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epaselect epa08466024 A protester holds an American Flag with the words 'I Can't Breathe' as he walks in Manhattan after a George Floyd Memorial demonstration in Cadman Plaza in Brooklyn, New York, USA, 04 June 2020. A bystander's video posted online on 25 May, appeared to show George Floyd, 46, pleading with arresting Minneapolis Police officers that he couldn't breathe as an officer knelt on his neck. The unarmed Black man later died in police custody. According to news reports on 29 May, Derek Chauvin, the police officer in the center of the incident has been taken into custody and charged with murder in the George Floyd killing. On 03 June three other officers on scene were charged with aiding and abetting murder of second degree.  EPA/JASON SZENES

«I can't breathe» – die letzten Worte von George Floyd – skandiert ein Demonstrant in New York. Bild: keystone

Der Rassismus in den USA ist allgegenwärtig – ein Überblick in 7 Grafiken

Ärmer, schlechter ausgebildet, häufiger obdachlos: Schwarze Menschen sind in den USA in vielen Bereichen strukturell benachteiligt. Ein Überblick in Grafiken

Jurik Caspar Iser, Johanna Roth / Zeit Online



Ein Artikel von

Zeit Online

Seit mehr als einer Woche gehen in den USA jeden Tag Tausende Menschen auf die Strasse, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Dabei geht es nicht nur um den gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd, der erstickte, nachdem ein weisser Polizist minutenlang auf seinem Hals gekniet hatte. Die Wut auf das System ist eine grundsätzliche, denn rassistische Ungerechtigkeit zeigt sich in den Vereinigten Staaten nicht nur in Form von Polizeigewalt gegen Schwarze, sondern in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Daten belegen, wie sehr schwarze Menschen noch immer wirtschaftlich benachteiligt sind und diskriminiert werden.

Niedrigere Einkommen und Vermögen

So betrug beispielsweise das mittlere Haushaltseinkommen der schwarzen US-Bevölkerung im Jahr 2018, gemessen am Median, laut Zensus 41'361 Dollar. Es war damit das niedrigste von allen Bevölkerungsgruppen – die Statistik unterscheidet hier zwischen Schwarzen, Asiaten, Hispanics, also Menschen mit spanischsprachigen Wurzeln, und Weissen. Entscheidend ist, wie sich die Befragten selbst definieren, doch die Kategorien sind nicht ganz trennscharf. So können beispielsweise Hispanics auch als Weisse registriert sein.

Das mittlere Einkommen von Weissen – Hispanics herausgerechnet – war mit 70'642 Dollar deutlich höher als das der Schwarzen. Zwar unterscheidet der Zensus hier nicht nach Bildungsstand oder Berufen. Doch die Statistik zeigt, dass Schwarze in den USA auch eher schlechtere Abschlüsse haben als Weisse. Auch das dürfte strukturelle Gründe haben.

Weitere Daten bestätigen die Einkommensunterschiede. Die Arbeitsmarktstatistik zeigt, dass weisse Angestellte ab einem Alter von 16 Jahren einen mittleren Wochenlohn von 979 Dollar erhalten, schwarze Beschäftigte hingegen nur 775 Dollar. Und mehr als ein Fünftel der schwarzen Bevölkerung lebte zuletzt Daten des Zensusbüros zufolge unterhalb der Armutsgrenze. Bei den Weissen waren es deutlich weniger.

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grafik: zeit online

Noch deutlicher sind die Unterschiede bei den Vermögen. Einer Erhebung der US-Zentralbank Federal Reserve aus dem Jahr 2016 zufolge haben weisse Familien ein mittleres Vermögen von 171'000 Dollar angehäuft, schwarze Familien aber nur gut ein Zehntel davon, nämlich 17'600 Dollar. Vergleicht man die durchschnittlichen Vermögen statt des Medians, ändert das kaum etwas: Dann besitzen schwarze Familien nur 15 Prozent so viel wie die Weissen. In den vergangenen sieben Jahrzehnten sei es nicht gelungen, die Einkommens- und Vermögensunterschiede zwischen schwarzen und weissen Haushalten zu verringern, schreiben Forscher der Universität Bonn in einer Untersuchung.

