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Workers secure a statue of Jefferson Davis to a trailer after removing it from the the Kentucky state Capitol in Frankfort, Ky., on Saturday, June 13, 2020. (Ryan C. Hermens/Lexington Herald-Leader via AP)

Arbeiter sichern die Statue von Jefferson Davis, nachdem sie vom State Capitol in Kentucky entfernt wurde. Bild: keystone

Republikaner blockiert Entfernung umstrittener Statuen aus US-Kapitol



Ein Senator der US-Republikaner hat Bemühungen der Demokraten zur Entfernung umstrittener Statuen aus dem Kapitol in Washington blockiert. Die Demokraten Charles Schumer und Cory Booker hatten am Donnerstag versucht, mit Zustimmung aller Senatoren die sofortige Entfernung von elf Statuen zu veranlassen, die Soldaten und andere Vertreter der Konföderierten Staaten darstellen.

Der Republikaner Roy Blunt sprach sich dagegen aus und verwies auf Vereinbarungen mit den Bundesstaaten über die Statuen. Das Kapitol ist der Sitz der beiden Parlamentskammern, des Senats und des Repräsentantenhauses.

Booker begründete die Dringlichkeit seines Anliegens mit «dem Schmerz, dem Leiden, die diese Statuen repräsentieren». Die Konföderierten hatten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gegen den Norden gekämpft und sich dabei gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze gewehrt. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat eine breite Debatte über Rassismus in den USA angestossen. Dabei geht es auch um die amerikanische Erinnerungskultur.

«In Amerika gibt es gerade eine Bewegung, die fordert, dass wir dem Gift des Rassismus in unserem Land entgegentreten», erklärte Schumer. Die USA hätten noch viel Arbeit vor sich, um die jahrhundertelange Ungerechtigkeit zu beseitigen, die in Gesetzen und Institutionen verankert sei. «Es wäre eines der einfachsten Dinge, die wir tun könnten, die Statuen einiger alter Rassisten (aus dem Kapitol) heraus zu befördern», erklärte Schumer.

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, ordnete unterdessen die Entfernung von vier Porträts an, auf denen Sprecher des Repräsentantenhauses dargestellt sind, die den Konföderierten Staaten gedient hatten. In den «heiligen Hallen» des Kongresses sei kein Platz für das Gedenken an Personen, die den «brutalen Fanatismus und grotesken Rassismus der Konföderierten» verkörpert hätten, erklärte Pelosi. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butschina 19.06.2020 01:46
    Highlight Highlight Ich finde die Statuen sollten bleiben, aber sie sollten so präsentiert werden, dass die Geschichte im Vordergrund steht und nicht die Person.
    • RicoH 19.06.2020 08:14
      Highlight Highlight Wenn die Geschichte und nicht die Person im Vordergrund stehen soll, ist die Statue mit dieser Person das falsche Mittel für diese Botschaft.
    • neurot 19.06.2020 09:07
      Highlight Highlight Dann gehören sie in ein Museum und bestimmt nicht ins Kapitol.
  • Troll Watson 19.06.2020 00:33
    Highlight Highlight Recht problematisch einfach Statuen mit negativer Geschichte verschwinden zu lassen, das raubt die Möglichkeit davon zu lernen.
    Das vermittelt mir einen Eindruck einer Bücherverbrennung .
    "Gefällt uns nicht, muss weg! Mit allen Mitteln."
    Wenn es nicht mehr existiert, muss man sich ja nicht mehr damit auseinander setzen.
    Pragmatische Problemlösung.
    • RicoH 19.06.2020 11:20
      Highlight Highlight Dann stell sie einfach im richtigen Kontext in ein Museum. Als Verehrung der Persönlichkeit (Sinn und Zweck von Statuen) ist die Botschaft schlicht falsch. Daher ist es richtig, das zu korrigieren.
  • swisskiss 18.06.2020 23:55
    Highlight Highlight Statuen gehören entfernt. Aber Porträts von ehemaligen Sprechern des Repräsentantenhaus entfernen? Dieses Amt steht der Partei zu, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus hat. Man sollt unterscheiden können, ob man einen Menschen mit Statuen ehrt, oder die parlamentarische Geschichte durch Porträts abbildet.

    Es ist dieses Ueberschwappen einer Welle, die genauso zu denken geben sollte, wie die Ursache der Welle, denn gut gemeint, ist in viele Fällen das Gegenteil von gut gemacht.
  • John Henry Eden 18.06.2020 23:45
    Highlight Highlight Die Zusammenhänge sind komplexer, als Pelosi sie darstellt. Die Südstaatler waren primär Kapitalisten. Oder eher Raubtierkapitalisten.

    Sklaverei war damals legal, also nutzte man sie. Billigarbeiter, die maximale Gewinne ermöglichen, sind auch heute noch normal in der Wirtschaftswelt. .

