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Fall George Floyd: Prozess gegen Polizisten erst im nächsten Jahr



In this courtroom sketch, former Minneapolis police officer J. Alexander Kueng, right, stands beside his defense attorney, Thomas Plunkett, second right, during a hearing before Hennepin County Judge Peter Cahill in Minneapolis, Monday, June 29, 2020. Prosecutor Matthew Frank stands at left. Kueng and two other former officers are charged with aiding and abetting former Minneapolis police officer Derek Chauvin, who has been charged with second degree murder in the killing of George Floyd on May 25. (Cedric Hohnstadt via AP)

Alexander K. (rechts) ist einer der angeklagten Polizisten. Bild: keystone

Das Hauptverfahren gegen vier wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd angeklagte Ex-Polizisten soll am 8. März nächsten Jahres beginnen. Zuvor soll es am 11. September noch eine Anhörung zu Verfahrensfragen geben.

Dies verfügte laut US-Medienberichten Richter Peter Cahill am Montag (Ortszeit). Er warnte die Beteiligten auch, dass bei weiteren öffentlichen Äusserungen zu dem Fall eine Verlegung des Verfahrens an einen anderen Ort nötig sein könnte, um einen fairen Prozess zu garantieren, wie etwa die örtlichen Fernsehsender ABC5 und Kare11 berichteten.

Der Hauptangeklagte Derek C. nahm über Videolink aus dem Gefängnis an der Anhörung teil. Die übrigen drei waren im Gerichtssaal präsent, wie die Medien weiter berichteten. Den Angeklagten drohen lange Haftstrafen. Zwei der inzwischen entlassenen Polizisten sind auf Kaution frei.

Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA

Ein Plädoyer auf unschuldig

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen.

Sie drückten ihn auf der Strasse zu Boden. Der weisse Beamte Derek C. drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und verstarb an Ort und Stelle.

Derek C. wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Den übrigen Ex-Polizisten wird Beihilfe zur Last gelegt. Einer von ihnen, Alexander K., plädierte auf nicht schuldig und berief sich auf das Recht der Anwendung verhältnismässiger Gewalt zur Selbstverteidigung, wie ein bei Gericht eingereichtes Dokument zeigte.

Die Anwälte der übrigen Angeklagten nahmen zu den Vorwürfen noch nicht Stellung, wie die örtlichen Medien berichteten. Die etwa einstündige Anhörung wurde nicht im Fernsehen übertragen. Der Zugang zum Gerichtssaal für Journalisten war auch wegen der Coronavirus-Pandemie begrenzt worden. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Füürtüfäli 30.06.2020 16:43
    Highlight Highlight Unglaublich!
    " Anwendung verhältnismäßiger Gewalt zur Selbstverteidigung"?!?
    Ich hab mir die ganzen 8 minuten 43 Sekunden angeschaut - da gibt es keine "Gefahr für die Sicherheit der Polizisten"
  • rodolofo 30.06.2020 13:27
    Highlight Highlight Also erst nach den Wahlen...
    Hoffentlich gibt es einen Erdrutsch-Sieg für Biden und die Demokraten!
    Denn nur dann besteht eine reelle Chance, dass dieser rassistische Sadist und Mörder von einem Polizisten seine gerechte Strafe erhält!
  • Stefan Morgenthaler-Müller 30.06.2020 10:21
    Highlight Highlight US-Polizeibeamte werden nur im Ausnahmefall angeklagt, wenn sie eine Person im Dienst getötet haben.

    Im Zeitraum von 2013 bis 2019 wurde lediglich etwas mehr als ein Prozent der Polizeibeamten nach der Tötung einer Person vor Gericht angeklagt - und nur ein Viertel davon wurden verurteilt.

    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 30.06.2020 12:07
      Highlight Highlight @Stefan Morgenthaler-Müller

      "Im Zeitraum von 2013 bis 2019 wurde lediglich etwas mehr als ein Prozent der Polizeibeamten nach der Tötung einer Person vor Gericht angeklagt - und nur ein Viertel davon wurden verurteilt."

      ohne zu wissen, ob die tötliche gewalt gerechtfertigt war, sind diese zahlen eher irreführend.

      warum sollte ein polizist verurteilt werden, wenn er z.b. ein massenmörder erschiesst?
    • Bivio 30.06.2020 12:45
      Highlight Highlight Zuerst wird, wie bei uns, eine interne Untersuchung angeordnet ob der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war. Dort ist die Schwelle tatsächlich tiefer.
      Jedoch kann es auch bedeuten, dass der Gebrauch oft auch gerechtfertigt war.
      Daneben werden Urteile von einem Geschworenengericht gesprochen. Diese entscheiden oft zu Gunsten der Polizei. Dies im Unterschied zu uns, wo es teilweise das Gericht einen Polizisten veruteilt, der in einer Bruchteil einer Sekunde eine Entscheidung gefällt hat. Das Gericht jedoch Jahre braucht um alle Analysen etc. miteinzubeziehen.
  • Hierundjetzt 30.06.2020 08:34
    Highlight Highlight Eher *schon* im März 2021. In der Schweiz ginge das schon ein Stück länger

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