Höhere Arbeitslosigkeit, mehr Obdachlose

Schwarze Menschen in den USA werden ausserdem häufiger arbeitslos. Im Jahr 2019 war die Arbeitslosenquote unter ihnen konstant etwa doppelt so hoch wie die unter Weissen – und die Corona-Krise verschärft die soziale Ungleichheit im Land noch. In den vergangenen Monaten sind die Arbeitslosenzahlen in den USA rasant gestiegen. Binnen zehn Wochen registrierten die Behörden mehr als 40 Millionen neue Arbeitslose, dazu kommt vermutlich noch eine Dunkelziffer von Menschen, die sich nicht melden.

Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind schwarze Frauen. In einer Umfrage im Auftrag der Washington Post  gaben 16 Prozent der schwarzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, sie hätten im Zuge der Pandemie ihren Job verloren. Unter den weissen Befragten waren es nur elf Prozent.

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grafik: zeit online

Noch vor Beginn der Pandemie veröffentlichte die Regierung die Obdachlosenzahlen für das vergangene Jahr. Demnach waren 40 Prozent der rund 568'000 Menschen ohne festen Wohnsitz in den USA schwarz – obwohl der Anteil der schwarzen Bevölkerung insgesamt nur rund 13 Prozent beträgt.

In einer durchschnittlichen Nacht im Jahr 2019 waren von 10'000 schwarzen US-Amerikanern 55.2 Personen von Obdachlosigkeit betroffen, aber von 10'000 Weissen nur 11,5, wie die gemeinnützige Organisation National Alliance to End Homelessness errechnete. Dabei geht es längst nicht nur um Erwachsene: 55 Prozent der Familien mit Kindern, die 2019 in Obdachlosenunterkünften lebten, waren schwarz, aber nur 33.7 Prozent waren weiss.

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grafik: zeit online

Schlechtere Bildung, mehr Inhaftierte

Bildung kann ein Faktor sein, der es ermöglicht, aufzusteigen, mehr Geld zu verdienen und Vermögen aufzubauen. Schwarze Menschen haben jedoch häufig einen niedrigeren Abschluss als weisse. Viele verlassen das Bildungssystem eher nach der Highschool oder dem College. Einen Bachelor- oder höheren akademischen Abschluss erhalten Schwarze seltener als Weisse.

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grafik: zeit online

Auch das US-amerikanische Strafvollzugssystem steht immer wieder in der Kritik, rassistische Ungerechtigkeit widerzuspiegeln. Ein Blick auf die Häftlingsstatistik zeigt, warum: Schwarze Männer hatten nach Angaben des US-Justizministeriums im Jahr 2018 gegenüber weissen ein mehr als fünffach erhöhtes Risiko, verhaftet zu werden, bei den Frauen war es immerhin noch zweifach erhöht. Und dass, obwohl die Zahl der inhaftierten schwarzen US-Amerikaner seit 2008 um ein knappes Drittel gesunken ist. Der schwarzen Bürgerrechtsorganisation NAACP zufolge liegt das unter anderem daran, dass schwarze und weisse US-Amerikaner zwar mit etwa gleicher Häufigkeit drogenabhängig sind, Schwarze aber sechsmal häufiger deshalb verhaftet werden.

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grafik: zeit online

Mehr Corona-Tote

In den USA gebe es eine Pandemie innerhalb der Pandemie, heisst es in diesen Tagen oft. Gemeint ist damit, dass institutioneller Rassismus in der Corona-Krise besonders deutlich wird. Schwarze US-Amerikaner und US-Amerikanerinnen infizieren sich nicht nur häufiger, sondern sie sterben überproportional häufig an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Das zeigen etwa die Daten des unabhängigen Forschungsinstituts APM Research Lab, das Daten aus 40 Bundesstaaten und Washington D.C. ausgewertet hat. In manchen Bundesstaaten sind die Unterschiede besonders gravierend: In Kansas starben bis Ende Mai mehr als sechsmal so viele Schwarze wie Weisse an Covid-19, in New York waren es dreimal so viele. 

