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Erdogan beschwört Gott wegen des drastischen Lira-Verfalls und Trump giesst Öl ins Feuer



Der Kursverfall der türkischen Währung hat sich am Freitag beschleunigt. Am Morgen kam es im Handel mit dem US-Dollar zeitweise zu einem Einbruch um 13,5 Prozent. Der Kurs fiel auf ein Rekordtief bei 6,3005 Lira für einen Dollar. Auch im Handel mit dem Euro ging es rasant abwärts – erstmals wurden mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt. Am Morgen wurden zeitweise 7,2254 Lira für einen Euro gezahlt. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres waren es nur 4,50 Lira.

Trump will Strafzölle für die Türkei verdoppeln.

Im diplomatischen Konflikt mit der Türkei heizt US-Präsident Donald Trump die Krise um den Verfall der türkischen Währung Lira mit einer Verdoppelung von US-Strafzöllen an.

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die USA hatten deswegen vergangene Woche Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt.

Erdogan beschwört Gott angesichts des Lira-Verfalls

«Sorgt euch nicht», sagte Erdogan. Derzeit seien «Kampagnen» gegen die Türkei im Gange. «Beachtet sie nicht.» Es gehe dem Land «heute besser als gestern» - und am nächsten Tag werde es sogar noch besser. «Vergesst nicht: Wenn die USA Dollar haben, dann haben wir unseren Gott.»

Auslöser für die Abgaben ist die Verschärfung der seit Wochen schwelenden Türkei-Krise. Als Ursache für die Zuspitzung an den türkischen Finanzmärkten gilt auch die Unsicherheit der Anleger vor der Veröffentlichung eines neuen Wirtschaftsmodells, das Finanzminister Berat Albayrak am Freitag vorstellen will.

Sorgen um europäische Banken

Laut Medienberichten wachsen bei der Bankenaufsicht der europäischen Zentralbank die Sorgen in Bezug auf gewisse europäische Banken, falls kurzfristige Verbindlichkeiten ausfallen sollten. Das bringt europäische und Schweizer Bankenwerte unter Druck. Zusätzlich werden Zykliker durch die Frankenstärke belastet.

Franken legt deutlich zu – SMI im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt befindet sich am letzen Handelstag der Woche im Abwärtsmodus. Handelsstreit, Türkei-Krise und ein steigender Frankenkurs lasten auf den Kursen. Der Leitindex SMI hat nach einer bereits schwachen Eröffnung das Minus nochmals ausgeweitet und liegt nun klar unter der 9'100-Punkte-Marke.

Wie fast immer in Phasen mit Finanzmarktturbulenzen gewinnt auch der Franken als sicherer Hafen deutlich an Wert zu. Gegenüber dem Euro notierte die hiesige Währung zuletzt erstmals seit fast einem Jahr wieder unter der Marke von 1,14 Franken. (whr/awp/sda)

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85
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85Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 11.08.2018 17:52
    Highlight Highlight Naja, die Religion ist eins der stärksten Instrumente um grosse Menschenmassen zu manipulieren und zu steuern. Im Namen vom "Glauben" wirklich sehr gut konstruiert worden.
    Leider wird dieses Problem die Menschheit noch sehr viele Jahre behindern.
  • pamayer 11.08.2018 00:14
    Highlight Highlight Gott. Immer gut.
    Hunger?
    Gott.
    Vergewaltigung?
    Gott.
    Verbrannt?
    Gott.
    Krieg?
    Gott.
  • maricana 10.08.2018 20:40
    Highlight Highlight Die Türkei ist bezüglich demokratisch gewähltem landeseigenen Gott klar privilegiert. Unsere Bundesräte halten keinem Vergleich stand und sind ja auch nicht vom Volk gewählt.
  • Beggride 10.08.2018 19:08
    Highlight Highlight Und dann denkt der ach so starke Erdogan im alten, bekannten Opfer-Denken eines Religionsfanatikers... Um so besser, dann ist er schneller weg!
  • Rabbi Jussuf 10.08.2018 18:20
    Highlight Highlight Wer jetzt noch immer türkische Lira hat, der soll den Mist doch selber ausbaden. Ist doch schon längst bekannt, dass die Lira den Bach runter geht.
    Wenn jetzt eine westliche Bank wegen dem Fall der Lira Konkurs machen müsste, dann nur zu. Jemand der so riskant geschäftet, der ist es sicher nicht Wert unterstützt zu werden.
    • FrancoL 11.08.2018 11:12
      Highlight Highlight Einmal mit Dir einverstanden. Die Banken die sich dem Risiko hingegeben haben sollte man nicht stützen.
    • Ueli der Knecht 11.08.2018 16:37
      Highlight Highlight Ihr denkt nicht weit:

      Einerseits sind die Banken zum Teil systemrelevant ("too big to fail"), und müssen von den Zentralbanken gestützt/gerettet werden.

