DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bluttat in Marokko – mutmasslicher Schweizer Dschihadist beging in Genf mehrere Verbrechen



epa07249596 Cristobal Lopez Romero Archbishop of Rabat and People hold and photos depicting the murdered Scandinavian tourists  as they gather to pay tribute to the victims, in front the St. Peter's Cathedral in Rabat, Morocco, 26 December 2018. According to media reports, four Moroccan nationals arrested on suspicion of having been involved in the deaths of two female Scandinavian tourists appear on a video as they pledge their loyalty to the Islamic State terror organization. The bodies of Maren Ueland from Norway and Louisa Vesterager Jespersen from Denmark were found nearby the village, a popular trekking area in the Atlas Mountains.  EPA/JALAL MORCHIDI

Der Erzbischof von Rabat trauert gemeinsam mit Gläubigen vor der St.-Peters-Kathedrale in Rabat, Marokko. Bild: EPA/EPA

Der in Marokko wegen seiner möglichen Verstrickung in die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») verhaftete Schweizer ist der Genfer Polizei wegen diverser Delikte bekannt. 2015 habe er die Schweiz verlassen, nachdem bei ihm der Verdacht auf Radikalisierung bestanden habe, teilte das Fedpol auf Anfrage mit.

Der Mann war zwischen 2007 und 2013 verschiedentlich mit der Genfer Polizei in Kontakt gekommen. So namentlich wegen Drogendelikten, Diebstahls, Einbruchs, Hausfriedensbruchs und häuslicher Gewalt, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) der Agentur Keystone-SDA auf Anfrage bekannt gab.

Gemäss Recherchen von SRF ist der Mann 25 Jahre alt und war zuletzt im Quartier Onex registriert. Der spanisch-schweizerische Doppelbürger war 2011 zum Islam konvertiert und wird dem islamistischen Milieu in Genf zugerechnet. Er nannte sich «Abdallah».

Die Schweizer Behörden seien in direktem Kontakt mit den Behörden von Marokko, Spanien, Dänemark und Norwegen. Sie würden sich gegenseitig absprechen, um die ausländischen Partner bei den weiteren Ermittlungen zu unterstützen.

Bereits am gestrigen Sonntag hatte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verlauten lassen, dass es den Fall «sehr ernst» nehme. Der Schweizer Botschafter in Marokko habe seine Ferien in der Schweiz abgebrochen und kehre nach Rabat zurück, schrieb EDA-Sprecher Georg Farago.

Verhaftung in Marrakesch

Der schweizerisch-spanische Doppelbürger war am vergangenen Samstag in Marrakesch verhaftet worden. Er sei von extremistischem Gedankengut geprägt und habe Personen, die im Zusammenhang mit dem Mord an einer Norwegerin und einer Dänin von Mitte Dezember stehen, im Gebrauch neuester Kommunikationstechnologien und im Umgang mit Schusswaffen unterrichtet, hiess es am Samstag vom Zentralen Ermittlungsbüro BCIJ in Marokko.

Ermittlungen hätten ausserdem ergeben, dass der Festgenommene an der Rekrutierung von Marokkanern und Bürgern afrikanischer Länder südlich der Sahara beteiligt gewesen sei, um Terrorpläne in Marokko auszuführen. Dies liess die Abteilung, die für den Antiterrorkampf im Land verantwortlich ist, weiter verlauten.

Die beiden skandinavischen Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember enthauptet worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin wurden am 17. Dezember in einer einsamen Gegend des Atlas-Gebirges gefunden.

Inzwischen wurden 18 Menschen wegen mutmasslicher Verbindungen zu der Tat festgenommen. Die vier Hauptverdächtigen in dem Fall wurden in Marrakesch gefasst. Die Männer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz «Islamischer Staat» die Treue geschworen. Offenbar hatten sie aber keinen direkten Kontakt zur Führung der sunnitischen Fanatiker in Syrien und im Irak. (sda/afp)

Aktuelle Polizeibilder

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ab heute gelten neue Corona-Regeln

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UNO-Folterexperte Nils Melzer: «Der Fall Assange ist wie ein dunkles Familiengeheimnis»

Der Schweizer Jurist Nils Melzer überwacht für die UNO das Folterverbot und hat ein Buch über seine Untersuchung zum Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschrieben. Dessen Rechte seien massiv verletzt worden, sagt Melzer. Und warnt vor der «gefährlichen» PMT-Vorlage, die am 13. Juni zur Abstimmung kommt.

Sie erheben in Ihrem Buch schwere Vorwürfe gegen westliche Staaten im Umgang mit Julian Assange. Was hat Sie bei Ihrer Untersuchung am meisten schockiert?Nils Melzer: Die Erkenntnis, dass der Rechtsstaat offenbar auch in westlichen Demokratien vollkommen ausgehebelt werden kann. Ich habe in den letzten 20 Jahren oft in Kriegs- und Krisengebieten gearbeitet und viele schwere Rechtsverletzungen gesehen. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass in den westlichen Demokratien wenigstens noch der …

Artikel lesen
Link zum Artikel