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Sikh-Schauspieler weigert sich, seinen Turban auszuziehen – und wird deshalb nicht zum Boarding zugelassen



Manchmal ist Hollywood näher an der Realität, als einem lieb ist. Im Film Inside Man von Spike Lee spielt Waris Ahluwalia einen Sikh, der sich während einer Befragung durch Polizisten weigert, seinen Turban auszuziehen.

Inside Man

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Am Montag nun wurde dem amerikanischen Schauspieler verboten, einen Aeroméxico-Flug von Mexiko Stadt nach New York zu betreten – weil er sich weigerte, seinen Turban auszuziehen. 

Ahluwalia war im Besitz eines First Class Tickets und wurde kurz vor dem Boarding von Mitarbeitern der Fluggesellschaft beiseite genommen und abgetastet. Dann forderten ihn die Angestellten auf, seinen Turban auszuziehen. Ahluwalia lehnte dies ab. Nach einer kurzen Beratung eröffneten ihm ein Sicherheitsangestellter der Fluggesellschaft, dass er solange nicht eine Aeroméxiko-Maschine betreten dürfe, bis er das Sicherheitsprozedere befolge.

Ahluwalia mit seinem Boarding-Pass: Die umkreisten Buchstaben bedeuten laut NYT, der Passagier müsse besonderen Sicherheitsvorkehrungen unterzogen werden.
instagram

Gegenüber der New York Times erklärte Ahluwalia, er trage seinen Turban, wann immer er sich in der Öffentlichkeit aufhielte. «Es ist ein Symbol meines Glaubens.» Zwar habe er auch schon anderswo unangenehme Erfahrungen wegen seines Turbans gemacht, aber bisher sei ihm noch nie das Boarding verweigert worden.

Die Fluggesellschaft hielt in einem Statement fest, ihre Mitarbeiter hätten nach den Richtlinien der Transportation Security Administration gehandelt und man habe Ahluwalia «Alternativen angeboten», um seine Destination zu erreichen. Man bedauere den Vorfall.

Ahluwalia hat mittlerweile mit der Bürgerrechtsgruppe Sikh Coalition Kontakt aufgenommen, die den Vorfall untersucht. Der Schauspieler plant, solange am Flughafen zu bleiben, bis Anwälte der Organisation und der Fluggesellschaft eine Einigung gefunden haben. 

Die Episode wirft ein Schlaglicht auf das Problem des sogenannten profilings an Flughäfen und anderen neuralgischen Stellen. Gurjot Kaur, eine Anwältin der Sikh Coalition weist gegenüber «NYT» darauf hin, dass sich Menschen mit bestimmten Religionshintergrund immer wieder unfairerweise dem Verdacht ausgesetzt sehen, Verbindungen zum Terrorismus aufzuweisen. (wst)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stiberium 09.02.2016 10:31
    Highlight Highlight Soweit ich weiss ist es den Sikhs nicht verboten den Turban abzulegen. Verstehe seine Verweigerung daher nicht.
  • obi 09.02.2016 09:55
    Highlight Highlight I'll just leave this here ...
    Benutzer Bild
  • samy4me 09.02.2016 08:00
    Highlight Highlight @Shlomo

    Caps sind für mich sehr wohl eine Art von Religion! 😎
  • Charlie Brown 09.02.2016 06:45
    Highlight Highlight Und wenn sich jetzt die NRA zur religiösen Vereinigung erklärt und festhält, dass ihre Anhänger nirgends mehr ohne geladene Waffe hindürfen... Dann fliegen die künftig mit Knarre und Munition mit?

    Natürlich total abstrus, schon klar. Aber dass beim Fliegen gewisse Standards gelten hat doch nichts mit Unterdrückung von Religion zu tun.

    Religionen - egal welche - nehmen sich tendenziell imho zu wichtig.
    • Fumo 09.02.2016 08:22
      Highlight Highlight Nicht die Religionen nehmen sich zu wichtig, es sind die Menschen in dessen Ausführung.
    • Charlie Brown 09.02.2016 12:12
      Highlight Highlight @Fumo: Ja, klar. Meinte ich natürlich so. Irgendwie enart. Weil die Religionen als solche ja kein Selbstverständnis haben.
  • dracului 09.02.2016 06:35
    Highlight Highlight JEDER, wirklich Jeder, steht im Moment unter dem Gerneralverdacht ein Terrorist zu sein! Letztlich will der Flugast eine Transportleistung will und dafür muss er die Regeln des Transportanbieters akzeptieren. Ich fände es sogar höchst eigenartig, wenn plötzlich ein Ungleichbehandlung stattfände und Turbanträger eine bevorzugte Behandlung geltend machen könnten.
  • Stichelei 09.02.2016 06:03
    Highlight Highlight Es ist befremdlich, welche Sonderbehandlungen mit der Begründung Religionsfreiheit eingefordert werden. Wird dem nicht stattgegeben schwingt man sofort die Diskriminierungskeule und stellt sich als bedauernswertes Opfer dar. Ich geniesse es auch nicht, meine Schuhe beim Securitycheck am Flughafen auszuziehen. Auch das stellt mich ja unter Generalverdacht, eine terroristische Absicht zu verfolgen. Schuld daran sind aber nicht die Sicherheitsbehörden, sondern die Idioten, die wirklich Flugzeuge spregen.
    • Wilhelm Dingo 09.02.2016 07:31
      Highlight Highlight Lies mal Dawkins - The God Delusion. Dort wird schön aufgezeigt was Religion alles darf, speziell in den USA.
    • Stichelei 09.02.2016 08:39
      Highlight Highlight @Wilhelm Dingo: Hab ich doch schon längst gelesen 😉Umso störender, dass sie ihre Sonderwünsche immer mehr ausbauen wollen.
  • Wilhelm Dingo 09.02.2016 05:37
    Highlight Highlight Ich habe ein Geigenköfferchen mit den heiligen Gegenständen meines Religionsstifters dabei. Muss ich das Köfferchen nun bei der Security auch öffnen und zeigen?
  • samy4me 09.02.2016 04:10
    Highlight Highlight Der Hintergrund, eventuell Terrorverdacht, für die Durchsuchung mag fragwürdig sein. Allerdings verstehe ich nicht, wieso er seinen Turban nicht einfach ausziehen kann? Vor jedem Flug muss ich schliesslich auch mein Cap ausziehen und es kontrollieren lassen. Nicht mal in Sportstadien kann ich meine Kopfbedeckung ohne Kontrollblick durch einen Securitas hineinnehmen.
    • «Shippi» 09.02.2016 06:15
      Highlight Highlight Finde ich auch. Gibt es denn aber in Mexiko und in den USA nicht sowieso Ganzkörperscanner? Dann müsste der Herr seinen Turban ja gar nicht ausziehen. Ich dachte, diese Technologie hätten wir schon.
    • Shlomo 09.02.2016 07:15
      Highlight Highlight Deine Kopfbedekung hat aber keinen religiösen Hintergrund.

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