International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Demonstrators block a road during a general strike in Barcelona, Spain, Wednesday, Nov. 8, 2017. A worker's union has called for a general strike Wednesday in Catalonia. The regional government was sacked by Madrid and many of its members jailed in a rebellion probe after pushing ahead with secession from Spain. (AP Photo/Santi Palacios)

Die Gewerkschaft CSC hat zu einer Demonstration aufgerufen. Bild: AP/AP

Hunderte Demonstranten in Katalonien blockieren Strassen und Gleise

Mit einem Streik haben Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien erneut das öffentliche Leben in der Region teilweise lahmgelegt. Demonstranten blockierten am Mittwoch Strassen, Autobahnen und Gleise, teilte die katalanische Strassenverkehrsbehörde mit.



Mit einem Streik haben Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien erneut das öffentliche Leben in der Region teilweise lahmgelegt. Demonstranten blockierten am Mittwoch Strassen, Autobahnen und Gleise, teilte die katalanische Strassenverkehrsbehörde mit.

Mehr als 50 Strassen in der Region, darunter wichtige Autobahnen, seien zeitweise unpassierbar gewesen. Zu dem Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft CSC, die eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien unterstützt.

Mit der Aktion wollte die Gewerkschaft gegen Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und ein Dekret der Zentralregierung in Madrid protestieren, welches eine einfachere Verlegung von Firmensitzen aus Katalonien ermöglicht.

epaselect epa06315692 Hundreds of people gather at the Sant Jaume Square to protest against the imprisonment of pro-independence leaders and to demand their set free in Barcelona, 08 November 2017. A new strike has been called in Catalonia by minority inter union CSC, to protest against the imprisonment of pro-independence leaders, in which protesters are blocking various roads in the city and a train track which has forced the interruption of a train line. The Central independent and Civil Servants Union (CSIF) has refused the strike and opposed to the protests called by other unions adducing that strikes are meant to improve workers conditions.  EPA/QUIQUE GARCIA

Die Demonstranten belagerten unter anderem den Sant Jaume-Platz in Barcelona. Bild: EPA/EFE

Unterstützung für die Protestaktion kam von der grössten katalanischen Bildungsgewerkschaft Ustec sowie den Gruppierungen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural, deren Chefs inhaftiert sind.

Unter anderem musste ein TGV-Hochgeschwindigkeitszeug von Barcelona nach Frankreich auf halber Strecke umkehren. In Gerona blockierten Demonstranten Bahngleise und legten damit den Zugverkehr zeitweise lahm.

Nur schwache Auswirkungen

Allerdings folgten weniger Menschen dem Streikaufruf als beim Generalstreik Anfang Oktober. Der Streik zeigte somit auch Mobilisierungsprobleme der Unabhängigkeitsbewegung. Die beiden grössten spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT unterstützten den Ausstand nicht.

epa06316010 Hundreds of people take part in a demonstration to protest against the imprisonment of pro-independence leaders and to demand their freedom in Lleida, Catalonia, northeastern Spain, 08 November 2017. A new strike has been called in Catalonia by minority inter union CSC to protest against the imprisonment of pro-independence leaders. The Central independent and Civil Servants Union (CSIF) has refused the strike and opposed to the protests called by other unions adducing that strikes are meant to improve workers conditions.  EPA/ADRIA ROPERO

Hunderte nahmen teil, um gegen die Inhaftierung der Politiker zu demonstrieren. Bild: EPA/EFE

Aus der Präfektur in Barcelona hiess es, die Auswirkungen des Streiks seien «schwach». «Am 3. Oktober war alles geschlossen, aber diesmal sind nur zwei Bars betroffen», sagte eine Kellnerin in der katalanischen Hauptstadt.

Streiks aus politischen Motiven sind nach spanischem Recht verboten. Angesichts der politischen Krise in Katalonien nahm der Streik allerdings politische Züge an: Demonstranten trugen Flaggen und Spruchbänder der Unabhängigkeitsbewegung und forderten die Freilassung ehemaliger katalanischer Regierungsmitglieder und von Vertretern der Zivilgesellschaft.

Unabhängigkeitserklärung annulliert

Das spanische Verfassungsgericht annullierte unterdessen die katalanische Unabhängigkeitserklärung vom 27. Oktober. Diese sei «verfassungswidrig und nichtig», erklärte eine Sprecherin des Gerichts in Madrid. Das Urteil war erwartet worden, da das Gericht bereits das Referendum zur Loslösung von Spanien untersagt hatte.

Nach der Unabhängigkeitserklärung des katalanischen Parlaments Ende Oktober hatte die spanische Regierung die Regionalregierung abgesetzt und die Verwaltung der autonomen Region übernommen. Mehrere katalanische Politiker wurden unter dem Vorwurf der Rebellion in Haft genommen. Für den 21. Dezember wurden Neuwahlen in Katalonien angesetzt.

Der abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont und vier seiner Minister hatten sich vergangene Woche nach Belgien abgesetzt. Spanien beantragte daraufhin über einen europäischen Haftbefehl die Auslieferung. Der Antrag wird derzeit von der belgischen Justiz geprüft.

Michel: Keine Krise in Belgien

Belgiens Ministerpräsident Charles Michel sieht nach Puigdemonts Flucht in sein Land keine Gefahr einer belgischen Koalitionskrise. «Es gibt eine politische Krise in Spanien und nicht in Belgien», sagte Michel am Mittwoch vor dem Parlament in Brüssel.

epa06315098 Belgian Prime Minister Charles Michel attends a hearing on the Catalan crisis by the Interior committee of the Belgium Federal parliament  in Brussels, Belgium, 08 November 2017. Former Catalan President Carles Puigdemont and four Catalan regional ministers handed themselves voluntarily to Belgian police on 05 November, after Spain issued international arrest warrants for them on 03 November.  EPA/OLIVIER HOSLET

Sieht sein Land nicht in Bedrängnis: Belgiens Ministerpräsident Charles Michel. Bild: EPA/EPA

Flämische Nationalisten in seiner Regierung hatten zuvor Sympathien für die Katalanen bekundet. Die von Spanien verlangte Auslieferung Puigdemonts sei «eine Frage für die Gerichte, nicht die Regierung», sagte Michel.

Der Liberale Michel regiert Belgien seit 2014 mit einer Koalition aus vier Parteien, zu der auch die flämischen Nationalisten der Partei N-VA gehören. Deren Ziel ist nach dem Parteistatut die Schaffung einer «unabhängigen Republik Flandern» im Norden Belgiens.

Seit dem Einstieg in die belgische Regierung hat die Partei dieses Ziel aber zurückgestellt. Minister und Vertreter der N-VA hatten in den vergangenen Tagen jedoch offen Unterstützung für die Katalanen bekundet und die spanische Regierung scharf kritisiert. (sda/afp/reu)

Wahllokal in Katalonien gewaltsam gestürmt

Video: srf

Massendemo in Barcelona – gegen die Unabhängigkeit

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Epidemiologe will Fernunterricht für Gymi-Schüler

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Rekordzahl von mehr als 2200 Migranten erreicht die Kanaren

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantik vor Westafrika sind von Samstag bis Montagmorgen 2206 Migranten in insgesamt 58 offenen Holzbooten angekommen.

So viele Menschen aus afrikanischen Ländern wurden zuletzt während der Flüchtlingskrise 2006 registriert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Zu den Kanaren gehören die auch bei Touristen beliebten Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowie sechs weitere …

Artikel lesen
Link zum Artikel