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dpatopbilder - HANDOUT - Dieses von Georges de La Tremoille von Mu Press zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Frachter «Wakashio» vor der Ostküste von Mauritius Foto: Georges De La Tremoille/MU press/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits

Dieses von Georges de La Tremoille von Mu Press zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Frachter «Wakashio» vor der Ostküste von Mauritius. Bild: sda

Mauritius ruft den Notstand aus – Helfer versuchen Ölkatastrophe abzumildern



Der Inselstaat Mauritius hat den «ökologischen Notstand» ausgerufen, nachdem Schweröl in den Ozean ausläuft. Dies berichtete die BBC am Samstag. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Behörden und Helfer nach dem Schiffsunglück vor zwei Wochen die Umweltkatastrophe abzumildern.

Bislang sei ein Tank des auf Grund gelaufenen Frachters gerissen, sagte am Samstag Vikash Tatayah von der Mauritian Wildlife Foundation (MWF), der bei der Bewältigung der Krise mithilft. Es könne aber zu weiteren Rissen und grösseren Ölaustritten kommen. «Ich befürchte, dass es schlimmer wird.»

Wegen des Umwelt-Notstandes bekommt der Inselstaat im Indischen Ozean Hilfe aus dem Ausland.

Japanisches Unternehmen entschuldigt sich

Die «Wakashio» war ohne Fracht auf dem Weg nach Brasilien und ging vor zwei Wochen vor Mauritius auf Grund. Die Ursache ist bislang unklar. Zunächst sei versucht worden, das 300 Meter lange Schiff wieder flott zu bekommen, doch wegen der schlechten Wetterbedingungen habe man wenige Fortschritte machen können, erklärte Nagashiki Shipping, der Besitzer des Frachters. Das Schiff hatte rund 4000 Tonnen Öl in seinen Tanks, am Donnerstag begann es auszutreten. «Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Menschen in Mauritius und bei den Betroffenen dafür, dass wir ihnen so viele Probleme bereitet haben», teilte das japanische Unternehmen mit.

In this satellite image provided by 2020 Maxar Technologies on Friday, Aug. 7, 2020, an aerial view of the MV Wakashio, a bulk carrier ship that recently ran aground off the southeast coast of Mauritius. The prime minister of Mauritius says the government is appealing to France for help with a brewing environmental disaster after a ship that ran aground almost two weeks ago off the Indian Ocean island nation began leaking oil. Prime Minister Pravind Jugnauth said Friday that the leak “represents a danger for Mauritius

Das Schiff war auf dem Weg von China nach Brasilien, als es auf Grund lief. Bild: keystone

Derzeit bemühen sich Behörden und Helfer, das bereits ausgelaufene Öl zu entfernen und das restliche Öl im Frachter abzupumpen, wie Tatayah erklärte. Dies gehe aber nur langsam voran, «die Aufgabe ist enorm». Nachdem Regierungschef Pravind Jugnauth einen Umwelt-Notstand ausgerufen und um Hilfe aus dem Ausland gebeten hatte, sicherte unter anderem Frankreich Unterstützung zu.

«Wenn die biologische Vielfalt gefährdet ist, besteht dringender Handlungsbedarf», schrieb Präsident Emmanuel Macron auf Twitter. «Frankreich ist da.» Man werde ein Flugzeug und ein Marineschiff mit Experten und Material aus La Réunion schicken, teilte der Präfekt der Insel mit. La Réunion gehört zu Frankreich und liegt etwa 230 Kilometer südwestlich von Mauritius.

«Ich habe tote Fische gesehen und Krabben, die von dem Öl bedeckt sind.»

Naturschutzgebiet betroffen

Umweltschützer sind sehr besorgt über die Auswirkungen des Desasters. Der Frachter liegt auf einem Riff inmitten einer Lagune auf der Südostseite von Mauritius. Eine kleine, nahe gelegene Insel – ein Naturschutzgebiet – sei direkt von dem Öl-Austritt betroffen, erklärte Tatayah. «Ich habe tote Fische gesehen und Krabben, die von dem Öl bedeckt sind.» Die Lagune sei in den vergangenen Jahren mit viel Arbeit wiederhergestellt worden. Die Katastrophe mache «20 Jahre der Restauration zunichte».

Bild

screenshot: google maps

Es wurden Ermittlungen in die Wege geleitet, um die Ursache des Unglücks zu finden. Tatayah zufolge hätte das Schiff nie so nah an das Festland herankommen dürfen. Demnach ist es in den vergangenen fünf Jahren bereits zu vier Schiffsunglücken gekommen, zwei davon in der Nähe des jetzigen. Tatayah forderte, dass die Versicherer des Frachters «Wakashio» für alle Schäden aufkommen.

Der Inselstaat Mauritius mit rund 1.3 Millionen Einwohnern liegt vor der Küste Madagaskars im Indischen Ozean. Er ist bei Touristen wegen seiner Strände, Korallenriffe und reichhaltigen Tierwelt sehr beliebt.

(dsc/sda/dpa)

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