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John Oliver analysiert Gurbanguly Berdimuhamedov, der in seinem mit Pferden überfüllten Büro sitzt. screenshot: youtube/lastweektonight

«Horse Fucker» – John Oliver hat den wohl skurrilsten Diktator der Welt zerpflückt

John Oliver hat nicht nur Gurbanguly Berdimuhamedov auseinandergenommen. Sondern zum Ende seiner Sendung auch eine gigantische Überraschung präsentiert.



Wir müssen zugeben: Wir sind gerade ein bisschen angefressen von Late-Night-Shows. Noah, Colbert und Oliver haben es uns einfach so was von angetan. Dies nicht nur, weil ihr Humor à point ist, sondern ihre Analysen meist messerscharf sind. Oder wie es dieser watson-User ausdrückt:

Nun, nachdem wir uns also entschuldigt haben, dass wir nach Noahs Ausführungen zu Epstein auch noch einen Artikel zu John Oliver bringen, können wir also loslegen. Und wir garantieren dir, du wirst es nicht bereuen, das Folgende zu lesen beziehungsweise zu sehen.

Bist du bereit?

Gurban... was?

Ja, du hast schon richtig gelesen: Gurbanguly Berdimuhamedov. Gut möglich, dass du diesen Namen noch nie gehört, geschweige denn ausgesprochen hast (Pro-Tip: probiers mal.).

Nur: Das ist eigentlich falsch so. Denn Berdimuhamedov ist einer der übelsten Diktatoren auf diesem Planeten. Er führt sein Land, Turkmenistan, ähnlich autoritär wie etwa Kim Jong Un und beging ebenfalls unzählige Verbrechen an seiner eigenen Bevölkerung. Nur ist der Nordkoreaner ungleich öfter in den Medien als der Mann aus Ashgabat.

Das dürfte sich nun ein wenig ändern. Denn John Oliver hat den Turkmenen gerade derart vorgeführt, dass sein Youtube-Video durch die Decke geht und Social Media von Gurbanguly Berdimuhamedov regelrecht besessen ist.

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Diesen Beitrag von Oliver musst du unbedingt gesehen haben. Video: YouTube/LastWeekTonight

Ist Berdimuhamedov tot? Nein.

Als Erstes befeuerte Oliver in seinem Beitrag Gerüchte, wonach Berdimuhamedov verstorben sei. Diese kursieren schon länger. Das turkmenische Staatsfernsehen versuchte diese jedoch zu entkräften, indem es Bilder des Herrschers zeigte, wie er mit einem Auto Stunts vor einem Krater macht. Sie sind unfassbar seltsam und offensichtlich hätten diese auch aus der Vergangenheit stammen können.

Doch mittlerweile wissen wir, dass Berdimuhamedov auch noch am leben ist. Denn er tauchte an einer internationalen Wirtschaftsmesse in Turkmenistan auf.

Turkmenistan's President Gurbanguly Berdymukhamedov inspects the Russian made limousine Aurus Senat as Russian Prime Minister Dmitry Medvedev, left, stands by as during a visit the Caspian innovative technologies exhibition at the First Caspian Economic Forum in Turkmenbashi, Turkmenistan, Monday, Aug. 12, 2019. (Dmitry Astakhov, Sputnik, Government Pool Photo via AP)

Er lebt: Gurbanguly Berdimuhamedov inspiziert ein russisches Auto am Montag, 12. August 2019. Bild: AP

Berdimuhamedov liebt Pferde

Dann widmete sich Oliver Berdimuhamedovs seltsamer Liebe zu Pferden. Der Diktator ist derart von ihnen besessen, dass er in einem Buch, wenn die Übersetzung stimmt, vom «(Geschlechts)-Verkehr zwischen Mensch und Pferd schwärmt». Oliver legt in zahlreichen Videos und Fotos dar, dass Berdimuhamedovs Pferde-Liebe definitiv ausgeartet ist.

So besitzt Berdimuhamedov rund 600 Akhal-teke-Pferde. Dies entspricht etwa zehn Prozent der weltweiten Population dieser Pferde-Art. Auch im Büro des Autokraten wimmelt es nur so von Pferden. Hufeisen, Statuen, Verzierungen.

Zitat Oliver: «Horse-Fucker!»

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Gurbanguly Berdimuhamedov mag Pferde: Er hat doch nicht etwa? screenshot: youtube/lastweektonight

Berdimuhamedov liebt aber auch Rekorde – und Oliver überrascht alle

Des Weiteren zeigte der TV-Entertainer, welch absurde Gebäude und Monumente der Herrscher in seinem Land hat bauen lassen. Berdimuhamedov ist ganz offensichtlich verrückt danach, neue Rekorde aufzustellen und versucht diese auch immer im Guinness Buch der Rekorde zu verewigen. Dazu gehören etwa das grösste Indoor-Riesenrad, unzählige Bauten aus Marmor und natürlich zahlreiche Pferde-Statuen.

Oliver nervt sich deswegen nicht nur über den Turkmenen, sondern auch über das Guinness Buch der Rekorde. Dieses mache sich zum Handlanger von skrupellosen Diktatoren und mache daraus ein grosses Geschäft. (Die Bestätigung eines Rekordes kostet bis zu 500'000 US-Dollar.)

Und als nun das Team von Oliver das Guinness Buch der Rekorde um einen Rekord-Eintrag anfragte, wollte dieses nicht mitmachen. Weshalb er das Rekorde-Buch gleich auch noch in die Pfanne haute.

Der Comedian liess für die Sendung einen eigenen Marmor-Rekord aufstellen, um Berdimuhamedov zu verärgern. (Und natürlich, um für eine perfekte Pointe für einen sowieso schon perfekten Beitrag zu sorgen.)

Oliver hat tatsächlich den weltgrössten Marmorkuchen backen lassen. Dafür brauche er «Guinness World Records» gar nicht, so der Entertainer.

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Oliver posiert mit einer riesigen goldenen Gabel vor dem grössten Marmorkuchen. screenshot: youtube/lastweektonight

Verziert wurde die überdimensionale Süssigkeit mit einem gigantischen Foto des turkmenischen Machthabers, der vom Pferd stürzt. Ein Unfall, der sich im Jahr 2013 tatsächlich ereignete, worauf Berdimuhamedov anordnete, sofort sämtliche Bilder des Vorfalls löschen zu lassen.

Der Sturz ist übrigens ebenfalls in Olivers Clip zu sehen. Und falls du dir diesen bis jetzt wirklich noch nicht gegönnt hast, dann tue es jetzt. Er ist wirklich grossartig. (cma)

Kannst du dich an unseren Autostöppler erinnern? Er war auch in Turkmenistan. Und er erlebte diese seltsame Story:

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