      Anderseits betrifft es nicht nur Banken sondern auch viele europäische KMUs, die auf Kredit in die Türkei geliefert haben (zB. für den Ilisu-Staudamm, Erdogans Mega-Palast, die Bosporus-Brücke, oder den Rekord-Flughafen). Diese Kredite sind oft durch staatliche Exportrisikogarantien abgesichert, womit dann die Herkunfsländer, resp. deren Steuerzahler für Kreditausfälle aufkommen müssen.

      Jussufs Schadenfreude ist daher fehl am Platz.
    • Rabbi Jussuf 11.08.2018 18:22
      Highlight Highlight Die Exportrisikogarantien waren schon vor Jahren bescheuert genug. Aber man lernt es nie.
      Es wird im gleichen Tramp weiter gewurstelt werden, selbst wenn die Türkei zahlungsunfähig werden sollte.
      Viele KMUs werden das nicht sein, die von der ERG profitieren könnten. Das sind hauptsächlich regierungsnahe Unternehmen.
      Es liefert doch niemand, der einigermassen bei Verstand ist, in die Türkei, ausser gegen cash oder Vorauszahlung. (Das gilt auch für viele andere Länder)
      Wer mit der Türkei jetzt Verluste einfahren muss, mit dem habe ich kein bisschen Mitleid.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 10.08.2018 17:38
    Highlight Highlight Es ist ok, religiös zu sein. Es ist aber nicht schön, wenn man religiös ist und quasi das Handeln nicht in die eigene Hand nimmt, sondern an Gott glaubt und hofft, dass alles gut geht. An dieser Stelle ein starker „Kopf an die Wand klatschen“ für Erdogans Überlegung
  • El Vals del Obrero 10.08.2018 17:23
    Highlight Highlight Wie viele Händler gibt es wohl, die Gott als Zahlungsmittel akzeptieren?
    • Saraina 11.08.2018 09:57
      Highlight Highlight Jedenfalls nicht die europäischen Banken, die der Türkei Milliarden geliehen haben... und auch nicht die europäische Industrie, die dorthin exportieren möchte...

  • My Senf 10.08.2018 17:12
    Highlight Highlight Tja,
    Bei dieser Überlegung gibt es einen kleinen aber feinen Denkfehler,
    denn "In God We Trust - all others pay Cash!"
  • religionkills 10.08.2018 17:10
    Highlight Highlight Das ist die einzige Sprache die solche Diktatoren verstehen. Nicht Appeasment sondern Stärke wird respektiert.
    Das sollte Mal jemand den Europäern mitteilen. Zum Glück gibt's die Visegrad-Staaten, die sind noch am Vernünftigsten.
    • Liselote Meier 10.08.2018 18:02
      Highlight Highlight Du meinst die Visgard-Staaten wie Polen und Ungarn? Marschieren mit Eiltempo in Richtung Autoritäre-Staaten wie die Türkei auch Punkto Religions Einflüsse in der Politik.

      Ziemlich verzerrte subjetive Wahrnehmung du haben.


    • FrancoL 10.08.2018 18:48
      Highlight Highlight Oh ja deren Vernunft sehe ich zB bei Leistungen aus Ungarn oder Tschechien. Wenn ich deren Umgang mit ihren Arbeitern mir näher betrachte dann sehe ich deren Vernunft, die ist etwa auf der Höhe der Erdogan-Vernunft.

      Schon einmal in ein Unternehmer in Ungarn reingeschaut? Den Schutz der Arbeiterschaft betrachtet? Wohl kaum aber im Kommentareschreiben scheinst Du Spitzenklasse zu sein.
  • religionkills 10.08.2018 17:09
    Highlight Highlight da wird einem der trump wieder sympathisch...
    • Cheesebürger 10.08.2018 18:21
      Highlight Highlight Dann kannst du ihm mitteilen, dass ein “strong dollar” wahnsinnig viel bringt, wenn man seinen Aussenhandelsüberschuss abbauen will...
    • Thadic 10.08.2018 18:43
      Highlight Highlight Nein eben gerade nicht. Trump verstärkt doch mit seiner unsensiblen Art nur noch den antiamerikanisches Reflex und treibt die Leute in die Arme von Erdogan.
  • Flexon 10.08.2018 15:53
    Highlight Highlight Erdogan glaubt an Gott, aber Gott nicht an Erdogan.
  • N. Y. P. D. 10.08.2018 15:51
    Highlight Highlight Erdogan, ich mag Dir das gönnen, dass Du so richtig in der Scheisse hockst.

