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Nach dem Brexit: Welle von rassistischen Vorfällen erfasst England 



Schon im Vorfeld der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien gab es vermehrt fremdenfeindliche und rassistische Töne. Besonders Polen – die grösste nicht englischsprachige Minderheit im Vereinigten Königreich – wurden stark angefeindet.

Sie hofften, nach dem emotional geführten Abstimmungskampf würde sich die Situation wieder beruhigen. Offenbar lagen sie falsch: In Huntingdon, wo viele polnische Immigranten leben, wurden vor einer Schule Flyer verteilt, die Polen als «Ungeziefer» betiteln. Solche Flyer in englischer und polnischer Sprache wurden auch polnischstämmigen Familien in die Briefkästen gelegt. 

Es blieb nicht bei verbalen Pöbeleien: Diese beiden Polen – Vater und Sohn – wurden von unbekannten Tätern zusammengeschlagen: 

Aber nicht nur die Polen bekamen den Hass der Fremdenfeinde zu spüren, die sich nach dem Brexit im Aufwind wähnen. Auch fremdländisch aussehende Briten, beispielsweise Pakistaner, berichteten über Anfeindungen: 

Der Twitter-Account Post-Brexit Racism sammelt die Berichte. Manche Brexit-Befürworter sind demnach der Meinung, nun müssten Ausländer zurückgeschickt werden: 

Im Alltag kam es zu hasserfüllten Szenen: 

Auch Muslime sind Zielscheibe der Anfeindungen. In der Nähe von Birmingham demonstrierte die rechtsextreme English Defence League (EDL) gegen eine Moschee: 

