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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

Cleo braucht Rat! Wie kann sie bei der schönen Unbekannten landen? 😰

Kid Cleo
Kid Cleo



Leute, das Problem ist folgendes: Ich bin unfassbar schlecht im Anmachen. Ich weiss gar nicht, ob dieses Wort im deutschen Wortschatz in Zeiten von Tinder und Corona noch existiert. Mich dĂŒnkt nĂ€mlich, unabhĂ€ngig von meiner Nicht-Begabung, dass die Anmacherei in den letzten Jahren massiv abgenommen hat. Man wird nur noch selten in einer Bar angemacht. Also schon noch hie und da. Aber vor so sieben Jahren, wage ich jetzt mal zu behaupten, war das anders. Da ging man irgendwo hin und wurde angequatscht. Nun geht man irgendwo hin, starrt auf sein Smartphone und wischt bisschen drauf rum.

Ich weiss natĂŒrlich nicht, ob meine subjektive Analyse tatsĂ€chlich stimmt. Vielleicht wurde ich auch einfach hĂ€sslicher oder sehe heute arroganter oder furchteinflössender als vor sieben Jahren aus und werde deshalb weniger angemacht. Aber dann wĂ€ren alle Leute, die ich kenne, denn alle behaupten das Gleiche, heute weniger «anmachbar» als vor sieben Jahren. Und das sind sie nicht.

Ich glaube, der Grund ist folgender: Wir wollen uns dem Risiko der Abfuhr nicht mehr aussetzen. Weil wir dank Tinder und Co. nicht mehr mĂŒssen.

Ich finde das schade. Aber so so so so so so so verstÀndlich.

Abfuhren sind schrecklich!

Ich tu jetzt so, als hĂ€tte ich schon zahlreiche Abfuhren bekommen. Aber die Wahrheit ist, ich habe noch nie eine bekommen. Was vermutlich vor allem damit zusammenhĂ€ngt, dass ich es nie darauf anlege. Die Male, die ich jemanden angemacht habe, kann ich an einer Hand abzĂ€hlen. (Und ich brĂ€uchte nicht mal alle fĂŒnf Finger.)

Okay, wir mĂŒssen kurz das Wort «anmachen» verbannen. Das klingt unfassbar bescheuert. So Teenie-Sprache. Sagen wir: ansprechen. Oder klarmachen. Obwohl. Klarmachen ist ja dann schon ein erfolgreiches Anmachen. Und nicht alle Anmachen werden gesprochen. Man kann ja auch Zettel schreiben. Oder sexy Dance Moves machen. Oder Morsezeichen schicken. Who knows?!

Ich nicht. Ich weiss nicht, was es alles fĂŒr Möglichkeiten gibt. Ich bin ja eben leider richtig schlecht darin.

(Bin ich so schlecht darin, weil ich nicht viel Übung darin habe? Oder habe ich nicht viel Übung, weil ich so schlecht darin bin? Huhn oder Ei?)

Jedenfalls ist Tinder trotz all der Widrigkeiten ein wahrer Segen. Da kann man vorselektieren. Die Personen, die man da sieht, sind einem Treffen mal sicher nicht abgeneigt. Sie sind (hoffentlich) Single. Oder deklarieren ihr Nicht-Single-Sein mit einem poly-open-amazing-ethical-blabla-whatever Relationship-Status. Und, wenn es einen Match gibt, dann finden sie dich, jedenfalls auf den Fotos, immerhin schon mal attraktiv. Ausser sie haben ein Selber-Wisch-Programm installiert, das bei jeder Person nach rechts wischt. Solls ja geben. (Freaks seid ihr, wenn ihr das macht. Freaks.)

Das Anmachen entfĂ€llt bei Tinder. Ausser man sieht die BegrĂŒssung als Anmache. Aber das ist es nicht, Leute. Das ist ja nur in einer App drin. Das passiert nicht in der freien Wildbahn. Wenn man keine Antwort erhĂ€lt, kriegt das niemand mit. Wenn man in einer Bar zu jemandem hingeht und der sagt, sorry, gerade kein Interesse, und man geht geknickt zurĂŒck zu seinem Platz, dann
 ach mir macht die Vorstellung, dass ich so zurĂŒckgewiesen werde, einfach Bauchschmerzen.

