International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rechtsextreme Jobbik-Partei in Ungarn wählt neuen Chef



Nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Parlamentswahl in Ungarn hat die rechtsextreme Partei Jobbik einen neuen Vorsitzenden gewählt. Bei einem Parteitag am Samstag wurde der 45-jährige Tamas Sneider hinter verschlossenen Türen mit 54 Prozent der Stimmen zum neuen Jobbik-Chef bestimmt, wie ein Parteisprecher mitteilte.

Bild

Tamas Sneider. bild: cc by-sa 3.0

Sein Rivale Laszlo Toroczkai, der mit einwanderungsfeindlichen Parolen von sich reden gemacht hatte, kam demnach auf 46 Prozent.

Bei der Parlamentswahl Anfang April hatte Jobbik einen Stimmenanteil von 19 Prozent errungen. Die Partei verschlechterte sich damit im Vergleich zur vorherigen Wahl 2014 um einen Prozentpunkt und verfehlte deutlich ihr Ziel, die Fidesz-Partei von Regierungschef Viktor Orban zu besiegen.

Parteichef Gabor Vona trat daher zurück. Er hatte seit 2006 an der Parteispitze gestanden und 2013 eine Distanzierung von den ultranationalistischen, rassistischen und antisemitischen Wurzeln von Jobbik eingeleitet, um sie zu einer Volkspartei zu machen.

Vor seiner Wahl zu Vonas Nachfolger machte Sneider laut ungarischen Medien deutlich, dass seine politische Vision für Jobbik grösstenteils die gleiche sei wie die des bisherigen Parteichefs. Nötig seien allerdings ein paar strukturelle Reformen. Sneider will überdies anders als Vona mit anderen Oppositionsparteien zusammenarbeiten.

Beobachtern zufolge dürfte Sneider Jobbik auf einen gemässigteren Pfad führen. Vorwürfe, er habe früher eine Skinhead-Bande angeführt, weist er zurück.

Sneiders Rivale Toroczkai hatte sich für einen radikaleren Kurs ausgesprochen und für den Fall seiner Niederlage mit einer Abspaltung seiner Gefolgsleute von der Partei gedroht.

(sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Overtourism adé: Schweizer erzählen, wie sich Bali und Phuket zu «Geisterstädten» wandeln

Jon Zürcher erlebte Terroranschläge und Vulkanausbrüche: Seit 40 Jahren lebt der Bündner auf Bali. Doch so schlimm wie die Corona-Krise hat die Insel noch kein Ereignis getroffen. Auch Gastronomin Brigitte Wieland hat einen denkbar schlechten Zeitpunkt erwischt, um ein Restaurant auf Phuket zu eröffnen.

Jon Zürcher hat schon allerhand erlebt. 1977 kurvte der Oberengadiner mit seinem VW-Bus von der Schweiz bis nach Bali. Und blieb hängen. Vor über 40 Jahren eröffnete er in Kuta Beach in Bali sein «Swiss Restaurant». Später amtete er jahrelang als Schweizer Honorarkonsul und erlebte Terroranschläge und Vulkanausbrüche auf der indonesischen Götterinsel. Doch so schlimm wie die Corona-Krise hat die Insel noch kein Ereignis in der jüngeren Geschichte getroffen.

Kuta war bis vor wenigen Monaten der …

Artikel lesen
Link zum Artikel