Leben
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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

Von Valon Behramis Bett zum Mami-Tochter-Gespräch in 3, 2,1 ...

Das hier ist so gar nicht der Frühling meines Lebens. Zuerst Corona, dann Trennung, noch immer geschlossene Clubs und jetzt auch noch Geburi. Also lege ich mich – alleine – auf die Wiese, schliesse die Augen und gönne mir eine Stunde «Normalität» – inklusive Sex mit einem Nati-Spieler.



Ich brauche eine Pause. Vom real life. Obwohl ich nach wie vor überzeugt davon bin, dass des Zyklops und meine Trennung richtig ist, tut das Herz hie und da weh.

Dass ich mir aufgrund der Corona-Pandemie nun nicht die Nächte in Clubs um die Ohren schlagen kann, hilft auch nicht. Genau so wenig wie der Fakt, dass meine so geliebten Openairs abgesagt sind!

Und ich auch noch Geburtstag habe!

Aber genug gemotzt.

Schliesslich hat diese Zeit der Entschleunigung auch Schönes. Ich habe das Ego-Spazieren für mich entdeckt. Mit Musik in den Ohren. Durch Wälder und Pärke, die ich bis jetzt noch nie besucht habe.

Neulich zum Beispiel gönne ich mir zum Geburtstag meinen allerersten Besuch im Rieterpark. Sehr hübsches Fleckchen in Zürich. Ich lege mich auf die Wiese, schliesse die Augen und lasse meine Gedanken schweifen.

100 Stutz auf Valon als Sexgott!

Der Erste, ich gebs zu, ist Suff-SMS-Sandro. Nichts Romantisches. Mehr so, wie es wohl wäre, wenn er jetzt mit seinem goldenen Rennvelo hier vorbeifahren würde. Ich verwerfe den Gedanken. Dann muss ich an den Zyklopen denken, schiebe aber auch diesen Gedanken schnell zur Seite und lande – warum auch immer – bei Valon Behrami.

Es ist wirklich nicht so, dass ich per se auf Fussballer stehe. Aber dieser Valon hat was. Was, das sehr sexy ist. Attitüde könnte es sein. Habe schon länger das Gefühl, dass das ein Sexgott ist. Dabei finde ich den gar nicht klassisch heiss. Sorry, Lara.

Und doch. Hätte ich just jetzt eine Birthday-Wildcard, ich würde mich in Behramis Bett wälzen wollen. Nochmal: Sorry, Lara!

In meinem Kopf spinne ich den Porno fertig, um Platz für die nächsten Gedankengänge zu schaffen.

Ein geiler Sommer nur für mich!

Ich vermisse die Normalität. Das Leben vor Corona. Ich vermisse vor allem auch Menschen, die ich selten sehe. Den erweiterten Kreis. Die, die ich vor dem Lockdown regelmässig traf, die mir aber nicht so nah sind, dass wir die ganze Zeit videochatten.

Eine schöne Erkenntnis.

HALLO, HIER DEINE GEDANKEN, WANN HAST DU DAS LETZTE MAL DEINE MUTTER ANGERUFEN?!

Wieso ich sie? Ich habe heute Geburtstag. Warum hat sie sich eigentlich nicht schon längst gemeldet, um mir wie jedes Jahr zu erzählen, was für ein lustiges dickes Baby ich damals doch war mit diesen immensen Monster-Bäggli?

Ich krame mein Handy hervor. Es ist auf Flugmodus eingestellt. Sorry für die vorschnellen Vorwürfe, Mum.

Ich wähle ihre Nummer.

Es klingelt kaum einmal. «Schatz, alles gut?» schreit sie mir ins Ohr. Das macht sie immer. Sie hat nämlich ständig Panik, wenn ich anrufe. Wovor weiss ich nicht. Eventuell davor, dass ich a. verhaftet wurde oder b. halbtot im Strassengraben liege.

«Alles gut, Mum!»

Sie und mein Dad stimmen nun «Happy Birthday» an. Im Kanon. Auf alle Sprachen. Ich lasse es über mich ergehen.

Wie es mir und meinem Herzen geht, will Mama wissen. «Mal so, mal so» sage ich.

Sie versteht. Und ist froh, dass es zu ihrer Zeit weder Social Media noch Tinder gab.

Das erzählt sie mir noch öfters als die Dickes-lustiges-Baby-Geschichte.

«Mum», sage ich, «ich überlege mir, mir zum Geburi einen Ego-Sommer zu schenken.»

Ich hole biz aus.

«Eine Auszeit! Kein Job, kein Freund, keine Verpflichtungen!»

«Ists finanziell machbar, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen?», fragt sie.

«Ja! Es geht, ganz ohne getragene Höschen übers Darknet zu vertickern!»

«Was?!»

«Nichts.»

Wir lachen.

«Dann tus, Schatz.»

Hach, Mamis sind eben schon die wahren Heldinnen!

Auf dem Heimweg lächle ich. So turbulent dieses Jahr bis jetzt war, ich will einen geilen Sommer of Love – Selflove.

Yoga und Ayurveda auf Bali geht zwar nicht (Haha, als ob ich das wollen würde) und Ayahuasca in Peru auch nicht. Genau so wenig wie surfen in Costa Rica. Aber ich könnte ja noch Babyaffen im Zoo pflegen? Beim Umbau des Bauernhofs meiner Grosstante im Emmental helfen? Mit dem Velo ins Tessin fahren? Ok, nein, zu ambitioniert.

Eventuell muss die Idee noch etwas reifen.

Die Vorstellung aber fühlt sich super an!

!!!!!!!! HALLO, GUESS WHO’S BACK, BACK AGAIN?!?!???

Eminem, bist es du?

NÖÖÖ, HIER DEINE GEDANKEN, WAS IST DENN JETZT NUN, WENN DICH SUFF-SMS-SANDRO BEI DER NÄCHSTEN KREUZUNG FAST UMFÄHRT? HÄ? HÄÄÄ?

Adieu,

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Es dankt: die Redaktion

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Für Valon Behrami:

Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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