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 27.06.2016 21:58
    Highlight Highlight Und wer will denn die Drecksarbeit machen, wenn die polen weg sind?
  • tzhkuda7 27.06.2016 15:10
    Highlight Highlight Nichts neues im Westen
  • andersen 27.06.2016 15:02
    Highlight Highlight Es gibt kein Grund in Europa jemand zu umbringen oder zu bedrohen. wer das macht, gehört nicht auf der Strasse, sondern in den Händen von ein Staatsanwalt.
  • DerGrund 27.06.2016 14:10
    Highlight Highlight Jaja...da kommen die ganzen Looser des geistigen Bodensatzes aus ihren Löchern gekrochen, die in ihrem Leben nichts geleistet und nichts erreicht haben und sich deshalb am letzten Strohhalm der völkischen Überlegenheit festhalten müssen, um sich so wenigstens imaginär mit der Leistung ihrer Vorfahren (welche derweil im Grab rotieren) zu identifizieren und sich der eigenen Unwichtigkeit nicht gewahr zu werden. Dasselbe bei uns. Henri Dunant & Co lassen grüssen.
  • silverback 27.06.2016 13:42
    Highlight Highlight All die besorgten Kommentareschreiber hier würden natürlich noch heute einem EU-Beitritt zustimmen, habe ich Recht? Damit die Rechtsextremen sich in Luft auflösen mögen.
    • Herbert Anneler 27.06.2016 14:51
      Highlight Highlight Was ich feststelle, lieber Silverback, ist, dass die Brexit-Befürworter sich teilweise wie Primaten verhalten - rechtsextrem eben... Bewahre man uns vor dem Planet der Affen!
    • andersen 27.06.2016 15:15
      Highlight Highlight Dieser Abstimmung hat die Affen mehr Zucker gegeben.
    • silverback 27.06.2016 15:17
      Highlight Highlight Das ist natürlich so, lieber Herr Anneler. Sie hätten bei dieser Gelegenheit noch meine Frage beantworten können, oder war die Ihnen zu affig?
    Weitere Antworten anzeigen
  • 123und456 27.06.2016 13:11
    Highlight Highlight Wer ist denn ernsthaft so naiv und glaubt es wird besser nach dem Brexit. Wir sprechen von rechtsextremen. Die werden nach jedem einzelnen "sieg" noch einen schritt weiter gehen. SVP läsdt grüssen
    • guby 27.06.2016 13:30
      Highlight Highlight Ich glaube du hast etwas die Relationen aus den Augen verloren. Die SVP ist sicherlich nicht gegen eine restriktive Asylpolitik. Aber solche Auswüchse offensichtlichen Rassismus der SVP anzuhängen finde ich etwas gar vermessen. Nichtmal der Parade-Anti-Ausländer aus Oberwil-Lieli ist derart offensiv. Das sage ich nicht um die SVP zu verteidigen. Ich bin einfach der Ansicht, dass genau solche überzogenen Aussagen zu einem schlechten Klima führen in dem Diskussionen unmöglich werde. Im Grunde ist deine Verallgemeinerung dieser Partei nichts anderes als was die SVP mit Ausländern macht.
    • guby 28.06.2016 09:09
      Highlight Highlight Zu "befürchten", mehr "schwarze Sprösslinge" zu sehen ist doch noch nicht ganz dasselbe wie Jemanden als "Ungeziefer"zu bezeichnen oder gar gewisse Banner bei offiziellen Parteianlässen mitzuführen. Für mich ist die Haltung in der Asylfrage der Mehrheit der SVP zwar moralisch verwerflich, nicht aber rassistisch. Emotionale Diskussionen führen zum Verlust der Präzision und dann, in einer Spirale, zur Verhärtung der Fronten. Speziell hier.
    • guby 28.06.2016 11:51
      Highlight Highlight Dass sie in dieselbe Richtung gehen bestreitet niemand, ich habe lediglich keine Lust die Rassismuskeule zu schwingen ohne sich differenziert damit auseinanderzusetzen. Und wenn du mir zeigen kannst, wie du auf deine Meinung kommst kann ich vielleicht sehen, dass du recht hast. Das bedingt natürlich, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast und nicht nur folgst.
      PS: Es ist genau dieser überhebliche Unterton der weniger Gebildete in die Arme der "Volchspartei" treibt, weil sie sich da verstanden fühlen. Wenn du nicht auf Diskussionspartner eingehst hast du nicht verdient, dass man dir zuhört.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie woof 27.06.2016 12:08
    Highlight Highlight UKIP, AfD, Front National, SVP usw sind die Brandstifter welche es bestens verstehen, einen Teil der Bevölkerung mit Unwahrheiten zu bearbeiten bis die das Gefühl haben, im Recht zu sein. Und die ganz Dummen glauben dann auch, dazu auserkoren zu sein um für Recht und Ordnung zu sorgen.
    • Marc A. 27.06.2016 12:16
      Highlight Highlight Ach - und du glaubst dass Du oder Deine Partei hat recht hat und dass nur die Rechten Brände stiften? Es wird unabhängig ob rechts oder links mit Halbwahrheiten Wählerstimmen gewonnen. Die grosse Kunst ist heutzutage, sich objektiv zu informieren und sich selber eine Meinung zu bilden anstatt einer Masse hinterherzuwandern.
    • _helmet 27.06.2016 15:15
      Highlight Highlight Mir kommen in der Schweiz spontan viele Beispiele von Rechtsaussen (svp) in den Sinn, die Halbwahrheiten doch sehr umfassend und systematisch einsetzten,um Wählerstimmen zu gewinnen. Bürgerliche, Mitte und Links tun das deutlich viel weniger.
    • Anam.Cara 28.06.2016 07:34
      Highlight Highlight @Marc: ich sehe das ähnlich wie helmet. Früher, als die SVP noch eine Bauern- und Bürgerpartei war (also vor Blocher), waren die Leute für mich durchaus wählbar.
      Dann las ich die ersten zwei Seiten einer Albisgüetli-Rede von Blocher. Weiter konnte ich nicht lesen wegen akutem Infarkt-Risiko, weil ich mich derart ärgerte. Da wurden historische Begebenheiten aus dem Zusammenhang gerissen und frei uminterpretiert, da wurden Zusammenhänge angedeutet, die es nicht gibt. Und es wurden logische "Beweisketten" konstruiet.
      Seither ist SVP für mich nicht mehr wälbar.
  • NWO Schwanzus Longus 27.06.2016 11:53
    Highlight Highlight Ihr vergisst das extrem viele Linke Labourwähler für einen Brexit gestimmt haben. Und die English Defense League ist schon immer durch solche Schandtaten aufgefallen, nur wurde darüber nicht berichtet bis vor Kurzem und jetzt benutzt man solche Schandtaten um damit die Brexit Kampagne zu diffamieren.
    • FrancoL 27.06.2016 12:12
      Highlight Highlight Falsch, die Schandtaten und Schandgedanken waren schon vorher da, der Rassismus grasiert nun mal in vielen Köpfen und der Breit hat sich nie von diesen Elementen und Denkweisen distanziert!
    • NWO Schwanzus Longus 27.06.2016 13:11
      Highlight Highlight Ich habe eigentlich angedeutet das die Schandtaten schon immer da waren nur das jetzt wo man eine Kampagne und ihre Befürworter Diffamieren kann drüber berichtet wird. Der Brexit hat mit dem Rassismus nichts zu tun.
    • Fabio74 27.06.2016 13:29
      Highlight Highlight das stimmt aber: Jetzt nützt dieses Pack die Stimmung für die Schandtaten. Es ist an den Anführern der Befürwortern sich zu distanzieren.
  • Hammerschlegel 27.06.2016 11:51
    Highlight Highlight Die Geister, die sie riefen........!!
  • Marc A. 27.06.2016 11:42
    Highlight Highlight Ach hört doch auf, den "Brexit" mit Rassismus und Intoleranz gleichzustellen. Frieden, Toleranz und Respekt vor den Mitmenschen ist nicht eine Frage wo ich die politischen Grenzen ziehe - es ist schlicht eine Frage der inneren Einstellung. Es sind einzelne MENSCHEN, welche das Problem sind - und das ganze links- oder rechtsextrem interpretieren. Stimmungsmache hüben wie drüben.
    • Schneiderlein 27.06.2016 11:57
      Highlight Highlight Dieses Schüren von Hass, Intoleranz und bewitschaften von Rassismus ist keine Interpretationsfrage. Was Ukip, SVP, FN, AfD, FPÖ und wie sie alle heissen, veranstalten, ist nicht Stimmungsmache, sondern perverseste Kriegserklärung an die Menschlichkeit.
    • Fabio74 27.06.2016 11:59
      Highlight Highlight Deine Verharmlosung machts nicht besser. Es nutzen einige Gruppen die Gunst der Stunde ihren Hass auszuleben. Es wäre an den Berfürwortern hier Stellung zu nehmen und diese Vorfälle aufs Schärfste zu verurteilen
    • FrancoL 27.06.2016 12:01
      Highlight Highlight Bei 4% Unterschied kann der Rassismus das Zünglein an der Waage sein. Die die Zahl der Rassisten sollte man nicht unterschätzen. Es geht da nicht um Extreme sondern mitunter auch um den NORMALO der mitunter im Stillen rassistisch denkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raembe 27.06.2016 11:34
    Highlight Highlight Man sollte meinen der Mensch habe sei im Jahr 2016 weiterentwickelt.... Schade und traurig sowas
    • Raembe 27.06.2016 12:19
      Highlight Highlight *habe sich.

