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Guaidó warnt Maduro: «Mich zu entführen wäre einer seiner letzten Fehler»



epa07406721 The leader of the Venezuelan Parliament, Juan Guaido (C), and his wife Fabiana Rosales (L) arrive at the Government Palace, in Asuncion, Paraguay, 01 March 2019. Guaido, recognized by Paraguay as interim president of Venezuela, was received with honors of Head of State by the Paraguayan President Mario Abdo Benitez before the meeting that will be held in the Government Palace, which will be followed by a joint statement.  EPA/ANDRES CRISTALDO

Juan Guaidó will zurück nach Venezuela. Bild: EPA/EFE

Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident Juan Guaidó hat Staatschef Nicolás Maduro davor gewarnt, ihn am Montag bei seiner Rückkehr in seine Heimat festnehmen zu lassen. Ihn zu «entführen» wäre «zweifellos einer der letzten Fehler» der Maduro-Regierung, sagte Guaidó am Sonntagabend in einer Online-Videobotschaft.

Der inzwischen von rund 50 Staaten als Übergangspräsident anerkannte Guaidó will Maduro aus dem Amt drängen und Neuwahlen organisieren.

Am 23. Februar war der Oppositionsführer trotz eines Ausreiseverbots ins benachbarte Kolumbien gereist. Zudem besuchte er in den folgenden Tagen Brasilien, Paraguay, Argentinien und Ecuador. Sein Gegenspieler Maduro hat angekündigt, dass sich Guaidó wegen der unerlaubten Ausreise in Venezuela vor Gericht verantworten muss.

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

Die venezolanischen Behörden ermitteln gegen den Oppositionspolitiker und Parlamentspräsidenten, weil er sich am 23. Januar zum Interimsstaatschef erklärt und zu Maduros Sturz aufgerufen hatte. Die Behörden hatten Guaidó wegen der gegen ihn laufenden Ermittlungen die Ausreise aus Venezuela untersagt.

Aufruf zu Massenprotesten

Am Sonntag kündigte Guaidó im Onlinedienst Twitter seine Rückkehr nach Venezuela an und forderte seine Landsleute zu neuen Massenprotesten gegen Maduro auf. Die Venezolaner sollten am Montag ab 11.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MEZ) «im ganzen Land» auf die Strasse gehen. In der Videobotschaft, die Guaidó zusammen mit seiner Frau aufnahm, nannte er seine Rückkehr eine «historische Herausforderung».

Tote und Verletzte an den Grenzen zu Venezuela

Video: srf

Unklar war zunächst, wann genau und wie Guaidó zurück ins Land kommen will. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt ein Flug von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá nach Caracas. Es ist aber auch möglich, dass der 35-Jährige versucht, auf dem Landweg über die kolumbianische Grenze zu kommen.

Auf diesem Weg war er vor gut einer Woche auch ausgereist. Nach eigenen Angaben wurde er dabei vom venezolanischen Militär unterstützt, das bislang die wichtigste Stütze von Staatschef Maduro ist.

Guaidó hatte sich zuletzt in Ecuador aufgehalten. Am Samstag war er in der Küstenstadt Salinas mit dem ecuadorianischen Staatschef Lenín Moreno und venezolanischen Flüchtlingen zusammengetroffen. Am Sonntag reiste er aus Salinas ab, ohne sein Reiseziel zu nennen.

Maduro vor Dilemma

epa07399957 A handout picture provided by Miraflores press shows the Venezuelan President Nicolas Maduro during his participation during the closure of the International People's Assembly in Caracas, Venezuela, on 26 February 2019. Maduro says that his country suffered an 'aggression' from the Colombian Government on Saturday, when opposition tried to enter tons of humanitarian aid stored in Cucuta, Colombia.  EPA/PRENSA MIRAFLORES / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/PRENSA MIRAFLORES/EFE

Die EU warnte die venezolanische Regierung vor einer Festnahme Guaidós bei dessen Rückkehr. In einer Erklärung der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini vom Samstagabend hiess es, jegliche Massnahme, die Guaidós «Freiheit, Sicherheit oder persönliche Integrität» gefährde, werde die Spannungen erheblich eskalieren. Auch die USA und andere Verbündete äusserten sich besorgt um seine Sicherheit.

Nach Einschätzung von Beobachtern in Venezuela steht Maduro vor einem Dilemma: Wenn er Guaidó festnehmen lässt, muss er erneut mit scharfer Kritik im In- und Ausland rechnen, wie der Politikexperte Luis Salamanca sagte. Wenn er ihn aber unbehelligt einreisen lasse, werde dies als weiterer Autoritätsverlust für den unter Druck stehenden Staatschef gewertet. (sda/afp)

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