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FILE - In this Sept. 13, 2009 file photo, Beyonce, left, holds her

Beyoncé und Taylor Swift an einem gemeinsamen Auftritt. Bild: AP/FR103966 AP

«Black Parade» und «Juneteenth» – Polit-Offensive der US-Popstars



Sie ist ein Pop-Weltstar, glamourös, steinreich – und schon seit langem hoch engagiert für Schwarze in den USA. Jetzt hat sich Grammy-Seriensiegerin Beyoncé in der Debatte über Rassismus und Polizeigewalt erneut deutlich zu Wort gemeldet. Ihr Song «Black Parade» wurde in den USA am Freitag veröffentlicht, bis Sonntag hatte das Stück allein bei Youtube schon weit über eine Million Aufrufe erzielt. Eine neue Hymne für «Black Lives Matter»?

«Bitte erinnern Sie sich immer an unsere Schönheit, Stärke und Kraft. «Black Parade» feiert Sie, Ihre Stimme und Ihre Freude, es wird kleinen Unternehmen im Besitz von Schwarzen zugute kommen.»

Beyoncé

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Beyoncés Song Black Parade. Video: YouTube/Beyoncé - Topic

Die R&B-Sängerin – angeblich bestverdienende Frau im Musikgeschäft – wurde bei ihrer jüngsten Polit-Offensive von einem weiteren Superstar flankiert: Auch Taylor Swift (30) widmete sich am Wochenende dem sogenannten Juneteenth-Gedenktag für die Sklavenbefreiung in den USA vor 155 Jahren.

Swift plädierte für einen nationalen Feiertag am 19. Juni. Einst galt sie als Vorzeige-Girl der bei Weissen beliebten US-Countrypop-Musik und hielt sich mit politischen Äusserungen zurück – inzwischen positioniert sich Swift klar gegen US-Präsident Donald Trump, rechte Umtriebe und Rassismus in ihrem Land.

FILE - This Jan. 23, 2020 file photo shows Taylor Swift at the premiere of

Setzt sich gegen Rassismus ein: Taylor Swift. Bild: AP

«Black Parade» als Statement

Beyoncés neues Lied «Black Parade» feiert zu einer afrikanisch angehauchten Gesangsmelodie und Hip-Hop/Trap-Beats den Stolz der Schwarzen auf ihre Kultur. «Wir haben Rhythmus/wir haben Stolz/wir bringen Könige zur Welt/wir erschaffen ganze Stämme», so lassen sich einige der Textzeilen des fast fünfminütigen Stücks übersetzen.

Zuvor hatte die 24-fache Grammy-Gewinnerin Beyoncé auf ihren sozialen Medien die «Black Parade»-Initiative zugunsten schwarzer Unternehmer vorgestellt. «Happy Juneteenth Weekend!», schrieb Beyoncé in einem Instagram-Post «mitten im Kampf». Sie fügte hinzu: «Bitte erinnern Sie sich immer an unsere Schönheit, Stärke und Kraft. »Black Parade« feiert Sie, Ihre Stimme und Ihre Freude, es wird kleinen Unternehmen im Besitz von Schwarzen zugute kommen.»

Beyoncé hatte schon kurz nach der Tötung des Schwarzen George Floyd durch einen weissen Polizisten in Minneapolis Ende Mai Gerechtigkeit für Afroamerikaner gefordert und Rassismus scharf verurteilt – wie auch etwa die Pop-Ikonen Mariah Carey (50) und Barbra Streisand (78). Vor dem Hintergrund landesweiter Proteste wegen Floyds Tod unter dem Banner der Bewegung «Black Lives Matter» (Schwarze Leben zählen) gedachten am Freitag in den USA viele Menschen des Endes der Sklaverei vor 155 Jahren. Auch hier reihten sich Musik-Stars ein – und bei weitem nicht nur «People of Colour».