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grafik: zeit online

Die Gründe vermuten Experten unter anderem darin, dass schwarze Menschen mit grösserer Wahrscheinlichkeit an Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes leiden. Das wiederum hängt mit einem weiteren Risikofaktor zusammen: Sie haben oft schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung und sind mit einer beinahe doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit nicht krankenversichert.

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grafik: zeit online

Zudem stellt der Arbeitsplatz einen besonderen Risikofaktor für eine Ansteckung dar. Besonders viele schwarze US-Amerikaner arbeiten in systemrelevanten Berufen, die nicht von zu Hause ausgeübt werden können, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in der Pflege, in Supermärkten oder in der Gebäudereinigung. Laut aktuellen Zahlen des Center of Economic and Policy Research war mit 29.7 Prozent fast ein Drittel der schwarzen Arbeiterschicht in diesen sogenannten frontline industries tätig, aber mit 19.2 Prozent nur ein Fünftel der weissen Arbeiterinnen und Arbeiter. Schon vor Corona arbeiteten laut dem Amt für Arbeitsmarktstatistik rund 34 Millionen weisse US-Amerikanerinnen und Amerikaner in Jobs, in denen Homeoffice möglich war, aber nur 3 Millionen schwarze Menschen.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Zeit Online veröffentlicht. Watson hat eventuell Überschriften und Zwischenüberschriften verändert. Hier geht’s zum Original.

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Proteste in Minneapolis

Ein Erklärvideo zum strukturellen Rassismus

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62
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    Alle Leser-Kommentare
  • Georgia Byrd 08.06.2020 08:06
    Highlight Highlight Kommt noch was zur Kreditkultur? Eine Statistik zum überschuldeten US-Konsumenten? Eine die aufzeigt welche Bevölkerungsgruppen massiv über ihre Verhältnisse leben? Immobilienkredite, Studentenkredite, Autofinanzierung, Kreditkarteninhaber etc. Meines Wissens kommen Schwarze in den USA nicht so schnell an eine Plastikkarte und generell an Kredite ran. Aber selbst wenn, denke die Black Community wäre genauso verleitet mehr auszugeben als reinkommt. Fazit: Nicht alle mit hoher Bildung "wissen" auch wie mit Geld umgehen und wie man z.B. mit natürlichen Ressourcen vernünftig haushaltet.
  • Hoci 07.06.2020 23:45
    Highlight Highlight Die Statistik wiederspiegelt den Rassismus.ähnliches gilt für Sexismus. Oder wie kann man sich sonst erklären, dass in einer Putzfrauenagentur die höchste Person der einzige Mann ist?
    Rassismus und Sexismus setzt sich aus vielen kleinen Puzzlesteinen zusammen, dieals ganzes fast jede Chance vernichtet. Fast. Einige schaffen es wie Trewor und Obama, und all die freien Frauen des vorletzen Jahrhunderts (Trotz Extrempatriatchat mit krasser Bevormundung/ Rechtlosigkeit der Frau).
    • Roland Bach 08.06.2020 10:42
      Highlight Highlight Weil sich hauptsächlich Frauen dafür bewerben?
  • Scott 07.06.2020 23:20
    Highlight Highlight Hier eine weitere Grafik, die den strukturellen Rassismus belegt:
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  • Metaler 07.06.2020 14:19
    Highlight Highlight Schon komisch es sind doch Ausländer an der Macht in Amerika!!! Aber der weisse Mann hat wohl das Gefühl im gehört alles. Zuerst die Ureinwohner vernichten und dann noch gegen andere Rassen dumm tun. Leider können sich die Indianer ihr Land nicht mehr zurück holen. Da die vermeintlichen Einwanderer die Macht an sich gerissen haben und sich jezt aufführen wie der Übermensch, obwohl keine große Bildung vorhanden ist. Gell Donald!!!
    • solani 07.06.2020 22:40
      Highlight Highlight @Das Bla: 90% der Macht liegt beim "Weissen Mann". Das ist ja eben das Problem. Die Machtverteilung ist viel zu einseitig und das möchte man ändern.
    • solani 07.06.2020 23:25
      Highlight Highlight Wenn ihr mich wegen der 90% Sache Blitzt, dann zeigt mir bitte Statistiken, die etwas anderes aussagen. Viel Glück. Ich würde mich freuen.
    • swisskiss 08.06.2020 03:43
      Highlight Highlight solani: Du wrst nicht wegen den 90% gelblitzt, sondern weil unsere rechten Freunde wieder mal ganz fasziniert von VPN Funktionen sind. Keine Sorge, ausser Trump, Rassismus, SVP, EU, Asyl und Ausländer, Frauenrechte und Klimaschutz läufts sonst recht gesittet ab.
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  • Bivio 07.06.2020 12:09
    Highlight Highlight Gemäss vielen Experten ist ein Hauptgrund für die schlechtere Lebenssituation von Schwarzen die Tatsache, dass über 2 Drittel der Kinder ohen Vater aufwachsen. Da Alleinerzeihende immer ein grösseres Risiko haben, arm zu sein, trifft dies die Schwarzen dementsprechend härter.