      sry
  • Louie König 27.06.2016 10:45
    Highlight Highlight Es ist einfach nur zum Kotzen. Da zeigt sich ein weiteres Mal, was hinter "den berechtigen Sorgen von Bürgern" wirklich steckt. Fremdenhass, Fremdenhass und noch mehr Fremdenhass. Das haben die "Konservativen" in allen Staaten gemeinsam. Aber hier wird von den rechts-aussen-Flügeln nicht verlangt, dass sie sich distanzieren, oder? Nicht, wie von allen Muslimen, wenn ein islamistischer Extremist einen Anschlag verübt. Ich weiss, es sind nicht alle, hoffentlich eher eine Minderheit, die sich so aufführt. Rechte Parteien zielen aber auf diese Minderheiten, anstatt auf die moderaten Wähler.
    • D(r)ummer 27.06.2016 11:12
      Highlight Highlight Nein nicht nur Fremdenhass. Leider ist das auch eine Minderheit, welche weit hervorgehoben wird um Ängste zu schüren. Ich hoffe jedoch auch, dass sich die Brexit-Befürworter von denen distanzieren! Die Fremdenhasser sollen still sein und die richtigen Argumente gegen die EU (z.B. steigende Machtpolitik und weniger für den Bürger) walten lassen. Rechts, Links im Islam und sowieso überall wird nur über den extremen Abschaum berichtet.
    • FrancoL 27.06.2016 11:23
      Highlight Highlight @PLOmehe90; Der Weg zum Terrorist fängt auch einmal an. Wehret den Anfängen! Kennst Du diese Wahrheit?
    • Louie König 27.06.2016 11:26
      Highlight Highlight Es geht hier um rassistische Übergriffe, die verurteilt gehören und zwar von denjenigen, die eine fremdenfeindliche Stimmung gezielt anheizen mit ihrer Polemik. Ausserdem bin ich der Meinung, dass auch bei Anschlägen von islamistischen Extremisten sich kein einziger Muslim dafür verantworten bzw. sich distanzieren muss, denn diese Terroristen handeln nicht im Namen von Millionen moderaten Muslimen. Dasselbe gilt hier. Es muss sich eigentlich niemand, ausser den Tätern selbst, für diese Taten verantworten. Die Rechten verlangen das aber immer von Muslimen, also verlange ich es von ihnen jetzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 27.06.2016 10:37
    Highlight Highlight Kommt nun doch noch das wahre Gesicht der Kampagne zum Vorschein? Erkennt man nun auch die richtige Handschrift die wahre Gesinnung? Eine Schande!
    • Louie König 27.06.2016 11:30
      Highlight Highlight Wer dieses Gesicht im Vorfeld nicht erkannte, der hat in den letzten Jahren politisch aber tief und fest geschlafen. Jetzt wäre ein Statement von den Brexit-Befürwortern wichtig, in dem sie klarstellen, aus welchen Gründen sie effektiv den Brexit wollten. Das Problem dürfte aber sein, dass ihnen dazu nicht sehr viel einfallen dürfte, da Isolation das Ziel war...das konnte man dem doofen Volk aber leider nicht so sagen im Vorfeld.
    • wonderwhy 27.06.2016 11:33
      Highlight Highlight Bitte nicht suggerieren dass die Zwischenfälle in irgendeiner Weise von der Kampagne instruiert wurden. In der Brexit Debatte ging es nicht um Rassismus und Fremdenhass, sondern um Selbstbestimmung und Unabhängikeit.
    • FrancoL 27.06.2016 11:45
      Highlight Highlight D00A; Soll man denn eine Vielzahl der Wählenden bitten sich von der Urne fern zu halten? Auch in der Schweiz gehen viele wählen und legen die Parole der Partei ein, denn von mehr haben sie keine Ahnung und mögen sich auch nicht unbedingt darüber informieren.
      Heikle Aussage, wenn auch eine verständliche.
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