer schön nett bleiben, selbst wenn es etwas emotional werden sollte. :)

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