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US-Luftwaffe tötet bei Angriff in Libyen über 80 «IS»-Kämpfer



Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama einen Grossangriff auf die Terrormiliz «IS» in Libyen angeordnet: Kampfjets der US-Luftwaffe bombardierten am Mittwochabend zwei Lager des «IS» in der libyschen Wüste und töteten dabei mindestens 80 Dschihadisten.

Das teilte Verteidigungsminister Ashton Carter am Donnerstag in Washington mit. Bei dem Angriff seien auch Drahtzieher von Terroranschlägen in Europa getroffen worden, sagte er. Unter den Getöteten seien «Leute, die aktiv an der Planung von Operationen in Europa arbeiteten oder die mit Anschlägen, die es in Europa gegeben hat, in Verbindung standen».

Nach Angaben eines Pentagon-Sprechers griffen B-2-Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe die beiden Dschihadistenlager nahe der früheren «IS»-Hochburg Sirte an. Dabei seien Bomben und Raketen zum Einsatz gekommen.

Der Einsatz sei von Obama persönlich gebilligt worden und sei in Abstimmung mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis erfolgt, sagte der Sprecher. In den beiden Lagern hätten sich «IS»-Kämpfer nach der Rückeroberung ihrer früheren Hochburg Sirte durch Regierungsverbände gesammelt, um sich neu aufzustellen.

Die angegriffenen «IS»-Kämpfer hätten Uniform und Waffen getragen. «Sie haben ein Sicherheitsrisiko für Libyen, die Region und die nationalen Interessen der USA dargestellt», sagte der Sprecher. Er wertete den Einsatz als «Erfolg». Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Offensive zur «Befreiung» Sirtes

Sirte war das letzte grössere vom «IS» kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet und im Dezember offiziell die «Befreiung» der Stadt verkündet. Die US-Armee hatte die Regierungstruppen dabei unterstützt; ihren Einsatz in und um Sirte hatten die USA im Dezember für beendet erklärt.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und Sirte vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen seit dem Sturz und Tod Gaddafis im Herbst 2011 herrscht.

Kämpfe in Bengasi

Aus Libyens zweitgrösster Stadt Bengasi wurden am Donnerstag Kämpfe gemeldet. Die Zusammenstösse zwischen Truppen des örtlichen Machthabers Chalifa Haftar und dschihadistischen Rebellen begannen am Morgen, Kampfflugzeuge griffen Stellungen der Islamisten an, berichtete ein AFP-Korrespondent aus der Hafenstadt.

Ein Sprecher der von Marschall Haftar geführten Libyschen Nationalarmee (LNA) sagte, seine Verbände wollten die Dschihadisten aus ihren letzten Hochburgen in Bengasi vertreiben. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 unter ihre Kontrolle gebracht.

Haftars Verbände haben inzwischen aber einen grossen Teil zurückerobert. Bei den Kämpfen kamen nach Angaben der LNA am Montag neun ihrer Kämpfer ums Leben und am Dienstag sechs. (sda/afp)

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