Leben
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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

«Hand- und Blow-Job-Fragen ignoriert sie…»



Liebe Emma

Seit sechs Jahren bin ich (m, 28) jetzt schon in einer Beziehung mit meiner Freundin (26). Wir wohnen seit 2 Jahren zusammen und haben Pläne für die Zukunft.

Mir fallen seit einiger Zeit immer wieder Nachteile an dieser Beziehung auf, auch im Vergleich mit Freunden, Bekannten und Kollegen.

Sie ist sehr launisch, was von extrem traurig und unsicher sehr schnell zu aufbrausend und wütend wechseln kann. Oftmals bade ich es aus, wenn sie von ihren Freunden enttäuscht wurde oder gerade Stress bei der Arbeit hat.

Natürlich muss ich für sie da sein als Partner, aber für mich sind das dann immer Kleinigkeiten und Haarspaltereien. Sie ist sehr eifersüchtig und versucht mir immer wieder Unternehmungen oder Ferien mit Kollegen, an denen sie dann nicht dabei wäre, schlecht zu reden, mir ein schlechtes Gewissen zu machen oder es mir ganz zu verbieten.

Der schwierigste Punkt ist aber unser Liebesleben. Wir haben beinahe nie Sex (etwa ein bis zwei mal alle zwei Monate) und kommen uns auch sonst nicht näher ausser zum Kuscheln. Alles, was weiter geht, blockt sie sofort ab. Wenn ich sie frage ob sie mir einen Hand- oder Blowjob gibt, ignoriert sie die Frage und wechselt zum nächsten Thema.

Ich habe alles versucht. Romantische Atmosphäre mit Kerzen, neue Toys, viele Komplimente und Streicheleinheiten, Cunnilingus. Nichts hilft ihr in Stimmung zu kommen. Ich glaube sie fühlt sich deswegen auch ziemlich schlecht, aber zum Sex zwingen kann und will ich sie nicht.

Ich liebe sie, ich liebe ihre niedliche Art und unsere Vertrautheit.

Aber ich habe Angst, dass ich sie einmal betrügen werde, um die Nähe, die mir fehlt, zu kompensieren. Ich habe Angst, sie zu verletzen, oder ihre Eifersucht zu verstärken, wenn ich mehr eigene Sachen plane ohne sie.

Liebe Grüsse,
Simon

Lieber Simon,

uff, das ist harte Kost, die ich hier gerade mehrfach gelesen habe. Es tut mir sehr leid für dich, dass du an so vielen Fronten zu kämpfen hast. Die Situation mit deiner Freundin scheint mir mehrfach ziemlich verzwickt zu sein.

Ich habe bis zu einem gewissen Grad Verständnis dafür, dass in einer Beziehung oft der Partner die schlechten Launen des anderen ausbaden muss. Bei dem Menschen, der uns am nächsten ist, können wir schliesslich ganz wir sein – ganz ohne uns zu verstellen. Eigentlich also ganz schön.

Bloss: Alles hat Grenzen. Für ihr Glück und ihre Zufriedenheit ist sie ganz alleine verantwortlich. Das darfst du ihr ruhig sagen. Du darfst es auch absolut verbalisieren, wenn es dir zuviel ist, immer alle ihre Geschichten anzuhören und sie – notabene ohne Erfolg – zu trösten.

Mach ihr ruhig klar, dass du zwar ihr Partner in Crime, nicht aber ihr Seelenklempner bist.

Zum Sex: Ich kann mir gut vorstellen, dass ihre fehlende Libido mit ihrer allgemeinen Unzufriedenheit zu tun hat. Ob das wirklich so ist oder warum genau sie kein grosses Bedürfnis nach Sex hast, findest du nur raus, wenn du ganz konkret mit ihr darüber sprichst.

Sag ihr, dass sie dir fehlt. Frag sie, ob ihr etwas fehlt, ob du etwas – und vor allem was – tun kannst, damit ihr euch im Bett wieder näher kommt. Bei aller Empathie aber vergiss ja nicht deine eigenen Bedürfnisse, die genau so wichtig sind wie ihre.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir vor solchen Gesprächen jeweils sehr hilft, mir Notizen zu machen. Ich schreibe alles auf, das ich sagen will und spiele im Kopf einige Variationen durch, bis ich mich wohl und sicher fühle, um hinzustehen und zu reden.

Ich wünsche dir, euch beiden, sehr viel Erfolg, Liebe und Nähe.

Deine

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Und was würdest du Simon antworten?

So sieht wahre Liebe hinter verschlossenen Türen aus:

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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