International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Chaos und Zusammenstösse überschatten Heiligabend in Hongkong



Neue Proteste und Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei haben den Heiligabend in Hongkong überschattet. Die Einsatzkräfte gingen mit Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcken gegen Aktivisten vor.

Residents dressed for Christmas festivities react to tear gas as police confront protesters on Christmas Eve in Hong Kong on Tuesday, Dec. 24, 2019. More than six months of protests have beset the city with frequent confrontations between protesters and police. (AP Photo/Kin Cheung)

Weihnachten in Hongkong: Nikolaus-Mützen und Tränengas. Bild: AP

Die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion verurteilte am Mittwoch die Gewalt und Randale. Unruhestifter hätten Strassen blockiert, Geschäfte in Einkaufszentren beschädigt, Brände gelegt und Polizeibeamte angegriffen. Die soziale Ordnung und auch die Feiertagsstimmung seien «ernsthaft gestört» worden, hiess es weiter.

Geschäftsbeziehungen zu Peking im Visier

Die Ausschreitungen dauerten bis in die Morgenstunden. Aktionen gab es in mehreren Stadtteilen wie unter anderem den populären Einkaufs- und Touristenzielen Tsim Sha Tsui und Mong Kok. Augenzeugen berichteten, Demonstranten seien singend durch Einkaufsplazas gezogen und hätten gezielt Läden attackiert, die geschäftliche Beziehungen zur Volksrepublik unterhalten. Die Proteste weiteten sich auf die Strassen aus. Die Polizei ging mit einem Grossaufgebot vor.

Trotz mehrfacher Aufforderungen der Einsatzkräfte lösten sich die Menschenmengen nicht auf. Gegen Mitternacht wünschten die Demonstranten der Polizei sogar ein lautstarkes «Frohe Weihnachten», ehe kurz darauf Brandsätze geworfen wurden. Auf der Strasse vor dem historischen Peninsula-Hotel ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Auch wurde Pfefferspray eingesetzt. Mehrere U-Bahn-Stationen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Aufrufe zu weiteren Aktionen

Die Demonstrationen in Hongkong waren vor einem halben Jahr ursprünglich aus Ärger über ein geplantes Gesetz für Auslieferungen von Verdächtigen an China entbrannt. Danach entwickelte sich der Protest zu einer breiteren Bewegung gegen die Hongkonger Regierung und den zunehmenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung. In den vergangenen Wochen waren die Proteste etwas abgeflaut. Doch gibt es im Internet immer wieder Aufrufe zu weiteren Aktionen über die Feiertage.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger geniessen - anders als die Menschen in der Volksrepublik - viele Rechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Die Hongkonger fürchten aber zunehmend um ihre Freiheiten. Auch fordern sie echte Demokratie, wie es ihnen beim Souveränitätswechsel auch in Aussicht gestellt worden war. (mim/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die neuesten Bilder von den Krawallen in Hongkong

Hongkong: Klarer Sieg für das Demokratie-Lager

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Hongkong: Abgeordnete des Demokratielagers treten zurück

Aus Protest gegen den Rauswurf von vier Abgeordneten aus dem Hongkonger Parlament haben die Mitglieder des demokratischen Lagers ihren Rücktritt angekündigt. Wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» am Mittwoch berichtete, werde die Opposition geschlossen zurücktreten.

Zunächst war unklar, um wie viele Abgeordnete es sich handelt. Kurz zuvor hatte Hongkongs Regierung mitgeteilt, dass vier Politiker der Opposition aus dem Parlament der chinesischen Sonderverwaltungsregion …

Artikel lesen
Link zum Artikel