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Actor Jussie Smollett, center, leaves the Leighton Criminal Courthouse in Chicago after prosecutors dropped all charges against him on Tuesday, March 26, 2019. (Ashlee Rezin/Sun-Times/Chicago Sun-Times via AP)

Jussie Smollett verlässt das Gerichtsgebäude in Chicago. Bild: AP/Chicago Sun-Times

Spektakuläre Kehrtwende im Fall Smollett – Anklage gegen den Schauspieler fallen gelassen



Der Fall Jussie Smollett hielt die US-Medienlandschaft tagelang in Atem. Konservative Fernsehstationen wurden nicht müde, auf den US-Schauspieler einzuprügeln, nachdem Ermittler den Verdacht äusserten, Smollett habe eine Attacke auf ihn nur erfunden.

Smollett, bekannt durch die Serie «Empire», gab an, dass er Opfer eines rassistischen und homophoben Angriffs wurde. Die Ermittler kamen aber zum Schluss, dass er alles inszeniert habe und erhoben Anklage gegen den Schauspieler.

Doch am Dienstag dann die Kehrtwende. Die Anklage gegen den Schauspieler wurde fallen gelassen. Er muss sich somit nicht weiter vor Gericht verantworten.

«Ich habe die Wahrheit gesagt und war widerspruchsfrei auf jeder einzelnen Ebene seit dem ersten Tag», sagte Smollett vor dem Gerichtssaal in Chicago, in dem eine Dringlichkeitssitzung abgehalten wurde.

Der Darsteller aus der TV-Serie «Empire» war im Februar wegen mutmasslicher Falschaussagen gegenüber der Polizei festgenommen worden. Laut Ermittlern bezahlte der Schauspieler zwei Männer, um die Attacke gegen ihn zu simulieren. Der Polizei zufolge wollte der schwule und afroamerikanische Schauspieler damit seine Karriere vorantreiben.

Smollett hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach Zahlung einer Kaution kam er vorerst frei. Aus den letzten beiden Folgen der Dramaserie «Empire» wurde seine Figur inzwischen entfernt.

Ende Januar behauptete der schwarze und offen schwul lebende Smollett, dass zwei maskierte Männer ihn erst mit rassistischen und homophoben Sprüchen beschimpft, verprügelt, ihn mit einer unbekannten Chemikalie bespritzt und dann ein Seil um seinen Hals geschlungen hätten. Er sei zum Tatzeitpunkt auf dem Heimweg in seine Wohnung in Chicago gewesen.

Die Polizei prüfte zunächst ein mögliches Hassverbrechen. Doch warf sie Smollett nach mehrwöchigen Ermittlungen vor, die Attacke fingiert zu haben. Er habe für die Inszenierung zwei Männer angeheuert, weil er mit seiner Gage bei «Empire» unzufrieden gewesen sei und durch den Skandal seinen Namen habe bekannter machen sollen. Smollett hatte dies immer zurückgewiesen.

Der Polizeichef von Chicago zeigte sich ob des Urteils enttäuscht. Er glaube nicht, dass der Gerechtigkeit gedient wurde. «Sie beschlossen, im Geheimen einen Deal auszuhandeln, um das Justizsystem zu umgehen.»

Was sich an jenem Abend im Januar genau abspielte, bleibt also weiterhin relativ unklar. Die Affäre dürfte noch eine Weile Thema bleiben. (cma/sda/afp)

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