    Da die Wirtschaft des Südens auf Sklaverei beruhte, kam deren Verbot der sicheren Verarmung gleich. Darum entschied man sich, lieber einen Krieg mit minimaler Siegeschance zu riskieren.

    Verbietet man Apple die Billigproduktion in China, zieht Tim Cook auch in den Krieg. Der Gewinn zählt im Kapitalismus.
    • RicoH 19.06.2020 11:23
      Highlight Highlight Und deshalb soll man Statuen die "Kapitalismus" verkörpern, stehen lassen, obwohl man weiss, dass "Kapitalismus" nur mit Ausbeutung funktioniert?
  • Do not lie to mE 18.06.2020 22:49
    Highlight Highlight Wer und nach welchen Kriterien wird entschieden? Müsste nicht auch Karl Marx Statuen und Strassennamen verschwinden? Wie sieht es mit der Religion aus, der Reformer oder der Gründer mit dem Buch und seine Geschichten sind die etwa tabu = Wenn" Ja" wieso?
    • K1aerer 19.06.2020 13:36
      Highlight Highlight Irgendwo dazwischen! Oder wir können ja wieder Hitler Statuen in DE aufstellen, ist ja sonst keine Gleichberechtigung gegeben. Die Statuen wurden nicht mal zu dieser Zeit aufgestellt, sondern während den race riots.
  • Randen 18.06.2020 22:35
    Highlight Highlight Es sollte nicht mehr weisses Haus heissen
    • Die_andere_Perspektive 19.06.2020 00:45
      Highlight Highlight Stimmt... Irrenhaus wäre passender :)
    • Sarkasmusdetektor 19.06.2020 09:53
      Highlight Highlight LOL, genau, das sollte in Regenbogenfarben umgestrichen werden. Das wär mal etwas. Oder zumindest in orange, passend zum derzeitigen Bewohner.
  • Pana 18.06.2020 21:48
    Highlight Highlight Booker begründete die Dringlichkeit seines Anliegens mit «dem Schmerz, dem Leiden, die diese Statuen repräsentieren»

    Dem Leiden der Opfer oder der Täter? Was für eine Argumentation..
    • Anna Landmann 18.06.2020 23:09
      Highlight Highlight Täter-Opfer-Umkehr, klassisches Manöver von dieser Seite, immer und immer wieder.
  • Herr K. 18.06.2020 21:47
    Highlight Highlight Ich verstehts nicht dieses „Statuen weg“ getue überall. Es ist ja unsere Geschichte. Aus dieser sollen wir lernen und sie nicht vergessen. Dann besser mit einer Infotafel versehen.
    • RandomNicknameGenerator 18.06.2020 22:22
      Highlight Highlight Stimmt, drum wären in Deutschland auch Hitler-Statuen voll OK, oder?
    • K1aerer 18.06.2020 22:36
      Highlight Highlight Die konföderierten Soldaten Statuen wurden nicht mal während ihrer Zeit aufgestellt, sondern zwischen 1910 - 1920 und 1960 - 1970 aufgestellt. Da haben die Statuen eigentlich eine klare Nachricht an Schwarzen.
    • w'ever 18.06.2020 22:47
      Highlight Highlight @herr k
      gemäss deiner Argumentation sollten also Statuen von Hitler, Mussolini und anderen Konsorten stehen bleiben, weil Geschichte?
    Weitere Antworten anzeigen
  • K1aerer 18.06.2020 21:44
    Highlight Highlight Die konföderierten Soldaten waren doch eigentlich Verräter.
    • Samurai Gra 18.06.2020 23:17
      Highlight Highlight Nicht eigentlich sie waren es
    • zaphod67 19.06.2020 08:21
      Highlight Highlight So klar ist das nicht. Kurz gesagt berief sich der Süden auf die Souveränität der Gliedstaaten und auf ihr Recht, aus der Union auszutreten. Der Norden sprach den Gliedstaaten dieses Recht ab. Zum Glück hat der Norden gewonnen, aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie der Sieger die Geschichte schreibt.
    • Akzent 19.06.2020 09:00
      Highlight Highlight Die konföderierten Soldaten waren ihrem Land ergebene Bürger, so wie man es damal erwartet hat. Sie hätten sich dem Krieg auch gar nicht entziehen können, sondern wären als Feiglinge vor dem Feind erschossen worden. Soldaten waren schon immer nur das Werkzeug kriegsbereiter Herrscher, die leid über die Bevölkerung brachten. Den menschenverachtenden Sklavenhandel muss man auch aus Sicht des damaligen Gesellschaftsdenken betrachten. Unsere Gesellschaft hat sich auch erst zu dem entwickeln müssen, was wir bis heute geschafft haben.

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