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Dschihadisten sollen Angriff auf ein Tanklager bei Genf geplant haben

US-Geheimdienste hätten die Schweizer Behörden auf die Gefahr eines Terrorangriffs in Genf aufmerksam gemacht, berichtet «Le Temps». Der Drahtzieher des Anschlags war möglicherweise selbst Genfer.



FILE - This undated file image posted on a militant website on Tuesday, Jan. 14, 2014, which has been verified and is consistent with other AP reporting, shows fighters from the al-Qaida linked Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) marching in Raqqa, Syria. Across the broad swath of territory it controls from northern Syria through northern and western Iraq, the extremist group known as the Islamic State has proven to be highly organized governors. (AP Photo/Militant Website, File)

IS-Kämpfer in Raqqa, etwa 2014. Zu diesem Zeitpunkt radikalisierte sich in Genf eine kleine Gruppe von Konvertiten. Bild: AP Militant Website

Gemäss einer ausführlichen Recherche, welche «Le Temps» am Freitag publizierte, plante die Terrormiliz «Islamischer Staat» vor einem Jahr einen Anschlag auf ein Tanklager in der Nähe des Flughafens Genf-Cointrin. Wie die Westschweizer Tageszeitung weiter schreibt, wurde der Nachrichtendienst des Bundes jedoch bereits im Herbst 2018 von amerikanischen Diensten über die Gefährdung informiert. Diese sollen die Informationen an die Genfer Polizei weitergegeben haben, welche darauf entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe.

Dabei wurden laut «Le Temps» auch zwei Albaner festgenommen, die als Rückkehrer aus Syrien unterwegs nach Genf gewesen sein sollen. Sie wurden verdächtigt, Anschläge verüben zu wollen. In welcher Verbindung sie zu den Genfer Anschlagsplänen genau gestanden haben sollen schreibt «Le Temps» nicht.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) äussert sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Fall. Die Genfer Polizeichefin lässt sich lediglich mit einer unverfänglichen Lagebeurteilung zitieren. Laut «Le Temps» musste sie dem NDB Vertraulichkeit zusichern. Man könne zu dem Fall nicht Stellung nehmen, erklärte ein Sprecher der Genfer Polizei am Freitag gegenüber CH Media.

Kommt der Master-Mind aus einem Genfer Vorort?

Die Recherche von «Le Temps» geht davon aus, dass hinter den Anschlagsplänen ein konvertierter Genfer Muslim steckt: Daniel D. (wie die Zeitung ihn nennt) soll bis 2015 im Vorort Lignon gewohnt haben, dann in Syrien in der Spionageabwehr des IS tätig gewesen sein und derzeit in einem kurdischen Gefangenenlager in Nordsyrien einsitzen. D. sei 2013 zum Islam konvertiert und ab 2014 Teil einer Gruppe von radikalen Salafisten im Umfeld einer grossen Moschee in Petit-Saconnex bei Genf gewesen.

«Le Temps» zeichnet anhand von Chat-Protokollen nach, dass Daniel D. auch nach seiner Reise nach Syrien alte Kontakte in der Schweiz aufrecht erhalten hat. In der der «Mittagstagesschau» vom Westschweizer Fernsehen RTS ergänzte Recherche-Journalist Boris Mabillard am Freitag, die Vernetzung der Syrienkämpfer mit ihrem alten Umfeld werde oft unterschätzt.

Verbindung zu Anschlagsplänen in Basel?

In seinem Recherche-Artikel wirft Mabillard zudem die Frage auf, ob auch die Pläne für einen Angriff auf ein inzwischen abgebrochenes Tanklager inklusive Pipelines in Basel auf die Ideen von Daniel D. zurückzuführen seien. Dieser war in derselben Abteilung tätig wie der Aargauer Thomas C., der nach wie vor international gesucht wird. Diesem Deutsch-Schweizerischen Doppelbürger wird die Planung von verschiedenen Anschlägen in Europa – insbesondere auch jene in Paris – zur Last gelegt. (wap/chmedia)

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