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Homosexuellen in Brunei droht seit heute die Todesstrafe – und das ist noch nicht alles



Trotz internationaler Kritik sind seit Mittwoch im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft. Homosexuellen droht in dem südostasiatischen Staat künftig die Todesstrafe.

Wer gleichgeschlechtlichen Sex hat, muss damit rechnen, zu Tode gesteinigt zu werden. Verschärft wurden auch die Strafen für Diebstahl: Künftig müssen Diebe damit rechnen, dass ihnen Hände und Beine amputiert werden. Grundlage dafür ist die Scharia, die im weiten Sinne die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt.

epa07475105 (FILE) Brunei's Sultan Hassanal Bolkiah waves to well-wishers during a procession as part of the Golden Jubilee celebrations in Bandar Seri Begawan, Brunei, 05 October 2017 (reissued 21 March 2019). Brunei will move towards the full implementation of Sharia law on 03 April 2019.  EPA/STRINGER   BRUNEI OUT

Sultan knallhart: Hassanal Bolkiah regiert das Sultanat Brunei mit eiserner Faust. Bild: EPA/EPA

In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420'000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah – mit einem Vermögen von vielen Milliarden Franken einer der reichsten Monarchen der Welt – hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

epa07479846 A group of Chinese tourists tours inside the Sultan Omar Ali Saifuddien mosque in Bandar Seri Begawan, Brunei, 01 April 2019 (issued 02 April 2019). The Sultanate of Brunei will move towards the full implementation of Sharia law on 03 April 2019.  EPA/STR BRUNEI OUT

Chinesische Touristinnen in Brunei. Bild: EPA/EPA

Boykottaufrufe lanciert

Gegen die neuen Gesetze gibt es international zahlreiche Proteste. Die Vereinten Nationen forderten das Mitgliedsland auf, auf solch «drakonische Strafen» zu verzichten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nannte sie am Mittwoch «zutiefst barbarisch». Zudem riefen zahlreiche Stars zu einem Boykott von Hotels im Besitz von Brunei auf.

Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit Langem unterdrückt. Bisher standen auf homosexuelle Beziehungen bis zu zehn Jahre Haft. Künftig kann gleichgeschlechtlicher Sex mit öffentlichen Züchtigungen durch den Stock bestraft werden - oder auch, wenn das Gericht der Meinung ist, besonders hart urteilen zu müssen, mit der Todesstrafe. Diese Drohung richtet sich vor allem gegen homosexuelle Männer. Experten halten es aber für wenig wahrscheinlich, dass es tatsächlich Hinrichtungen geben wird. (sda/dpa)

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