DE | FR
International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Präsident Maduro beansprucht Sieg für Sozialisten in Venezuela



A voter casts her ballot during elections to choose members of the National Assembly in Caracas, Venezuela, Sunday, Dec. 6, 2020. The vote, championed by President Nicolas Maduro, is rejected as fraud by the nation's most influential opposition politicians. (AP Photo/Matias Delacroix)

Eine Wählerin gibt ihre Stimme ab. Bild: keystone

Mitten in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise haben die Venezolaner ein neues Parlament gewählt. Beobachter gingen davon aus, dass die sozialistische Partei PSUV von Präsident Nicolás Maduro die Mehrheit erzielen dürfte. Grosse Teile der Opposition boykottierten die Abstimmung am Sonntag, weil sie mit Betrug rechneten. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte bereits vor der Wahl erklärt, die Voraussetzungen für eine freie und faire Wahl seien nicht gegeben.

Maduro rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren. «Wir respektieren das Selbstbestimmungsrecht der Völker», schrieb er auf Twitter. «Wir fordern Respekt vor der Souveränität des venezolanischen Volkes.»

Opposition am Ende?

Ein Sieg der Sozialisten würde für die Opposition den Verlust der letzten von ihr kontrollierten staatlichen Institution in dem südamerikanischen Land bedeuten. Ohne Mehrheit in der Nationalversammlung dürfte auch die Legitimität Guaidós infrage gestellt werden.

epa08864703 Venezuela's National Assembly President Juan Guaido speaks during a press conference, in Caracas, Venezuela, on 05 December 2020. Venezuelan opposition leader Juan Guaido talked about the legislative elections scheduled for 06 December in Venezuela.  EPA/Rayner Pena R.

Der selbst ernannte Interimspräsidenten Juan Guaidó. Bild: keystone

Nach Angaben der Opposition folgten zahlreiche Venezolaner ihrem Boykottaufruf. Die Wahlbeteiligung habe bei unter 20 Prozent gelegen, sagte der Vizepräsident der Nationalversammlung, Juan Pablo Guanipa. Das Wahlamt verlängerte am Abend die Öffnungszeiten der Wahllokale um eine Stunde.

«Die Wahl ist ein Betrug der von Nicolás Maduro angeführten Diktatur und wird die Krise im Land nur verschärfen», schrieb der Aussenminister von Guaidós Gegenregierung, Julio Borges, am Sonntag in einem offenen Brief an die internationale Gemeinschaft. «Was Venezuela braucht, sind freie Präsidenten- und Parlamentswahlen.»

Politische Krise seit 2019

Venezuela steckt in einer tiefen Krise. Guaidó hatte sich Anfang 2019 selbst zum Interimspräsidenten erklärt und war von zahlreichen Ländern – darunter Deutschland und die USA – als legitimer Staatschef anerkannt worden. Allerdings gelang es ihm bislang nicht, sich gegen Maduro durchzusetzen. Der autoritär regierende Staatschef wird in dem Machtkampf vom mächtigen Militär gestützt. Die Vereinten Nationen werfen den Sicherheitskräften schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Während es Guaidó zunächst noch gelungen war, die Opposition hinter sich zu vereinen, traten mit andauernder Erfolglosigkeit auch die Gräben zwischen moderaten Regierungsgegnern und Hardlinern wieder offen zu Tage. Sollte Maduro nun auch die Mehrheit in der Nationalversammlung an sich ziehen, hätte er wieder alle wichtigen Staatsgewalten unter seiner Kontrolle. Erneut wäre es ihm gelungen, den Aufstand gegen seine autoritäre Regierung einfach auszusitzen.

Unterdessen steuert das einst reiche Land immer tiefer in eine humanitäre Krise hinein. Aus Mangel an Devisen und wegen zahlreicher Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Selbst Benzin ist in dem Land mit den grössten Ölreserven der Welt mittlerweile Mangelware. Laut einer Studie der katholischen Universität Andrés Bello leben 96 Prozent der Haushalte in Armut. Millionen von Venezolanern haben ihre Heimat verlassen. (saw/jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

Proteste in Venezuela eskalieren

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Call of Duty»: Mord an 19-Jähriger in Brasilien schockt Gamer-Szene

Eine 19 Jahre alte E-Sportlerin ist in Brasilien ermordet worden. Der mutmassliche Täter war selbst Gamer. Offenbar handelte er aus Hass gegen Frauen.

Ein Mord an einer 19-jährigen E-Sportlerin erschüttert die E-Sport-Szene in Brasilien. Die Spielerin des Smartphonespiels «Call of Duty Mobile», Ingrid Oliviera Bueno da Silva, in der Szene bekannt als «Sol», ist am Montag in Sao Paolo erstochen worden. Das berichten verschiedene lokale Medien. Bueno da Silva galt als grosses Nachwuchstalent.

Bei dem Täter soll es sich laut übereinstimmender Medienberichte um einen anderen «Call of Duty Mobile»-Spieler, Guilherme Alves Costa, unter Spielern …

Artikel lesen
Link zum Artikel