Mariah Carey performs during a concert celebrating Dubai Expo 2020 One Year to Go, in Dubai, United Arab Emirates, Sunday, Oct. 20, 2019. (AP Photo/Kamran Jebreili)
Mariah Carey

Auch Mariah Carey erhob die Stimme. Bild: AP

So postete Taylor Swift ein Video, in dem die schwarze Journalistin Danielle Young die Bedeutung des Tages erklärt. Sie selbst und ihre Familie würden weiterhin zur Geschichte der Afroamerikaner hinzulernen und sich gegen Rassismus stark machen, so die Sängerin.

«Juneteenth»

«Juneteenth» – ein Kunstwort aus «June» (Juni) und «nineteenth» (der 19.) – wird in vielen US-Staaten zelebriert, zählt bisher aber nicht zu den offiziellen, landesweit geltenden Feiertagen. Der demokratische Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, kündigte vergangene Woche zusammen mit Hip-Hop-Superstar Pharrell Williams («Happy») an, dass der 19. Juni in diesem US-Bundesstaat staatlicher Feiertag werde.

Die Idee dazu stammte aus einem Gespräch Northams mit Williams, dessen Vorfahren in Virginia schwarze Sklaven waren. «Unser Land feiert den Unabhängigkeitstag – Juneteenth verdient dieselbe Wertschätzung», erklärte der Musiker (47). Dies solle nicht nur ein Tag für afroamerikanische Menschen sein, sondern für alle US-Bürger.

IMAGE DISTRIBUTED FOR COURVOISIER COGNAC - Hosted by Courvoisier Cognac, Teyana Taylor performs at the Courvoisier and Def Jam Art Basel Miami party Friday, Dec. 6, 2019 in Miami Beach, Fla. Guests enjoyed specialty Courvoisier® Cognac cocktails and performances throughout the evening. (Photo by Phelan M. Ebenhack/Invision for Courvoisier® Cognac/AP Images)
Teyana Taylor

Teyana Taylor. Bild: AP

Einer der jüngeren R&B-Stars in den USA, Teyana Taylor (29), setzte für ihr neues Werk «The Album» bewusst auf das Veröffentlichungsdatum 19. Juni. Es kam am «Juneteenth»-Gedenktag heraus – mit einer Stellungnahme Taylors zum verspäteten Ende der Sklaverei in Texas im 19. Jahrhundert.

Der britische Soul-Musiker Michael Kiwanuka (33) präsentierte ein kämpferisches Video zum Song «Light». Schwarze müssten «so oft hören, dass wir weniger wert sind», schrieb er dazu. «Ich habe darüber in meiner Musik gesprochen, aber ich wollte nochmal in Worten erklären, dass ich so stolz bin, ein Schwarzer zu sein.»

Eine beispielhafte Aktion startete derweil einer der wichtigsten weissen US-Musiker, Jeff Tweedy (52) von der Folkrock-Band Wilco. Der Grammy-Gewinner kündigte an, fünf Prozent seiner Songwriter-Einkünfte an Organisationen zu geben, die sich um Gerechtigkeit für Schwarze und die «Black Community» kümmern.

«Die moderne Musikindustrie ist fast komplett auf der Kunst von Schwarzen aufgebaut. Der Wohlstand, der schwarzen Künstlern gebührt hätte, ist gestohlen worden», schrieb der Sänger, Gitarrist und Produzent (Norah Jones, Mavis Staples). Tweedy schlug zudem eine Reparations-Initiative vor, «um das Business zu verändern – und die Welt, in der wir leben». (sda/dpa)

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Juneteenth-Gedenken in den USA

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alberto Bisaccia 21.06.2020 16:33
    Highlight Highlight Vergesst nicht Public Enemys neuster Track.
  • Hillary Clinton 21.06.2020 15:35
    Highlight Highlight "...Der demokratische Gouverneur von Virginia, Ralph Northam,.."

    Gouverneur Blackface, dass der überhaupt noch einen Job hat?

    Ausser den Fans dieser Stars interessiert deren "Aktivismus" übrigens keine Sau. Das ist sich gegenseitig auf die Schultern klopfen - in Reinkultur. Denkt ihr ein gehärteter Rassist interessiert sich dafür was diese Multimillionäre zu erzählen haben?

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