Nun gibt es aber folgendes Problem und ich hĂ€tte gerne eure Tipps. Emma kann mir da nicht helfen. Emma ist hundertmal cooler als ich. Die findet: Mach dir keinen Kopf! Und sie hat natĂŒrlich recht. Aber helfen tut mir das auch nicht. Meine Freunde geben schon Tipps. Aber die sind alle unbrauchbar. Ausserdem sind viele dieser Leute keine Schweizer und das Problem spielt sich in der Schweiz ab. Also in ZĂŒrich. Und ZĂŒrich hat irgendwie andere Anmach-Regeln.

Also. Sache ist die. Irgendwo in meiner Umgebung, also in der Umgebung der Wohnung meines Dads, obwohl das nicht mal sicher ist, sie kann da auch einfach arbeiten oder eine Beziehung haben, eine AffĂ€re, was weiss ich schon, also irgendwo in meiner Umgebung gibt es diese Frau. Diese Frau ist mir nun schon mehrmals ĂŒber den Weg gelaufen. Einmal spazierte sie am CafĂ© vorbei, in dem ich sass. Einmal waren wir gemeinsam im Tram (noch vor der Maskenzeit, sonst hĂ€tte ich sie vielleicht gar nicht erkannt.) Einmal kreuzten sich unsere Wege auf der Strasse und kĂŒrzlich war ich in einer Bar, also bei den Tischchen draussen, und sie auch. Die Frau ist krass schön. Schwarze Haare, schwarze Augen, eher klein, perfekte ZĂ€hne. Eigentlich null mein Typ. (Sage ich bei allen Frauen, werfen mir meine Freunde vor. Schon möglich. Vielleicht hab ich keinen Typ bei Frauen.)

Nun: Was soll ich tun?

Sie ist nicht auf Tinder. Oder mir jedenfalls noch nie begegnet. Was aber auch daran liegen kann, dass ich immer wieder weg bin. Vielleicht ist sie auf Tinder, wenn ich weg bin?

Vielleicht ist sie aber auch nicht Single.
Vielleicht ist sie nicht lesbisch oder bi.
Vielleicht ist sie asexuell.
Vielleicht ist sie frisch getrennt und will sich auf die Arbeit konzentrieren.
Vielleicht will sie einfach nicht auf Tinder sein.

So viele Möglichkeiten!

Und doch wĂŒrde ich sie gerne kennenlernen.

Deshalb: Leute, was soll ich tun?

WAS SOLL ICH TUN?

(Entschuldigt, die Sache macht mich nervös.)

Soll ich die Stadt plakatieren? Eine Kleinanzeige in der Zeitung aufgeben? Oder einfach, wenn ich sie das nÀchste Mal sehe, ansprechen? Das ist eine schöne Idee, nur: Was sage ich dann? Und was tu ich, wenn sie nicht auf Frauen steht? Diese Wahrscheinlichkeit ist ja riesig...

Bitte helft. Danke.

Kiss und Klits fĂŒr euch - und fĂŒr mich gerne ein paar brauchbare RatschlĂ€ge,

Cleo

Kid Cleo ist ...

... eine der besten Freundinnen von Emma Amour und aktuell ihre Ferien-Vertretung. Cleo ist Mitte 20, pendelt zwischen ZĂŒrich und Genf und liebt MĂ€nner und Frauen gleichermassen – und ihren Hund Bella. WĂ€hrend den nĂ€chsten Wochen wird uns Cleo mit Storys aus ihrem Leben unterhalten – so lange, bis Ems genug vom «Sommer ihres Lebens» hat. Und noch ein Hinweis von Emma selbst: «Seid nett zu Cleo, sie ist noch sehr klein!» (PS: Cleo ist grösser als Emma.)

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Das bin nicht ich. Aber so wĂŒrde ich als Illustration aussehen. Öppe. PS: Einen Hund hab ich tatsĂ€chlich. Aber meiner sabbert. bild: watson / shutterstock

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