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ARCHIV - 21.02.2020, Nordrhein-Westfalen, K

Bild: DPA

Michael Wendler, der Corona-Leugner? – «Er ist krank, das ist eine menschliche Tragödie»

Imke Gerriets / watson.de



Michael Wendler hat überraschend bei Instagram sein Aus bei «DSDS» verkündet. Zeitgleich teilte er in seiner Story krude Verschwörungserzählungen. Die Begründung für seine folgenschwere Entscheidung ist wirr: «Ich werfe der Bundesregierung bezüglich der angeblichen Corona-Pandemie und deren resultierenden Massnahmen grobe und schwere Verstösse gegen die Verfassung vor.» Und weiter: «Nahezu alle Fernsehsender, inklusive RTL, machen sich mitschuldig, sind gleichgeschaltet, politisch gesteuert.»

Hier das wirre Instagram-Video dazu.

Video: watson

Auf seinem Telegram-Kanal sollen die Fans vom Wendler die «ganze Wahrheit» finden. Alle anderen sozialen Netzwerke seien zensiert.

Oliver Pocher hat nach den sich überschlagenden Ereignissen seine Late-Night-Show in «Pocher – gefährlich ehrlich-Spezial» umbenannt und den Manager des Sängers eingeladen, der Rede und Antwort stand. Auch Markus Krampe ist geschockt von den Ereignissen und sprach davon, dass der 48-Jährige krank sei.

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Manager Markus Krampe spricht Klartext

Oliver Pocher sagte zu Beginn seiner Sendung: «Die Ereignisse überschlagen sich. Auf einmal heisst es, Michael Wendler hat keinen Bock mehr auf 'DSDS'.» Dann spielte er die Story des Sängers ab. Die Reaktion des Komikers: «Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast darüber lachen.» Der Komiker stellte klar: «Wir haben nichts damit zu tun. Es ist ein relativer Wahnsinn, was da gerade passiert.» So sah es auch Michaels Manager Markus Krampe. Mit Tränen in den Augen sagte er:

«Ich muss sagen, auch für mich ist das ein Schock, was ich hier erlebt habe. Es hat sich angebahnt. Wir waren sehr erfolgreich, alles lief perfekt. Ich habe schon vor zehn Jahren mit ihm gearbeitet. Vor einem Jahr kamen Leute auf mich zu und meinten, willst du das nicht noch mal machen.»

Wendler sagte: «Ich will als Held sterben»

Seit drei Wochen merkt er, dass mit dem Musiker etwas nicht stimmt, Michael soll gesagt haben, die Maske sei Mumpitz, Corona eine grosse Lüge: «Das wurde immer abstruser. Im Moment ist es so, dass ich sagen muss, dass er krank ist.» Als er mit ihm telefoniert habe, hätte sich der Wendler so angehört, als ob jemand stirbt. «Das war schon krass», so Krampe. Die Karriere des Schlagersängers sei nicht klein gewesen. Sie hätten ihr Herzblut in das Projekt gesteckt, das jetzt gegen die Wand gefahren wurde. «Das ist eine menschliche Tragödie», sagte er fassungslos.

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Oliver Pocher und Michael Krampe: Die beiden sprachen über das Wendler-Fiasko. bild: screenshot tvnow

Im Anschluss daran meinte er plötzlich, dass der Musiker die ganze Nacht mit Attila Hildmann telefoniert hätte. Bei den Dreharbeiten zu «DSDS» hätte er auf dem Schiff bereits gesagt, dass es wohl das letzte Mal sein wird, dass er hier ist. «Bei einer Nacht- und Nebelaktion ist er abgehauen», berichtete Krampe weiter.

Nachdem er eigentlich wieder aus den USA zurückfliegen sollte, habe der Wendler erklärt: «Ich werde nie wieder nach Deutschland kommen. Es wird nächstes Jahr Deutschland nicht mehr geben.» Und weiter: «Wir werden alle sterben. Ich will als Held sterben. Sieh zu, dass du nach Amerika kommst, vielleicht hast du dann noch eine Chance.»

Michael sei ein komplett anderer Mensch geworden. Der Manager betonte: «Ich trage die Äusserungen in keinster Weise mit.» Menschlich gesehen sei das jetzt ein Desaster.

Das finanzielle Desaster des Schlagersängers

Zu seiner Karriere stellte Krampe klar: «Ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass noch was bei RTL passiert. Michael Wendler ist immer ein Thema, das in beide Richtungen gefährlich werden kann.» Für ihn sei jetzt wichtig: «Ich möchte helfen, dass er sich professionelle Hilfe sucht.» Die vergangenen Jahre hätte er ohne Ende Negativschlagzeilen abgekriegt. Seine derzeitige Reaktion würde wohl mit der Vergangenheit zu tun haben. Finanziell kann jetzt die Entscheidung zu einem Fiasko werden, erklärte er:

«Wendler und Laura sind ein Duo, was für grosse Firmen funktioniert. Er hätte sich keine Sorgen mehr machen brauchen.»

