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«Ich begann, heimlich in Sexkinos zu gehen …»

23.12.2019, 09:56
Liebe Emma

Meine jetzige Partnerin ist etwas älter als ich und hat, wie ich, zwei erwachsene Kinder, von denen das jüngere bei uns lebt. Mit der Zeit begann ich, mich eingeengt zu fühlen, alles musste ich rechtfertigen, dauernd will sie mir sagen, was ich wie zu tun habe.

Ich erwischte sie beim checken meiner Emails. Sie war grundlos eifersüchtig. Ich ging bis dahin nie fremd und obwohl sie anfangs Verständnis bezüglich meiner Berufung als Musiker zeigte, muss ich dennoch immer wieder ellenlange Lamentos anhören, ich sei NIE da und IMMER weg, obwohl ich allenfalls alle paar Monate einen Auftritt habe.

Klar bin ich auch mit meinem Beruf, mit dem ich mein Geld verdiene, ein oder zweimal im Jahr ein paar Tage weg, aber auch das hält sich meines Erachtens im Rahmen. Ich sprach sie darauf an und es wurde etwas besser, und das hielt ein paar Wochen. Dann fing es wieder an.

Ich gebe zu, ich bin vielleicht etwas speziell, denn ich bin nie eifersüchtig. Das habe ich seit meiner Ehe abgelegt. Sexuell läuft bei mir jetzt gar nichts mehr mit meiner Partnerin. Ich habe absolut kein Interesse mehr an ihr. Ich begann, heimlich in Sexkinos zu gehen und befriedigte mich selbst.

Nun bin ich seit einer Weile am Grübeln, denn ich muss wohl meine Beziehung beenden. Aber ich habe Angst.

Meine Partnerin hat gegen meinen Rat ihr ganzes Geld (Erspartes und Pensionskasse) in eine medizinische Massagepraxis gesteckt, die einfach nicht laufen will. Sie hat sich total auf mich eingeschossen und von mir abhängig gemacht.

Zudem weiss ich, dass sie durchaus zu Gewalt und zur Verleumdung neigt, wenn sie sauer ist und obwohl ich damit fertig werde, habe ich extreme Mühe damit. Wie komme ich da bloss raus?

Liebe Grüsse,
Michael

Lieber Michael,

phuu, wo fangen wir an? Hier sind schliesslich mehrere Baustellen, die angegangen werden müssen. Bei Mails wie deinen frage ich mich jeweils, was denn der Partner sagen würde? Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Freundin glücklich in eurer Beziehung ist. Redet ihr darüber?

Kann es sogar sein, dass ihr mehrheitlich aneinander vorbei lebt, alles unter den Teppich kehrt, aber eigentlich beide glücklicher wären ohne einander? Es wäre sehr schade, wenn genau diese Situation nicht angesprochen würde. Eine Trennung muss ja nicht immer mit dreckiger Wäsche waschen einher gehen.

Ich habe nicht das Gefühl, dass du sie komplett fallen lassen willst. Und dass du dir sehr wohl der Situation bewusst bist, dass sie sich finanziell von dir abhängig gemacht hat. Dass dich das zusätzlich hemmt, einen Schlussstrich zu ziehen, kann ich verstehen. Und halte das für sehr feinfühlig von dir.

Dennoch: Einfach aus Angst vor ihren emotionalen Austickern oder ihrer finanziellen Situation bei ihr zu bleiben, halte ich für sehr falsch. Nur weil ihr getrennte Wege geht, muss das ja nicht heissen, dass sie in der Armut endet. Ich bin sicher, dass sich hier Wege finden lassen.

Wie ich das sehe, ist zumindest deinerseits jegliche Liebe und Anziehung erloschen. So gesehen verstehe ich sehr, dass du keine Lust mehr auf Sex mit deiner Partnerin hast und dir den Kick auswärts holst. Ich kann mir aber vorstellen, dass dich das auf Dauer nicht befriedigen wird.

Umso wichtiger finde ich es, dass du das Gespräch mit deiner Freundin suchst. Ehrlich zu ihr bist. Das hat sie verdient. Und auch du hast es verdient, offen zu deinen Gefühlen und deinen Zukunftswünschen zu stehen.

Da die Situation bei euch effektiv sehr komplex ist, könntest du dir überlegen, ob du für ein erstes Gespräch eine Person hinzunehmen willst. Das kann jemand sein, der euch beide gut kennt und sich zutraut, euer Gespräch moderieren zu können. Auf der anderen Seite halte ich es oft für noch besser, eine Fachperson aus der Paartherapie/Psychologie hinzuzunehmen.

Ganz egal, wie du es machst, es ist keine leichte Aufgabe. Aber es lohnt sich. Weil nach dem ganzen Schmerz die Leichtigkeit und das Glück in ihr und in dein Leben kehren kann.

Fühle dich sehr geherzt und verliere auf keinen Fall den Mut,

deine

Und was würdest du Michael raten?

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
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