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Proteste und Gewalt nach Freispruch für weissen Polizisten in St.Louis



Ein Freispruch für einen weissen Ex-Polizisten nach tödlichen Schüssen auf einen Schwarzen hat in der US-Stadt St.Louis Unruhen ausgelöst. Auch am Samstagabend (Ortszeit) arteten friedliche Proteste Hunderter Menschen in Gewalt aus.

Eine Gruppe von Demonstranten warf nach Medienberichten Steine, Zementbrocken und Flaschen auf Polizisten. Zahlreiche Schaufensterscheiben wurden zertrümmert.

A chair is seen at the bottom of a broken window after police tried to clear a violent crowd Saturday, Sept. 16, 2017, in University City, Mo. Earlier, protesters marched peacefully in response to a not guilty verdict in the trial of former St. Louis police officer Jason Stockley . (AP Photo/Jeff Roberson)

Ein eingeschlagenes Fenster nach den gewaltsamen Protesten am Samstag in St.Louis. Bild: AP/AP

Bereits am Freitag waren nach Schätzungen mehrere Tausend Menschen in der Stadt im US-Staat Missouri auf die Strasse gegangen, um gegen die aus ihrer Sicht «rassistische Polizei» zu demonstrieren. Auch in diesem Fall eskalierte der friedliche Protest am späten Abend in Gewalt.

Protesters gather on a street in St. Louis, Mo., on Saturday, Sept. 16, 2017, in response to a not guilty verdict in the trial of former St. Louis Police officer Jason Stockley. On Friday, Stockley, a white man, was acquitted in the 2011 killing of Anthony Lamar Smith, a black man, following a high-speed chase. (AP Photo/Jeff Roberson)

Viele Demonstranten zogen friedlich durch die Strassen und protestierten gegen die «rassistische Polizei». Bild: AP/AP

Demonstranten schleuderten Ziegelsteine und Flaschen gegen Polizisten, bewarfen das Wohnhaus der Bürgermeisterin mit Farbbeuteln und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben, wie die Zeitung «St.Louis Post-Dispatch» berichtete.

Die Polizei setzte schliesslich Tränengas ein. Der Zeitung zufolge wurden mindestens neun Polizisten verletzt und Dutzende Demonstranten festgenommen.

Tötung mit Ankündigung

Der am Freitag freigesprochene ehemalige Streifenpolizist hatte 2011 einen 24-jährigen mutmasslichen Drogenhändler nach einer wilden Autoverfolgungsjagd erschossen. Er wurde wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt: Die Staatsanwaltschaft machte dabei geltend, dass er während der Verfolgungsjagd einem Kollegen im Polizeiauto gesagt habe, er werde den Mann töten.

Diese Äusserung war im Auto per Video aufgezeichnet worden, aber in der Aufnahme nicht zu verstehen, was unmittelbar davor oder danach gesagt wurde. Mit Bezug darauf entschied der zuständige Richter, dass die Bemerkung möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen worden sei und daher keinen schlüssigen Beweis für eine Mordabsicht darstelle.

Der heute 36-jährige Polizist, der nach dem Vorfall selber den Dienst quittierte, hatte sich selber auf Notwehr berufen: Demnach schoss er, als der Mann nach seiner Waffe griff. Insgesamt gab er fünf Schüsse ab.

Konzerte abgesagt

Wegen der angespannten Lage in der Stadt sagte die irische Rockband U2 ein für Samstagabend geplantes Konzert in St. Louis ab. Nach ihren Angaben hatte Polizeipräsidium signalisiert, dass es die für Konzerte von der Grössenordnung des U2-Auftritts üblichen Sicherheitsmassnahmen wegen der Unruhen nicht bieten könne. Auch der britische Sänger Ed Sheeran blies nach Angaben der Veranstalter einen Auftritt am Wochenende ab. (sda/dpa)

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