    Ich hoffe das Volk merkt endlich, dass Du Gift bist für jeglichen Aufschwung.
    • Thadic 10.08.2018 18:46
      Highlight Highlight Man sollte nie einem Volk Schlechtes wünschen. Es sind auch viele davon betroffen die gar nichts dafür können.
  • Triple 10.08.2018 15:49
    Highlight Highlight Das ist ja beinahe ein Krieg der Götter :-)
  • Hans Jürg 10.08.2018 15:44
    Highlight Highlight Gott ist zwar gross. Aber nicht genug, um diesen Augiasstall erdoganischen Ausmasses auszumisten. Das übersteigt sogar die Grösse der grössten Götter.
  • Paganapana 10.08.2018 15:43
    Highlight Highlight Sie müssten Hindus sein, bei so vielen Götter wie sie brauchen, damit sie noch zu retten sind.
  • DerRaucher 10.08.2018 15:09
    Highlight Highlight Mit Gott kann man bestimmt seine Rechnungen bezahlen und sich was zu essen kaufen. Ach Erdi.. wie ich Religiöse Fantaiker nicht ausstehen kann. Ob bei Moslems, Christen oder sonst was spielt keine Rolle.
  • MaxHeiri 10.08.2018 13:14
    Highlight Highlight Wenn die Erdogan Wähler bankrott gehen, würden sie diesen Tyrannen nochmals wählen?

    • Saraina 10.08.2018 13:44
      Highlight Highlight Die meisten der Wähler Erdogans haben nicht viel zu verlieren.
    • Firefly 10.08.2018 14:08
      Highlight Highlight Ja, weil die USA ist schuld am Bankrott, wie immer.
    • Musikuss 10.08.2018 14:14
      Highlight Highlight Das werden sie nicht mehr können, denn bis dahin hat Erdi das Wahlrecht und damit die Demokratie komplett abgeschafft - wegen Gülen, den Feinden aus dem Ausland, oder den Kurden, oder den Terroristen etc, irgend eine Rechtfertigung wird ihm bestimmt einfallen ...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Capslock 10.08.2018 13:11
    Highlight Highlight «Sorgt euch nicht», sagte Erdogan. Derzeit seien «Kampagnen» gegen die Türkei im Gange. «Beachtet sie nicht.» Es gehe dem Land «heute besser als gestern» - und am nächsten Tag werde es sogar noch besser. «Vergesst nicht: Wenn die USA Dollar haben, dann haben wir unseren Gott.» diese Aussage sagt wohl alles über den etwas getrübten geistigen Zustand des Diktators
    • mrmikech 10.08.2018 16:41
      Highlight Highlight Na ja, viele von seine anhänger sind analphabeten - und sehr religiös - und glauben alles was er sagt.
    • Saraina 10.08.2018 19:43
      Highlight Highlight Die Alphabetisierungsrateder Türkei ist mit 95% höher als die von z. B. Malta oder Brasilien.
    • FrancoL 11.08.2018 11:35
      Highlight Highlight @mrmikech; Es ist die übliche Fehldarstellung, dass nur die Dümmsten den Diktator stützen. Schaut man sich ein wenig in der Schweiz und Deutschland die türkische Szene an, sieht man durchaus gebildete Türken die Erdogan stützen.

      Ich wäre da mehr als vorsichtig, mit solchen Aussagen, wie die Analphabeten sind die Stütze des Diktators.
  • Triumvir 10.08.2018 12:43
    Highlight Highlight "Wenn die USA Dollar haben, dann haben wir unseren Gott": Ach ja lieber Erdowahn: Dann wird euch euer "Gott" sicher auch dabei helfen, alle überlegenswichtigen Dinge mit der beinahe wertlosen Lira zu kaufen...fragt sich nur, wie dass denn genau gehen soll...
    • Ueli der Knecht 10.08.2018 15:11
      Highlight Highlight "Dann wird euch euer "Gott" sicher auch dabei helfen, alle überlegenswichtigen Dinge mit der beinahe wertlosen Lira zu kaufen"

      Es ist nicht "euer 'Gott'" sondern der gleiche Gott, der auch auf dem Dollar erwähnt wird: "In God we trust".

      Das Problem sind weniger die überlebenswichtigen Dinge, denn dafür wird die nun gestärkte organisierte Kriminalität sorgen, als vielmehr die vielen Kredite, welche viele türkische KMUs und der türkische Staat in Dollar und Euro halten. Wenn diese Kredite ausfallen, wird das vorallem zum Problem der Gläubiger und deren Volkswirtschaften.
    • Hans der Dampfer 10.08.2018 15:45
      Highlight Highlight Vielleicht den Flüchtlingsdeal neu aushandeln.. Die EU zahlt Milliarden das die Türkei Migranten zurück behält.
    • Against all odds 10.08.2018 16:25
      Highlight Highlight @Ueli: wusste gar nicht, dass Allah auf den Dollarnoten erwähnt ist...
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