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Herbststurm Herwart fordert Menschenleben – Bahnverkehr lahmgelegt

Zwei Personen sind in Tschechien ums Leben gekommen. In Norddeutschland kam es zu Sturmfluten und flächendeckenden Zugausfällen.



Beim Sturmtief «Herwart» sind in Tschechien zwei Personen von umgestürzten Bäumen getötet worden. Auch kam es zu breitflächigen Stromausfällen. Aus Deutschland wurden ebenfalls Schäden gemeldet.

In der Schweiz wurden Windböen mit Spitzen von bis fast 150 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen. In Tschechien und Deutschland sogar Orkanböen mit Spitzen von 180 km/h.

Tschechien

In Tschechien wurde am Sonntag eine Frau bei einem Waldspaziergang bei Trebic in Mähren von einem Baum erschlagen. Ein Mann starb, als er in der Kleinstadt Jicin in Nordböhmen von einem Baum getroffen wurde. Das berichtete die Agentur CTK am Sonntag unter Berufung auf die Rettungskräfte. Hunderttausende Haushalte waren im ganzen Land ohne Strom, weil Freileitungen beschädigt wurden.

Der staatliche Wetterdienst gab Unwetterwarnungen vor extrem starkem Sturm heraus und warnte vor Hochwassergefahr im Norden Tschechiens. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Äste und Baumstämme von Strassen und Eisenbahnstrecken zu entfernen. In Most wurde eine erst vor sieben Jahre eingeweihte orthodoxe Holzkirche vom das Unwetter regelrecht umgeworfen und zerstört.

Deutschland

Auch in Deutschland richtete das Sturmtief «Herwart» zahlreiche Schäden an: Allein die Feuerwehr in Berlin wurde am Sonntagmorgen binnen drei Stunden zu 100 Einsätzen gerufen. Sie rief den Ausnahmezustand aus und mobilisierte alle Freiwilligen Feuerwehren der Hauptstadt.

Die Deutsche Bahn stoppte grossflächig ihre Züge. In sieben Bundesländern rollten bis auf Ausnahmen keine Züge mehr, teilte eine Bahnsprecherin am Sonntag mit.

Die Bahn erklärte, wegen «Herwart» führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland. Betroffen seien praktisch alle Strecken in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Züge aus anderen Regionen in diese Gebiete endeten vorzeitig. In Hamburg fuhr die S-Bahn noch eingeschränkt.

So wütet Herwart in Norddeutschland

Am Hamburger Hafen trat die Elbe übers Ufer. Nahe der Elbphilharmonie drohte eine Tiefgarage vollzulaufen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Offenbar hätten die Flutschutztore die Garage nicht gut funktioniert.

Die Elbchaussee entlang des Hamburger Hafens wurde gemäss Polizei überspült. Sie wurde teilweise gesperrt. Auch der Hamburger Fischmarkt wurde gesperrt. Die Hamburger Feuerwehr rückte bis zum Morgen 170 Mal aus, vor allem wegen Bäumen und Ästen auf Strassen, aber auch auf Autos und Häusern.

Schweiz

Windböen fegen mit bis fast Tempo 150 durch die Schweiz. Meldungen über Schäden gab es vorerst keine.

Auf dem Crap Masegn im Kanton Graubünden wurde am Sonntagmorgen eine Windspitzengeschwindigkeit von 146 km/h gemessen. Auf dem Eggishorn im Wallis waren es 124 km/h und auf dem Weissfluhjoch bei Davos 106 km/h, wie SRF Meteo mitteilte.

In den tiefer gelegenen Lagen des Nordens wurde die stärkste Böe zunächst in Herisau AR mit 90 km/h gemessen. Ähnlich stark war im Süden der Nordföhn. In der Gemeinde Simplon VS wurden Windspitzen von 95 km/h verzeichnet, in Poschiavo waren es 86 km/h. Im Laufe des Tages erwartete SRF Meteo noch stärkere Winde.

In Sölden in Österreich musste der Ski-Weltcup-Riesenslalom abgesagt werden.

(sda/dpa/afp)

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