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Der Unglücksflug #MH17 – eine Chronik
quelle: x02994 / antonio bronic
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Niederländische Flugsicherheits-Behörde: Russland versuchte mit allen Mitteln, MH17-Rapport zu torpedieren

16.10.2015, 19:05

Diese Woche stellte die niederländische Flugsicherheitsbehörde (Onderzoeksraad voor Veiligheid, OVV) den Abschlussbericht zum Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine vor. Fazit: Flug MH17 wurde über der Ostukraine von einer Buk-Rakete russischer Bauart abgeschossen.

Der Präsident der Behörde, Tjibbe Joustra, erhebt nun in einem Interview mit der «Volkskrant» schwere Vorwürfe gegen Russland: Aus Angst vor den möglichen Folgen des Rapports verbreite das Land soviel Nebel wie möglich. «Jedes Mal kommen die Russen mit anderen Storys und anderen Sprechern. Ich habe den Eindruck, dass sie versuchen, den Rapport zu diskreditieren, wobei es keine grosse Rolle spielt, mit welchen Argumenten», sagte Joustra. Anscheinend fürchte Moskau, dass im folgenden strafrechtlichen Verfahren russische Verdächtige beschuldigt werden könnten. 

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Joustra bei der Präsentation des Abschlussberichts. 
Bild: MICHAEL KOOREN/REUTERS

Harsche Kritik aus Moskau

Vor und nach der Publikation des Rapports kam harsche Kritik aus dem Kreml. Der stellvertretende Leiter der russischen Flugverkehrsbehörde Rosaviazija, Oleg Stortschewoi, nannte den Bericht «tendenziös». Flug MH17 sei von dem älteren Buk-Raketentyp 9H314M getroffen worden, der in der russischen Armee nicht mehr in Gebrauch sei, wohl aber bei den Ukrainern. Ausserdem sei die Rakete von ukrainisch kontrolliertem Gebiet abgefeuert worden. Überdies habe der OVV bis zuletzt geheim gehalten, dass Fragmente einer Buk-Rakete gefunden wurden. Und schliesslich sei der Hersteller des Waffensystems, Almas-Antej, nicht angehört worden. 

«Diese Teilchen wurden uns vorenthalten»:&nbsp;Oleg Stortschewoi an einer Medienkonferenz in Moskau.<br data-editable="remove">
«Diese Teilchen wurden uns vorenthalten»: Oleg Stortschewoi an einer Medienkonferenz in Moskau.
Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Joustra weist diese Vorwürfe zurück. Der Beweis für den verwendeten Raketentyp sei «unumstösslich». «Die Russen haben im Mai selber gesagt, dass es nur einen Typ des Raketenkopfs gebe, der die aufgefundenen fliegenförmigen Teilchen enthält, und das ist der Typ 9N314M, den wir erwähnen. Dieser Herr Oleg Stortschewoi sagt dann in der Zeitung: ‹Diese Teilchen wurden uns vorenthalten.› Aber das wurde überhaupt nicht geheim gehalten. Es sind Fotos davon im Umlauf gewesen.» 

«Jeder behauptet etwas anderes»

Dreimal habe man sich mit russischen Experten in den Niederlanden getroffen, sagte Joustra der «Volkskrant». Sowohl der russische Buk-Hersteller wie der Chef der Flugverkehrsbehörde seien jedes Mal dabei gewesen. Auch sei es eine Tatsache, dass der Abschuss aus dem pro-russisch kontrollierten Gebiet erfolgt sei. 

Die Kritik aus Russland sei nicht seriös, sagte Joustra schliesslich. «Wenn ich ehrlich bin, werde ich nicht schlau daraus. Sie haben diese Woche, glaube ich, schon zwei oder drei Mal ihren Standpunkt geändert, ob es jetzt wirklich ein Buk war oder nicht. Dann sehe ich diesen Herrn, dann einen anderen. Und jeder behauptet etwas anderes.» (dhr)

Unglücksflug MH17
Am 17. Juli 2014 kam es zum Unglück: Eine Boeing 777 der Malaysia Airlines stürzte im Kriegsgebiet der Ostukraine ab. 298 Menschen kamen ums Leben.
Hinweise deuten darauf hin, dass die Maschine von einem russisch-produzierten Buk-Flugabwehrraketensystem vom Himmel geholt wurde. Allerdings verfügt auch die ukrainische Armee über das Waffensystem.
Russland verhindert mit seinem Veto ein UNO-Tribunal. Die niederländische Flugsicherheitsbehörde (OVV) übernahm die Untersuchung – beteiligt waren Experten aus aller Welt, auch aus Russland. Die OVV beklagt, die Untersuchungen seien von den Separatisten behindert worden.
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