Leben
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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

«Meine Ex ruft ständig an und schreibt mir auf allen Kanälen ...»



Liebe Emma

Ich bin, also war sieben Jahre in einer Beziehung. Wir machten alles zusammen und haben auch am gleichen Ort studiert. Jetzt arbeiten wir noch in der gleichen Firma.

Meine Ex manipuliert Menschen und hatte auch schon Techtelmechtel, die sie aber bestreitet. Obwohl ich Beweise dafür habe und sie es derweil mehr oder weniger auch zugibt.

Meistens fängt sie an zu weinen, weicht vom Thema ab und schiebt die Sache mir in die Schuhe, sodass ich ein schlechtes Gewissen bekomme und trotzdem lange in der Beziehung geblieben bin.

Aber jetzt habe ich für mich mal eine Auszeit nehmen können und wir sind nicht mehr zusammen. Am Anfang sagten wir uns, dass es eine Auszeit sein wird für uns beide und wir dann besprechen, wie es weitergehen soll.

Die Gefühle sind natürlich noch da und manchmal kommt der Gedanke, dass ich wieder zurück möchte. Meine Kollegen raten davon ab, aber irgendwie kann ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Auch hatte ich vor ihr auch keine anderen Beziehungen.

Aktuell ruft sie gefühlte 10 mal an, wenn ich in den Ferien bin. Sie ruft nicht nur x mal an, sondern schreibt mir auch noch auf allen anderen Kanälen.

Sie spielt mit den Gefühlen und macht auf Opfer. Sie möchte mich unbedingt kontrollieren und tut dies leider auch.

Sex ist eigentlich gut, aber hatten nur 1-3 mal im Monat. Ab und zu gibts auch Oralsex.

Hat mich wahrscheinlich jetzt nur noch als Notnagel. Auch bin ich mit Mitte 20 beruflich sehr erfolgreich, leite ein Team mit 15-20 Personen.

Wie schätzt du die Situation ein?

Lieber Gruss,
Reto

Lieber Reto,

mein erster Gedanke bei deinen Zeilen war: Renn! Renn weit weg von ihr. Und sie soll weit weg von dir rennen. Wie du über deine Ex-Freundin schreibst und wie sie sich laut deinen Aussagen verhält, ist alles andere als erwachsen und gesund.

Ich sehe hier nur deine Sicht der Dinge. Ich bin sicher, dass es ganz anders klingen würde, wenn sie ebenfalls zu Wort käme. Das ist aber in eurem Fall, finde ich, egal. Weil, es tut mir leid, dass ich dir das so direkt sagen muss, Hopfen und Malz verloren zu sein scheinen.

Das Fiese ist halt, dass ihr beide emotional noch involviert seid. Zu lieben und doch nicht zueinander zu passen und nicht miteinander zu können, ist etwas vom Gemeinsten, das das Leben hie und da mit sich bringt.

Da gibt es aber leider nur eines: Augen zu und durch. Leiden, weinen, schreien, alles hassen, dann irgendwann wieder aufstehen, die Balance finden, weitermachen. Damit das gelingt, lege ich dir kompletten Kontaktabbruch ans Herz.

Dass ihr im gleichen Unternehmen tätig seid, erschwert den Kontaktabbruch natürlich. Super wäre es, wenn ihr es schafft, euch da möglichst aus dem Weg zu gehen. Und euch kurz und freundlich zunickt, wenn ihr euch kreuzt, und es dabei belasst.

Mir ist bewusst, dass das alles sehr einfach gesagt ist. Ich weiss, wie schwer und schmerzhaft es ist, eine solche Trennung durchzuziehen, aber, um es in den Worten meiner Tante zu sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Ich wünsche euch beiden, dass ihr das packt, um dann irgendwann in Zukunft mit besser passenden Partnern belohnt zu werden.

Deine

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Und was würdest du Reto antworten?

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die sich gerade einen Sommer lang eine Auszeit gönnt. In der Zwischenzeit gibts donnerstags jeweils Cleos Storys. Cleo ist Emmas BFF. Montags bleibt alles wie gehabt. Emma hat nämlich fleissig vorgearbeitet und sich vor ihrer Pause euren Fragen angenommen. Apropos Fragen: Die könnt ihr weiterhin an emma.amour@watson.ch schicken. Antwort gibts ab November.

Ach ja, damit sich Emma voll und ganz ins Abenteuer Leben stürzen kann, schwänzt sie während ihres Sabbaticals die Kommentarspalte. Natürlich wird sie hie und da heimlich mitlesen, weil: «Ich kann es nicht abstreiten, ich vermiss die Userschaft. Ist Userschaft ein gebräuchliches Wort?»

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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