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Oliver Pocher, Markus Krampe und Amira Pocher: Der Manager schilderte seine Sicht der Dinge. bild: screenshot tvnow

Was ist mit Laura Müller?

Auch wenn Wendler an die kruden Theorien glaubt, meinte Krampe, dass Laura sich inhaltlich davon distanzieren würde: «Ich glaube nicht, dass sie das so teilt wie er.» Dennoch würde sie fest an seiner Seite stehen: «Sie wird zu ihm halten, sie lieben sich wirklich. Das ist ein echtes Paar. Ich wünsche ihnen alles Glück der Welt.»

Das werden sie jetzt mit Sicherheit gut gebrauchen können. Medienanwalt Christian Solmecke, der ebenfalls Gast in der Sendung war, erklärte: «Die Konsequenzen können heftig sein. Verträge müssen eingehalten werden. Das hat er nicht gemacht. Das kann ihn wirtschaftlich ruinieren. Das schlägt sofort durch.» Das gesamte Konstrukt sei gescheitert.

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Poptitan Dieter Bohlen sei relativ enttäuscht von dem Wendler-Debakel gewesen, berichtete Krampe: «Ich glaube, das wäre eine super Staffel geworden, auch für RTL. Zwei Alphatiere sind aufeinander getroffen, umso krasser ist es, dass das so endet. Die Castings sind alle durch. 12 bis 14 Tage haben wir schon auf dem Schiff gedreht. RTL hat sich das nicht so gut vorgestellt. Ich habe eine halbe Stunde mit Dieter Bohlen telefoniert, er ist ein mega menschlicher Typ. Er hat gesagt, das tut mir leid für ihn. Umso enttäuschter ist er, dass es mit ihm so endet.» Michael Wendler sollte schliesslich eine grosse Quote machen.

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Auch die Live-Übertragung der kirchlichen Trauung fällt jetzt ins Wasser. «Ob die Hochzeit stattfindet, weiss ich nicht. Bestimmt nicht bei RTL», sagte Krampe dazu. Das Bittere: «Wir haben einen sehr umfangreichen Vertrag bei RTL, der bis Ende des nächsten Jahres läuft. Die Doku-Soap wurde um 24 weitere Folgen verlängert. Michael sollte ein eigenes Format, eine Musikshow bekommen.» Der Manager habe seinen Job gemacht, ihm wurde vonseiten des Senders zumindest kein Vorwurf gemacht. Oliver Pocher warf mit ungewohnt ernstem Ton ein: «Michael Wendler macht einen riesen Fehler.»

Wie sich Michael Wendler verändert hat

Für den Manager ist das Ganze unvorstellbar: «Bei Attila Hildmann dachte ich, jetzt ist alles vorbei. Ich kam bei Michael die letzte Woche überhaupt nicht mehr durch.» Dann schilderte er noch einen Vorfall, von dem er sagt, es sei das «Krasseste, was ich erlebt habe». Michael hätte das Handy von ihm und Laura während eines Gesprächs in ein anderes Zimmer gebracht, damit nichts nach aussen dringe. Daran zeigte sich deutlich, dass etwas ganz Eklatantes hier schief läuft.

Zum Schluss sagte Krampe über das Paar: «Er ist sich der Situation nicht bewusst. Laura ist durch Michael Wendler bekannt geworden. Das wird ihr jetzt zum Verhängnis. Das bedeutet das Karriere-Ende für Laura, sofort.» Der Sänger hätte keinen grossen Freundeskreis. Links und rechts sei nicht mehr an ihn ranzukommen. Er habe sich sogar geweigert, im öffentlichen Raum eine Maske anzuziehen. Nun bräuchten er und Michael Abstand voneinander. Bei einer Sache ist sich der Manager allerdings sicher: «Er wird nicht über meinen Auftritt erfreut sein.» Vielleicht hätte er irgendwann noch mal eine Chance.

Pocher richtete dann noch einen mahnenden Appell an Michael: «Was du da an die Wand kloppst. Ich komme von den Zeugen Jehovas, ich habe schon viel gehört, aber das ist es wirklich nicht. Von meiner Seite: Überlege es dir noch mal.» Nun wird sich erstmal Michael Krampe mit dem Sender treffen. Zu klären gibt es genug.

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Und hier: Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

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