    Das Fehlen von Schwarzen Vorbildern ist ebenfalls ein grosses Problem. "Schwarze Kultur" in den USA wird häufig damit verglichen entweder Sport oder Musik. Dieser Trend wird negativ verstärkt, dass erfolgreiche Schwarze Geschäftsleute häufig als Oncle Tom in der eigenen Community verschreien werden (z.B. Herman Cain).
  • LURCH 07.06.2020 11:40
    Highlight Highlight Also das mit der Armut im Zusammenhang mit schlechter Bildung muss in der USA nicht unbedingt immer die Regel sein, denn wie man sieht kann man sogar mit einer minimalen Bildung POTUS werden.

    Benutzer Bild
    • Garp 07.06.2020 14:30
      Highlight Highlight Geht leider völlig am Thema vorbei.
    • LURCH 07.06.2020 15:01
      Highlight Highlight Ooops, das tut mir aber schrecklich leid für dich, Garp. 😔
      Vielleicht kommt er ja das nächste mal bei dir an.

      Benutzer Bild
    • bossac 07.06.2020 15:25
      Highlight Highlight @LURCH Mir kommt Trump in meiner Wahrnehmung und gemessen am täglichen Stuss den er so raushaut auch ziemlich dämlich vor. Wenn man aber bei den Fakten bleiben möchte, muss man schon festhalten, dass er einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaft hat, was ein bisschen mehr als minimale Bildung ist.
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  • Ruefe 07.06.2020 11:24
    Highlight Highlight Rassismus ist in vielen Fällen die Angst dass diese ehemals entrechteten Menschen nun ihren gerechtfertigten Platz in der Gesellschaft einnehmen wollen. Die Ursache dafür ist im Ursprung ein System, dass aus Afrikanern, Indern, Aborigenes und Indigenen als Barbaren abstempelt, die von den "fortschrittlichen" Europäern kontrolliert werden sollen für ihr eigenes Wohl. Soviel zum historischen Kontext. Bei der Lösung bin ich selber überfragt, vielleicht sich eingestehen, dass die Ausbeutung in jeder Form stoppen muss, auch wenn das Auswirkungen auf die Wirtschaft hat (2/2)
    • Firefly 07.06.2020 12:50
      Highlight Highlight Auf die Realwirtschaft hätte es wenig Einfluss, denn wer sich mehr leisten kann, Konsummiert mehr und das Geld fliesst.

      Auf die Schuldenwirtschaft hätte es natürlich einen Einfluss, denn wenn Erfolg und Wohlfahrt besser verteilt sind, sind weniger Menschen darauf angewiesen Schulden zu machen.

