Leben
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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

Weil die vor mir ins Bett gepinkelt haben, liege ich jetzt auf Plastik 😑

Kid Cleo
Kid Cleo



Die gute Nachricht ist: Andrew und ich haben die Hochzeitsnacht endlich hinter uns.

Die schlechte: Wir sind nun geschiedene Leute.

Stimmt der Sex nicht, stimmt ja oft plötzlich alles nicht mehr. Oder wie meine Tante immer sagte: «Zuerst geht der Sex, dann geht die Liebe.» Aber von Liebe haben wir gar nie geredet. Wir waren ja einfach verheiratet – einen Monat lang. Das war eine arrangierte Sache, keine Liebesheirat.

FĂŒnf Tage nach der geplanten Hochzeitsnacht, die verschoben werden musste, stand ich vor Andrews TĂŒr. Meine Tage vorĂŒber, sein Bruder und dessen Hund weg. Wir waren endlich allein.

Manchmal kann es ja aufregend sein, so lange mit dem Sex zu warten. Manchmal kann es aber auch alles etwas komplizierter werden. Die Erwartungen werden mit jedem Kuss höher. Der Druck auch. Wenn der Sex nicht gigantisch, sondern nur okay ist, dann ist man enttĂ€uscht. Und dass der Sex beim ersten Mal nicht gigantisch, sondern eher okay ist, das ist ja leider manchmal so. MĂ€nner sind aufgeregt. Frauen auch. Bei uns sieht man das weniger, aber wir kommen langsamer. Die Theorie meiner Freundinnen und mir: Je grösser der Druck, desto grösser die HĂŒrde.

Andrew und ich fallen jedenfalls nicht ĂŒbereinander her. Wir setzen uns auf die Couch und trinken Champagner. Irgendwie ist schon zu diesem Zeitpunkt alles etwas komisch. Er wirkt verkrampft. Oder verwirrt. Ich wohl auch. Vielleicht hatte er auch die letzten Tage jemand anderen getroffen und ist nun etwas ĂŒberfordert. Ich könnte ihm das nicht ĂŒbel nehmen, wir haben ja keinen klaren Deal. So eine 1-Monats-Ehe kann jeder fĂŒr sich interpretieren, klare Regeln gibts da nicht. Wenn er zweigleisig fĂ€hrt, ist das in Ordnung. Ausserdem habe ich ihn kurzfristig versetzt vor fĂŒnf Tagen. Es wĂ€re sein gutes Recht gewesen, Ersatz zu suchen.

Nein, ich könnte ihm wirklich nicht böse sein. Und eifersĂŒchtig bin ich nicht. Bin ich nie, wenn ich nicht verliebt bin. Ehe hin oder her. Ausserdem muss Andrew in zwei Wochen weg. Dieses Wissen hemmt meine GefĂŒhle.

(Es gibt ja Menschen, die fÀnden das nun umso spannender. Die wollen immer das Unerreichbare, das Komplizierte. Verstand ich noch nie. Da ist doch Kummer vorprogrammiert!)

Der Champagner hilft. Wir knutschen. Andrew greift mir unters Kleid. Zu hart. (MĂ€nner, echt! 8 von 10 von euch sind zu grob! Warum nur! Warum ist dieser Griff immer so grob?) Ich schiebe seine Hand ein bisschen weg und murmle er solle sanfter vorgehen. Er reagiert so halb auf meine Anweisung.

Dass er ein phĂ€nomenaler KĂŒsser ist, hilft ĂŒber seine mĂ€ssig geschickten Finger hinweg. Seine Zunge hat er im Griff. Immer. Und. Überall.

Er trĂ€gt mich aufs Bett. Ich rutsche in die Mitte. Es quietscht und raschelt. Da muss so ein Plastiklaken drunter sein, so wie es die manchmal in billigen Hotels hat, ĂŒberlege ich kurz und versuche es zu ignorieren.

Der Sex ist..., naja
 irgendwie haben wir wohl nicht das passende Tempo, den gleichen Takt, dieselben Ideen. Es «flutscht» einfach nicht. Es harmoniert nicht. Wir matchen nicht. Das ist nicht seine oder meine Schuld, wir sind rein sexuell gesehen einfach keine optimale Kombination.

Passiert so etwas, was ja manchmal passiert, also dass man sexuell nicht kompatibel ist, ist mein sexuelles Verlangen sofort verschwunden. Da muss ich nicht ein zweites oder drittes Mal einen Versuch starten. Stimmt die Chemie nicht, kann man so lange mixen wie man will, das wird nichts. Vermutlich denkt Andrew dasselbe. Er nimmt mich beinahe brĂŒderlich in den Arm – was merkwĂŒrdig ist, aber eben irgendwie auch ĂŒberhaupt nicht – und wir liegen im Bett und plaudern wie alte Freunde ĂŒber dies und das und irgendwann ĂŒber Sex.

