Leben
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Emma Amour

«Ich komme nicht mal in die Nähe eines ONS!»



Liebe Emma

Ich bin nun 30 und seit fast neun Jahren in einer Beziehung. Ich liebe meine Freundin immer noch über alles und auch das Zusammenleben ist sehr harmonisch. Auch im Bett läufts noch, obwohl ich schon etwas öfter will als sie.

Wir können auch grundsätzlich über alles offen reden. Auch darüber, dass sich bei mir so etwas entwickelt hat, was ich mal «Begehren nach anderen» oder «Drang nach Abwechslung» nenne.

Sie wiederum ist zufrieden damit, dass ich ihr einziger Mann bin. Das lässt sich vielleicht damit erklären, dass sie vor mir ihre wilde Phase hatte, in der sie sich mit etlichen Männern ausgetobt hat.

Ich hingegen wurde nur drei Mal abgeschleppt und beim dritten Mal hatte es so gut gepasst, dass es mehr wurde.

Nun sehne ich mich also nach einer wilden Phase. Ich habe einfach das Gefühl, mich nie richtig ausgelebt und ausprobiert zu haben.

Ich kann mit meiner Partnerin offen reden und es kamen auch Vorschläge. Vom Swingen und Dreiern ist sie zwar nicht abgeneigt aber auch nicht wild drauf. Eine offene Beziehung steht auch zur Diskussion, hätte sogar einen Freipass aber es scheitert daran, dass ich wohl der unverführerischste und flirtunfähigste Typ auf Erden bin. Wirklich, ich komme nicht mal in die Nähe eines ONS.

Schlussendlich glaube ich fast, dass ich die Tatsache akzeptieren muss, dass ich nicht alles haben kann und sich nicht jeder sexuelle Wunsch erfüllt. Wenn ich dran denke, wie verloren ich als Single wäre, klingt alles wie ein Luxusproblem.

Liebe Grüsse,
Noah

Lieber Noah,

zuerst einmal finde ich es gut, dass du deine Bedürfnisse erkennt hast und genug Mut hattest, dir diese einzugestehen, auszuformulieren und mit deiner Freundin zu reden.

Schön finde ich auch, dass dich deine Partnerin ernst nimmt und sich offen für Kompromisse zeigt.

Wenn ich so deine Zeilen lese, dann ist die offene Beziehung auch einer meiner ersten Gedanken. Natürlich nur dann, wenn es deiner Freundin und dir selber auch wohl ist dabei.

Wir Menschen sehnen uns irgendwann wieder nach einem anderen Körper, nach Schmetterlingen im Bauch und ersten Küssen. Ich glaube, die Natur hat nicht vorgesehen, dass wir über Jahrzehnte hinweg nur mit ein und derselben Person intim sind. Eigentlich schade. Wäre es anders, wäre es simpler.

Sorry, ich schweife ab.

Bei dir kommt noch der Faktor hinzu, dass du das Gefühl hast, dass du nicht flirten kannst. Und dass du keine Ahnung hast, wie du überhaupt an die Frau gelangen kannst, wenn dann die Beziehung wirklich offen wäre.

Schau, dafür gibts heute wirklich gute Optionen, um zu üben. Hier plädiere ich für Dating-Apps oder andere Plattformen, auf denen sich Gleichgesinnte suchen und finden.

Der Vorteil ist, dass du die ersten Annäherungsversuche bequem von daheim aus machen kannst. Erst wenn diese Hürde geschafft ist, kommt das Treffen im realen Leben. Und da gilt dann wohl einfach: springen. Wagen. Augen zu und durch. Meistens ist es sehr viel weniger «schlimm», als man es sich ausmalt.

Probiers aus, trau dich und denk dran: Mut wird belohnt. Kläre vorher aber unbedingt mit deiner Freundin, was für euch beide geht und was nicht.

Alles Liebe.

Deine

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Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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