      Das Geld würde also in Richtung Bank zu KMU und Realwirtschaft umverteilt, was die Banken und ihre Lobby natürlich nicht wollen.
  • Ruefe 07.06.2020 11:19
    Highlight Highlight Generell auf dem amerikanischen Kontinent, auch in Kolumbien und Brasilien zeigen sich nach wie vor die verheerenden Auswirkungen des Kolonialismus. Die weisse Oberschicht in den USA und Europa hat Jahrhunderte von der Ausbeutung von Sklaven aus Afrika profitiert. Zusätzlich dazu wurden auch die weissen Arbeitskräfte in Europa ausgenutzt. Das Wirtschaftssystem funktioniert nicht ohne ein Heer von billigen rechtslosen Arbeitskräften, und in den USA sind das historisch gesehen die Nachfahren der Sklaven aus Afrika. (1/2)
  • Toastbrot 2.0 07.06.2020 11:07
    Highlight Highlight Ich halte die Argumentationslinie einiger Kommentierender hier für unstatthaft, wonach Artikel und Grafiken nicht oder nur am Rande auf Rassismus hindeuten, sondern „nur“ auf Armut resp. soziale Benachteiligung.

    Denn auch wenn es sich nicht um aktuellen strukturellen Rassismus handeln sollte, so ist die heutige massive soziale Benachteiligung der Afroamerikaner doch mindestens ein reparationswürdiges Ergebnis des strukturellen Rassismus der Geschichte: Sklaverei und Segregation.

    Ich bin gleichwohl überzeugt, dass Rassismus auch heute noch ein grosses Problem darstellt, nicht nur in den USA.
    • Dong 07.06.2020 18:43
      Highlight Highlight "Rassismus" klingt halt nach Ursache, nicht nach Bestandeserfassung, und ich finde die Umdeutung des Begriffs im sog. "Strukturellen Rassismus" auch unnötig.
      Das andere, was mich nervt, ist dass ich glaube, wir kennen die Ursachen der Ungleichheit und die real existierenden Probleme und Diskriminierungen recht gut, und das Versprechen, "gegen Rassismus zu kämpfen" ist leicht dahergesagt.

      BTW: In Minnesota gab's eigentlich gar nie Sklaverei.
    • Juliet Bravo 07.06.2020 22:17
      Highlight Highlight Dong, als die Sklaven frei wurden, wanderten viele zu den Industriearbeitsplätzen im Norden (wo sie nebenbei auch weniger drangsaliert wurden).
  • yanoi 07.06.2020 10:52
    Highlight Highlight es verstört mich etwas, dass hier viele schreiben, dass es nichts mit rassismus zu tun hat, sondern mit strukturellen problemen? kann mir das jemand erklären?... die usa ist ein land mit 328 mio einwohner. da sollte sich in solchen statistiken keinen unterschied mehr finden zwischen hautfarben 🙈. will man sagen, dass es halt für jeden einzelnen schwarzen pech ist, der in armut lebt? weil es auch welche vermögende hat? und auch weisse arme?
    wie erklärt ihr euch bitte diese krassen statistischen unterschiede, wenn nicht mit rassismus?
    • Quo Vadis 07.06.2020 12:15
      Highlight Highlight Rassismus nur gegen Schwarze? Oder auch andere? Gegen Latinos? Asiaten? Araber? Oder gibts da Unterschiede im Rassismus? Oder verschiedene Levels?
    • leed 07.06.2020 12:59
      Highlight Highlight Es gibt auch schwarze Milliardäre dort drüben. So wie es auch den sogenannten White Trash gibt, der die gleichen Probleme hat.
      Rassismus existiert dort drüben und sollte auch bekämpft werden. Deshalb sollte man nicht alle Probleme damit in Verbindung bringen. Ein besseres Schulsystem für arme würde viel mehr bringen, als die ganzen aktuellen diskussionen
    • yanoi 07.06.2020 13:29
      Highlight Highlight also dass white trash gibt und poc milliardäre ist mir klar. auch dass rassismus mehr gesichter hat als bloss zwischen hautfarbe zu unterscheiden. für mich am ende des tages aber „faule“ ausreden, oder verwaschung des problems: als schwarzer, als schwarze, hab ich statistisch gesehn in den usa 2020 verschissen. die gründe dafür lassen sich nicht schön reden, so einfach seh ich das 😬...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pisti 07.06.2020 10:50
    Highlight Highlight Naja dass mehr Schwarze inhaftiert sind, als Weisse liegt vielleicht auch am Fakt dass Weisse Bürger massiv mehr Opfer von Gewaltverbrechen von Schwarzen werden als umgekehrt. Bei Verbrechen von Schwarzen an Schwarzen sieht es dann nochmals düsterer aus.
    Ist dass dann auch Rassismus?
    • Herman Munster 07.06.2020 13:37
      Highlight Highlight Es ist ja ein Fakt und oben auch Beschrieben.
      Werden ein Weisser und ein Afro-Amerikaner beim Kiffen erwischt. Der Weisse bekommt eine Verwarnung, eventuell eine Buse und Afro-Amerikaner geht in den Knast!