Sein bestes Mal: mit einer Argentinierin. Auf einer Reise in Vietnam. Am Strand. «Und der Sand?» – «War uns egal.»

Sein schlechtestes Mal: in Texas. Damals, auf der High School. Auf einer Toilette. Sie hat sich zwei Sekunden nach seinem Orgasmus ĂŒbergeben.

Ich rutsche zur Seite, um einen Schluck Wasser zu nehmen. Es quietscht und raschelt wieder. Komisch, dass es auf diesem Bett so ein Plastiklaken habe, bemerke ich. Das sei ja voll unangenehm.

Das habe er mitgebracht, sagt er.

«Warum?»

Die einzig logische ErklÀrung ist, dass er BettnÀsser ist, denke ich.

Er holt tief Luft.

BettnÀsser, hundertpro.

«Ich habe ja mal eine Weile in Paris gelebt.»

«Ja...»

«Und in Paris war es damals in, dass die Frauen squirten.»

«Ja...»

«Weisst du, was Squirten ist?»

Ich nicke. Wenn Frauen beim Orgasmus eine Art ejakulieren, nennt man das Squirting. Ist mir noch nie passiert. Kenne auch keine Frau, der das passiert ist. Habe aber schon davon gehört.

«Frauen wollten also alle squirten. Sie dachten, das sei besser. So als wÀre der Orgasmus nur gut gewesen, wenn sie auch ejakuliert haben. Und das kann ja auch geil sein.»

«Wenn eine Frau ejakuliert?»

«Ja.»

«Und deshalb hast du das Plastiklaken gekauft? Falls eine squirten muss?»

«Nein. Einige Frauen konnten nicht squirten. Also können nicht. Oder konnten es bei mir nicht.»

«Ja...»

«Also haben sie es gefaked.»

«Also wie?»

Leute, ich verstand es ĂŒberhaupt nicht.

«Sie haben beim Orgasmus losgepisst.»

Ich lache los. Ich glaube ihm kein Wort. Andrew aber sagt, dass er wĂŒnschte, es sei ein Witz. Aber einmal habe eine Frau sein ganzes Bett vollgepinkelt. Kein Squirting. Urin. Er wisse, was Squirting sei. Das rieche anders. Das sei hundertprozentig kein Squirting gewesen. Und ein anderes Mal habe eine ebenfalls, wĂ€hrend sie kam, lospinkeln wollen, er habe sie aber noch in Windeseile in die Dusche getragen. Aber die Matratze sei dennoch in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ich lache immer noch. Und bin etwas unschlĂŒssig, ob ich ihm die Geschichte glauben soll. Andererseits wĂ€re es komisch, so eine Story zu erfinden. Aber diese Plastiklaken sind doch voll unbequem, sage ich. «Glaub mir, eine nasse Matratze ist unbequemer», antwortet er. Ich muss ihm Recht geben.

Ich ĂŒbernachte bei Andrew. Neben ihm auf dem Plastik. Am Morgen frĂŒhstĂŒcken wir. Zum Abschied knutschen wir. Dann umarmen wir uns. Wie alte Freunde.

Auf dem Nachhauseweg rufe ich Emma an. Ob der Sex gut gewesen sei, will sie wissen. Geht so, sage ich. Wir lassen uns wohl scheiden.

Oh, schade, findet sie.

Sei nicht so schlimm. Ich hĂ€tte dafĂŒr die beste Story ever erfahren. «Du errĂ€tst nie, was die Frauen in Paris machen!»

Emma lachte, glaubt mir, etwa 20 Minuten ohne Unterbruch ihr lautes Emma-Lachen. Allein dafĂŒr hat sich die 1-Monat-Ehe gelohnt.

Kiss und Klits fĂŒr euch,

Cleo

WC-Poesie vom Feinsten! #sodeep

Bald sollen Berliner Frauen beim Urinieren stehen

Video: srf/SDA SRF

Kid Cleo ist ...

... eine der besten Freundinnen von Emma Amour und aktuell ihre Ferien-Vertretung. Cleo ist Mitte 20, pendelt zwischen ZĂŒrich und Genf und liebt MĂ€nner und Frauen gleichermassen – und ihren Hund Bella. WĂ€hrend den nĂ€chsten Wochen wird uns Cleo mit Storys aus ihrem Leben unterhalten – so lange, bis Ems genug vom «Sommer ihres Lebens» hat. Und noch ein Hinweis von Emma selbst: «Seid nett zu Cleo, sie ist noch sehr klein!» (PS: Cleo ist grösser als Emma.)

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Das bin nicht ich. Aber so wĂŒrde ich als Illustration aussehen. Öppe. PS: Einen Hund hab ich tatsĂ€chlich. Aber meiner sabbert. bild: watson / shutterstock

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