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Zwei Pest-Tote in der Mongolei – ein Dutzend Schweizer Touristen in Quarantäne



Rund ein Dutzend Touristen aus der Schweiz sitzt in der Mongolei wegen Beulenpest in Quarantäne. 158 Ausländer werden unweit der Grenze zu Sibirien wegen Ansteckungsgefahr festgehalten. Zuvor war ein einheimisches Ehepaar an der Infektionskrankheit gestorben.

Sie hatten offenbar rohe Nieren eines Murmeltiers gegessen. Einheimische sagen diesen heilende Kräfte zu, Experten befürchten hingegen, dass die Nieren Übertrager der Pest seien.

Das Aussendepartement (EDA) in Bern bestätigte, dass eine Gruppe von Schweizern im Westen der Mongolei in Quarantäne gehalten wird. Deren Gesundheit sei nicht in Gefahr, sie würden die Region ausserdem bald verlassen dürfen, hiess es am Montag.

Die mongolischen Behörden allerdings haben die Dauer der Quarantäne bislang nicht begrenzt - sie könnte 21 Tage umfassen und betrifft die ganze Stadt Ölgii in der westmongolischen Provinz Bajan-Ölgii an der Grenze zu Sibirien.

Ebenfalls in Quarantäne gehalten werden Touristen aus den USA, den Niederlanden, aus Schweden, der Schweiz, Deutschland und Südkorea.

Die Todesopfer, ein 38-jähriger Mann und seine 37 Jahre alte schwangere Ehefrau, die laut den lokalen Behörden der kasachischen Minderheit angehören und nun vier Waisenkinder hinterlassen, hatten sich mit der hochgefährlichen Infektionskrankheit angesteckt und waren bereits am 1. Mai gestorben.

Das Paar hatte rohes Murmeltierfleisch gegessen, worauf die Ansteckung zurückgeführt wird, wie die Zeitung «Siberian Times» berichtete. Das englischsprachige russische Blatt mit Sitz in Nowosibirsk wird wiederum zitiert von der Westschweizer Zeitung «Le Matin» vom Montag.

Nach altem mongolischem Volksglauben stärkt der Verzehr von rohem Fleisch und den inneren Organen frisch getöteter Murmeltiere die Gesundheit.

Die Beulenpest kann gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen, wenn sie nicht rasch mit Antibiotika behandelt wird. Sie wird für die verheerenden Pestepidemien im Europa des 14. Jahrhunderts und auch später noch verantwortlich gemacht, bei denen schätzungsweise 50 Millionen Menschen ums Leben kamen. (sda)

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