      Das ist Rassismus oder nach Pisti Gerechtigkeit?
    • Pisti 07.06.2020 14:24
      Highlight Highlight BlueSun das liegt auch an den sozialen Umständen wer ins Gefängnis wandert und wer nicht. Gibt es auch in der Schweiz, nur nicht in dem extremen Ausmas.
      Die weisse Unterschicht, von den Leit-Medien auch rassistisch als White Trash bezeichnet landet genauso im Knast wie die schwarze Unterschicht.
    • Doppelpass 07.06.2020 22:08
      Highlight Highlight Genau, das ist Rassismus, nämlich dass, wie Du schreibst, massiv mehr Weisse Opfer von Gewaltverbrechen von Schwarzen werden, und auch mehr Schwarze Opfer von Schwarzen. Schwarze sind also öfter Täter von Gewaltverbrechen.
      Und warum ist das so?
      Das ist eine Folge vom Jahrhunderten voller, und immer noch anhaltendem Rassismus und Diskriminierung.
      Wenn Du meinst, dass ist keine Folge des Rassismus, dann kannst Du nur dem Meinung sein, dass es aufgrund besonderer Neigungen oder Eigenschaften der Schwarzen so ist. Das ist dann "klassischer" Rassismus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Irene Adler 07.06.2020 09:53
    Highlight Highlight Diese Statistiken sagen absolut nichts über Rassismus. Die zeigen nur, was überall auf der Welt so ist: wer arme Eltern hat, wird wahrscheinlich auch selber arm. Oder anders gesagt: nicht alle Kinder haben die gleichen Chancen.
    • Mietzekatze 07.06.2020 11:16
      Highlight Highlight Schau dir doch das Video an das Watson (ich glaube gestern) zum strukturellen Rassismus gemacht hat. Da siehst du eben gut, wieso es doch mit Rassismus zu tun hat. Und das seit vielen Generationen.
    • aglio e olio 07.06.2020 11:21
      Highlight Highlight Ja. Aber die armen Eltern waren schwarz.
  • kliby 07.06.2020 09:10
    Highlight Highlight Wisst ihr zu diesen Grafiken auch die Unterschiede zwischen schwarzen Frauen und schwarzen Männern? Die Unterschiede bei Obdachlosigkeit, Zugang zu Bildung und Gefängnis sind wahrscheinlich erheblich.

    D.h. es trifft schwarze Männer in vielen Dingen doppelt schlecht: Mannsein, Schwarzsein.
    • bruuslii 07.06.2020 11:20
      Highlight Highlight kliby, du denkst also männer werden öfter verurteit weil sie männer sind?

      nicht weil sie krimineller sind??

      oookayyyy... 😶
    • Toerpe Zwerg 07.06.2020 11:40
      Highlight Highlight Aber schwarze werden nicht häufiger veruteilt, weil sie krimineller sind?

      https://www.nzz.ch/international/unruhen-in-den-usa-interview-mit-dem-soziologen-professor-loury-ld.1559746

    • gofnamal 07.06.2020 12:13
      Highlight Highlight @bruuslii
      werden denn Schwarze nicht eher verhaftet, weil sie krimineller sind??

