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Protesters block an intersection near the Transit Center as they march uptown in Charlotte, N.C. Wednesday, Sept. 21, 2016. Authorities in Charlotte tried to quell public anger Wednesday after a police officer shot a black man, but a dusk prayer vigil turned into a second night of violence, with police firing tear gas at angry protesters and a man being critically wounded by gunfire. North Carolina's governor declared a state of emergency in the city. (Jeff Siner/The Charlotte Observer via AP)

«Schwarze Leben zählen mehr als die weisse Vorherrschaft», steht auf diesem Transparent. Bild: AP/The Charlotte Observer

Hunderte Demonstranten trotzen Ausgangssperre in Charlotte

In der US-Stadt Charlotte haben sich in der Nacht hunderte Demonstranten einer Ausgangssperre widersetzt. Sicherheitskräfte waren mit massivem Aufgebot vor Ort, griffen zunächst aber nicht ein.



Video: watson.ch

Die Teilnehmer einer Protestaktion blieben auch nach Inkrafttreten der behördlich verhängten Ausgangssperre in der Nacht zu Freitag um Mitternacht (Ortszeit; 06.00 Uhr MESZ) auf den Strassen des Stadtzentrums, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

Zwei Beamte waren von Demonstranten mit einer chemischen Substanz besprüht worden und mussten behandelt werden, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Ansonsten verliefen die Demonstrationen mehrheitlich friedlich.

Ausgangssperre nach Unruhen

Nach mehrtägigen Unruhen hatten die Behörden der Stadt am Donnerstagabend eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Massnahme sollte von Mitternacht an sechs Stunden lang gelten, teilten Bürgermeisterin Jennifer Roberts und die Polizeidirektion der Stadt im Bundesstaat North Carolina mit.

Kurz vor Inkrafttreten der Ausgangssperre gab es neuerliche Zusammenstösse zwischen Polizisten und Demonstranten, in deren Verlauf die Sicherheitskräfte Tränengas einsetzten. Mehrere 100 Protestteilnehmer hatten eine wichtige Stadtautobahn in der Nähe des Stadions von Charlotte blockiert.

Einige der Demonstranten legten sich auf dem Asphalt nieder. Die Kundgebungsteilnehmer flüchteten, nachdem die Polizei Tränengas eingesetzt hatte.

Es war die dritte Nacht in Folge mit Zusammenstössen, seit ein Polizist am Dienstagabend auf dem Parkplatz eines Reihenhauskomplexes in Charlotte einen Afroamerikaner erschossen hatte. Dies hatte die Proteste in der Stadt ausgelöst. Am Mittwoch wurde der Notstand für Charlotte ausgerufen, die Nationalgarde wurde mobilisiert.

In der Nacht zum Donnerstag waren hunderte Menschen auf die Strasse gegangen. Es kam zu Zusammenstössen, die Polizei setzte Tränengas ein. Dabei traf eine Kugel einen 26-Jährigen in den Kopf. Er erlag am Donnerstag im Spital seinen Verletzungen, wie die Zeitung «Charlotte Observer» berichtete. Nach Angaben der Behörden war es aber nicht die Polizei, die auf ihn geschossen hatte.

Haftbefehl gegen Polizistin

Tödliche Schüsse auf einen unbewaffneten Schwarzen waren auch im US-Bundesstaat Oklahoma abgegeben worden. Nun ist eine Polizistin deshalb formell des Totschlags beschuldigt worden. Gegen die Beamtin sei Haftbefehl erlassen worden, erklärte Staatsanwalt Steve Kunzweiler in Tulsa.

Der Polizistin wird vorgeworfen, am vergangenen Freitag auf einer Strasse in Tulsa den 40-jährigen Schwarzen Terence Crutcher erschossen zu haben. Der Vorfall war von Polizeikameras aufgezeichnet worden.

Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mann mit erhobenen Händen an seinem Auto lehnt – es sieht so aus, als kooperiere er mit den Beamten. Dann trifft ihn der Schuss einer Polizistin, er stürzt zu Boden, woraufhin ein weiterer Polizist eine Betäubungswaffe abfeuert.

Laut Ermittlungsunterlagen gab die Polizeibeamtin an, sie habe sich von Crutcher bedroht gefühlt – obwohl dieser keine Waffe trug und sich auch in seinem Auto keine Waffe befand. (wst/sda/afp/dpa)

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