      und sind sie dann krimineller weil sie benachteiligter sind??

      muss man denn krimeneller werden weil man benachteiligter ist??
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mike the Bike 07.06.2020 08:51
    Highlight Highlight Diese Grafiken zeigen die strukturellen Probleme. Dies als Rassismus darzustellen ist eine sehr gewagte Theorie.
    Es gibt genügend Studien die aufzeigen, dass das grösste Problem „father absence“ ist. 75% aller Kinder wachsen ohne Vater auf. Wenn man Schwarze befragt, was ihre grössten Probleme sind, kommt Rassismus ganz weit hinten, wenn überhaupt, vor.
    Um dies herauszufinden genügen ein paar Mausklicks.
    • aglio e olio 07.06.2020 11:24
      Highlight Highlight Und du meinst, dass kein Zusammenhang bestehen kann? Wieso trifft es Afroamerikaner häufiger?
  • Jein 07.06.2020 08:28
    Highlight Highlight Ein grosses Problem ist auch das Bail-System, wobei dies eher die sozioekonomische Unterschiede zwischen den Ethnien aufzeigt (die natürlich wiederum vom institutionellen Rassismus verschärft werden): Ein Reicher und ein Armer können die gleiche Straftat begehen, der Reiche kann sich aber freikaufen (und sich einen besseren Anwalt leisten) während der Arme bis zum Prozess in Haft ist und währenddessen oft seine Arbeitstelle oder seine Wohnung verliert (oft mitsamt Hab und Gut).

    Zweiter Punkt in Bezug auf Covid-19: Die "Cancer Alley" in Louisiana zeigt dieses Problem auch sehr gut auf.
  • MeinSenf 07.06.2020 07:58
    Highlight Highlight Viele (nicht alle) der aufgeführten Argumente weisen letztendlich eher darauf hin, dass es sich um sozial schlechter positionierte Personen handelt (schlechtere Löhne, schlechtere Ausbildung, schlechtere Jobsicherheit, etc...). Es sind daher eher Indikatoren einer bestehenden Situation und weniger die Ursache.
    In einer echten Rassismusdebatte würde es mich auch interessieren, inwiefern den Betroffenen Steine in den Weg gelegt werden, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
    • Knety 07.06.2020 08:08
      Highlight Highlight Es ist das amerikanische Bildungssystem. Wer arm ist bleibt arm und wer reich ist bleibt reich. Was wir hier sehen ist kein Rassismus sondern fehlende Chancengleichheit von Leuten mit unterschiedlichen Einkommen.
    • Heb dä Latz! 07.06.2020 08:15
      Highlight Highlight Die Steineleger sind keine Kobolde sondern meistens bestens bekannt, diese gilt es rigoros zu benennen und deren verwerfliches Treiben im Keime zu ersticken.
    • glass9876 07.06.2020 09:04
      Highlight Highlight Richtig und falsch: Diese Zahlen zeigen, dass das Problem existiert. Die Betrachtung der Entwicklung der Zahlen, könnte zeigen, ob der Rassismus geringer wird oder gleich bleibt.
      Richtig ist, dass diese Zahlen auch in einer rassismusfreien Gesellschaft noch eine Zeit lang Fortbestand hätten, dass sich die Folgen der forderen Jahrzehnte sozusagen rauswachsen müssten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 07.06.2020 07:56
    Highlight Highlight Ich fände es doch sehr relevant, auch in einem emotional aufgeheizten Thema korrekte Begrifflichkeiten zu verwenden.

    Dieser Artikel zeigt keinerlei institutionellen Rassismus auf, sondern demonstriert nur den augenfällige und stossenden Mangel an Chancengleichheit für Schwarze und Farbige in den USA.

    Ob diesem Umstand institutioneller Rassismus zugrunde liegt, müsste überprüft werden, denn dieser müsste sich ja eben institutionell niederschlagen in Gesetzen, Dienstanweisungen etc.:

    https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/rassismus/rassistisches-profiling/begriff/

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